Ein Solarpark von AustriaEnergy in Chile. / Foto: AustriaEnergy

  Anleihen / AIF

AustriaEnergy setzt auf grüne Wasserstoffprojekte – Anleihe in der Platzierung

Die AustriaEnergy International GmbH entwickelt in Chile mehrere große grüne Wasserstoff/Ammoniak-Projekte sowie Solar- und Windprojekte. Das Unternehmen aus Wien hat in den vergangenen beiden Jahren zwei Anleihen auf den Markt gebracht, über die Anlegerinnen und Anleger weiterhin in AustriaEnergy investieren können. Der Konzernabschluss für das Geschäftsjahr 2024 zeigt Schwierigkeiten auf.

Green Bond an der Börse

Die Emittentin AustriaEnergy International GmbH hat 2023 eine grüne Anleihe (ISIN: DE000A3LE0J4) herausgebracht und diese bis zum 31.3.2025 zu rund 9,2 Millionen Euro platziert. Die Anleihe hat einen Zins von 8,0 Prozent pro Jahr und eine Laufzeit bis zum 30.6.2028. An der Börse Frankfurt notiert der besicherte Green Bond seit Juli 2023 fast durchgehend zwischen 97,0 und 100,0 Prozent seines Nennwertes. Derzeit steht er bei 98,0 Prozent (7.4.2025, 10:12 Uhr).

Der Zins der im Dezember 2024 emittierten kleinvolumigeren Anleihe 2024 (ISIN: AT0000A3GBD3) beträgt 8,0 Prozent pro Jahr bei einer Laufzeit bis zum 31.12.2029. Eine Zeichnung ist ab 250 Euro über die Plattform Conda Capital möglich. Bislang sind laut Conda rund 240.000 Euro der Anleihe platziert (Stand: 6.4.2025). Die Fundingschwelle beträgt 300.000 Euro.

ECOreporter hat hier Mitte Januar 2025 eine Angebotsunterlage der Anleihe 2024 kritisiert. Ende Januar 2025 aktualisierte die Emittentin die Angebotsunterlage.

Wie schneidet der chilenische Erneuerbare-Energien-Markt in einem Rating für Investoren ab? Welche Probleme hat AustriaEnergy in Chile? Wann rechnet das Unternehmen mit ersten größeren Umsatzerlösen in zweistelliger Millionenhöhe? Antworten auf diese und weitere Fragen erhalten Sie im folgenden Premium-Bereich.

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Rahmenbedingungen in Chile

Die Bedingungen für die Energiewende im Andenstaat Chile sind nach Einschätzung der Emittentin nach wie vor gut. Im „Climatescope 2024“ von Bloomberg, in dem Investitionsbedingungen für Erneuerbare Energien beurteilt werden, liegt Chile unter 110 Schwellen- und Entwicklungsländern (Emerging Markets) auf Rang 7. Im Vorjahr 2023 war es aber noch Rang 3. Insbesondere die Bürokratie und damit schleppende Genehmigungsverfahren und teilweise stark überlastete Transmissionsnetze sind ein Problem.

Auch 2024 keine Projektverkäufe

Die Umsatzerlöse des Konzerns AustriaEnergy International GmbH waren 2024 mit rund 900.000 Euro ähnlich gering wie 2023 (rund 1,0 Millionen Euro). Das lag daran, dass es im Geschäftsjahr 2024 wie auch 2023 keine Projektverkäufe gab. Im Gegensatz zu den vollkonsolidierten Projekten kann der Konzern bei den Joint Venture-Projekten seine Leistungen laufend verrechnen und so auch ohne Projektverkäufe Umsatzerlöse erzielen.

Auch Chile „kann“ lange Genehmigungsverfahren

Die aktuelle chilenische Regierung legt laut Konzernlagebericht einen Schwerpunkt darauf, die Genehmigungsverfahren für erste Projekte im Bereich grüner Wasserstoff und dessen Derivate sowie im Bereich des ökosozialen Abbaus von Lithium abzuschließen. Dieses erfolge unter maximaler Berücksichtigung von Public-Private-Partnership-Modellen. Nach Angaben der Emittentin „nimmt dies bedauerlicherweise mehr Zeit als erwartet ein“. So sei ihr HNH Grün-Wasserstoffprojekt nach einer Entwicklungszeit von knapp vier Jahren Mitte 2024 bei der Umweltbehörde eingereicht worden, und man hoffe, bis Ende 2025, Mitte 2026 die Hauptgenehmigung zu erhalten. Danach werde es noch weitere ca. sechs bis acht Monate dauern, um eine weitere Genehmigung zu erhalten.

Verzögerungen bei Windparkprojekt

Das Jahr 2024 war laut Konzernlagebericht wie zuvor auch schon 2023 durch das Windprojekt Ancud - ASC7 (inklusive Verhandlungen eines PPA), neue Windprojekte sowie die Verstärkung der Aktivitäten im grünen Wasserstoffbereich geprägt.

Laut Anleiheprospekt von 2023 hatte die Emittentin den Verkauf des Windparks ASC7 schon bis Ende 2023 erwartet. Nun soll der Verkauf in 2025 erfolgen. Im Konzernlagebericht für das Geschäftsjahr 2024 wird erklärt: „Die Entwicklung des Windprojektes ASC 7 dauerte nicht zuletzt auf Grund erneuter technischer Änderungen deutlich länger als erwartet. Daraus, sowie auf Grund der Tatsache, dass die geplante Transaktion nur sehr schleppend voranschritt, ergaben sich Probleme beim Netzanschluss, die letztendlich in einem Neuantrag mündeten.“  Zudem wird gemäß den Angaben im Prognosebericht der Emittentin anders als geplant vermutlich keine Beteiligung ihrerseits an dem Projekt ASC 7 möglich sein.

Hoffnungen liegen auf dem ersten großen Wasserstoffprojekt

Der Schwerpunkt des Unternehmens liegt nach Angaben der Geschäftsführung vom 31.3.2025 aktuell in der Weiterentwicklung des Wasserstoffprojektes HNH-Energy, dem Beginn von Phase II des Wasserstoffprojektes und im Aufbau einer neuen Pipeline aus Photovoltaik- und Windprojekten und einer entsprechenden personellen Verstärkung der Gruppe. Der Konzern beschäftigte im Jahr 2024 im Durchschnitt 15 Angestellte (2023: 14).

Erste Umsatzerlöse werden laut Konzernlagebericht, abgesehen vom Verkauf des Windparkprojektes, ab 2026 durch den Verkauf der Anteile am ersten HNH-Grün-Wasserstoff/Grün-Ammoniak-Projekt in Höhe von ca. 29 Millionen US-Dollar erwartet.

Das mittelfristig geplante starke Wachstum in den Jahren ab 2025 soll auch durch die Aufnahme von langfristigem Fremdkapital (Green Bond und andere) erfolgen. Gemäß den Angaben im Konzernlagebericht ist die Finanzierung der Weiterentwicklung der aktuellen Projekte für die erste Hälfte 2025 gesichert.

ECOreporter hat den Green Bond von AustriaEnergy 2023 hier ausführlich analysiert.

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