Die meisten Zuschläge in der neuen Ausschreibung erhielten Windprojekte in Schleswig-Holstein. / Foto: Pixabay

  Erneuerbare Energie, Meldungen

Ausschreibung für Windenergieanlagen erstmals überzeichnet – nachhaltiger Trend oder Einmaleffekt?

Die deutsche Windenergie-Ausschreibung war im Dezember zum ersten Mal in diesem Jahr überzeichnet. Bei einer ausgeschriebenen Menge von rund 367 Megawatt (MW) wurden Gebote für rund 657 MW eingereicht.

Die Gebotswerte der bezuschlagten Gebote reichen von 5,59 Cent/kWh bis 6,07 Cent/kWh. Der mengengewichtete durchschnittliche Zuschlagswert liegt bei 5,91 Cent/kWh und damit unter dem der Vorrunde von 6,11 Cent/kWh.

Regional betrachtet ging das größte Zuschlags-Volumen an Gebote für Standorte in Schleswig-Holstein (31 Zuschläge, rund 154 MW), Nordrhein-Westfalen (elf Zuschläge, 89 MW) und Niedersachsen (acht Zuschläge, rund 85 MW). In der Dezember-Ausschreibungsrunde entfiel auf Standorte in Baden-Württemberg, Hessen, Sachsen und Sachsen-Anhalt kein Zuschlag. Mit dem Saarland und Bayern gibt es sogar zwei Flächen-Bundesländer, die nun schon die dritte Ausschreibungsrunde hintereinander komplett leer ausgingen.

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Nach Einschätzung des Bundesverbandes WindEnergie (BWE) gibt das letzte Woche im Bundestag verabschiedete Erneuerbare-Energien-Gesetz (EEG) 2021 einen klaren Impuls für einen stärkeren Ausbau in den süddeutschen Bundesländern. „Hier sind nun Landes- und Regionalplanung gefordert, die Weichen für eine tragfähige Flächenkulisse zu stellen. Die Windenergie an Land braucht mindestens zwei Prozent der Fläche in jedem Bundesland, um ihren Beitrag für die erneuerbare Energiewirtschaft und den Klimaschutz zu leisten“, erklärt Hermann Albers, Präsident des BWE.

Hält der positive Trend bei Genehmigungen für Windenergieanlagen an?

Die erstmalige Überzeichnung einer Ausschreibung im laufenden Jahr war nach Einschätzung des BWE erwartet worden. Die Ursache liegt nach Angaben des Verbandes in dem positiven Trend bei Genehmigungen, die sich die Branche in den zurückliegenden Monaten hart erarbeitet habe. Der BWE führt weiter aus: „Noch mehr Genehmigungen wären möglich, wenn der Bundesgesetzgeber die Aufgabenliste Wind an Land endlich umsetzen würde. Eine Anpassung der Abstände um die Drehfunkfeuer an internationale Maßstäbe wäre als „low-hanging fruit" beispielsweise sofort umsetzbar.“ Der zweite Aspekt, der zu einer starken Bewerberzahl geführt habe, dürften die Unsicherheiten zu den Regelungen ab 1. Januar 2021 gewesen sein. „Dadurch nahmen Projekte teil, die erst unmittelbar vor dem Stichtag genehmigt wurden. Die Projektträger versuchten so, noch unter die planbaren Regelungen des EEG 2017 zu gelangen.“

Die nächste Ausschreibung für Windenergieanlagen findet am 1. Februar 2021 statt.

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