Der Markt für Green Bonds wächst rasant. / Foto: Pixabay

22.10.20 Meldungen , Finanzdienstleister

Analyse sieht Green-Bonds-Markt in drei Jahren bei 2 Billionen Euro

Der weltweite Markt für grüne Anleihen wird von derzeit rund 672 Milliarden Euro auf 1 Billion Euro bis Ende 2021 und auf 2 Billionen Euro bis Ende 2023 anwachsen. Zu diesem Schluss kommt eine Analyse des Vermögenverwalters NN Investment Partners (NNIP). Allerdings müssten Investorinnen und Investoren bei Green Bonds auch genau hinsehen.

Zu den wichtigsten Faktoren dieses Marktwachstums gehören laut NNIP die hohe Nachfrage von Investoren, die ihre Portfolios "grüner" machen wollen, und die rasch wachsende Beliebtheit grüner Anleihen bei europäischen Emittenten. Diese dürfte im nächsten Jahr durch die Einführung des Green Bond Standards der Europäischen Union noch weiter gefördert werden.

Die EU-Regelung werde wahrscheinlich auch wahrscheinlich zum weltweiten Standard für grüne Anleihen und Transparenz und Berichterstattung weiter verbessern. Die EU plant außerdem, mehr als 30 Prozent ihres 750 Milliarden Euro umfassenden Corona-Konjunkturpakets für Projekte bereitzustellen, die durch grüne Schuldtitel finanziert werden.

Grün investieren lohnt sich

In den USA wird die Emission grüner Anleihen von großen Unternehmen vorangetrieben, die zeigen wollen, dass sie eine verantwortungsvollere und nachhaltigere Politik verfolgen - eine Haltung, die durch die Corona-Krise noch verstärkt wurde, so NNIP. Gleichzeitig kurbelt Chinas erklärtes Ziel, bis 2060 Kohlenstoffneutralität zu erreichen, die Emission von grünen Anleihen in Asien an.

Green Bonds ähneln ihren klassischen Pendants, werden aber speziell zur Finanzierung von Umweltprojekten eingesetzt. Sie sind ein wirksames Instrument für Emittenten zur Finanzierung des Klimawandels und für Investoren, um einen messbaren positiven Umwelteinfluss zu erzielen.

Die Experten warnen allerdings: Etwa 15 Prozent der grünen Anleihen werde zwar von Unternehmen aufgelegt, die den Erlös zwar für umweltfreundliche Projekte verwenden dürften. Die aber gleichzeitig an Aktivitäten beteiligt sind, die anderswo negative Auswirkungen haben. So könnte beispielsweise eine Eisenbahngesellschaft kohlenstoffarme Transporte durch grüne Anleihen finanzieren, während sie im Frachtverkehr immer noch stark mit fossilen Brennstoffen arbeitet.

Die Analyse von NN IP zeigt, dass in der Regel Green-Bonds-Investoren im Vergleich zu ihren klassischen Mitbewerbern eine starke Performance erwarten können. Beispielsweise erzielte der Bloomberg Barclays MSCI Euro Green Bond Index zwischen Januar 2016 und August 2020 eine jährliche Rendite von 3,2 Prozent, was 70 Basispunkte über dem auf konventionelle Werte setzenden Bloomberg Barclays MSCI Euro Aggregate Index lag. Abgesehen vom Jahr 2017 hätten grüne Anleihen seit 2015 in jedem Jahr diesen Vergleichsindex geschlagen.

"Die Beweise werden immer stichhaltiger, dass grüne Anleihen Investoren ermöglichen, die Umwelt zu schützen und höhere Renditen zu erzielen", so Bram Bos, Lead Portfolio Manager Green Bonds, bei NN Investment Partners. "Wirkliche Green-Bonds-Portfolios schließen "schmutzige" Emittenten mit Stranded-Assets aus und finanzieren Unternehmen, die innovativer sowie zukunftsorientierter sind und gleichzeitig gegen Klima- und ESG-Risiken geschützt sind."

Verwandte Artikel

16.09.20
Wie grün sind Green Bonds wirklich?
 >
16.04.20
KfW: 2019 war ein Rekordjahr für Green Bonds
 >
26.02.20
Studie: Green Bonds bringen mehr Rendite als herkömmliche Anleihen
 >
Nach oben scrollen
ECOreporter Journalistenpreise
Anmelden
x