So soll die geplante Fertigungshalle von Fenecon aussehen. Crowd-Investoren können sich an der Finanzierung beteiligen. / Grafik: Fenecon

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Zweitnutzung von Batterien: Anleihe der Fenecon GmbH mit 5,4 % Zins startet

Die Fenecon GmbH ist auf Stromspeichersysteme spezialisiert. Nun will das Unternehmen gebrauchte Elektroautobatterien für eine Zweitnutzung aufbereiten. Um insbesondere den Bau einer Fertigungshalle zu finanzieren, bietet Fenecon eine Anleihe mit einem Zinssatz von 5,4 Prozent pro Jahr bei einer Laufzeit von rund sieben Jahren an. Eine Zeichnung ist ab 250 Euro über die Plattform GLS Crowd möglich. ECOreporter hat sich das Angebot näher angesehen.

Anbieterin und Emittentin der Schuldverschreibungen „Unternehmensanleihe FENECON 5,40% 2022 2029“ ist die Fenecon GmbH aus Deggendorf in Bayern. Das Unternehmen wurde 2011 von Franz Josef Feilmeier (Jahrgang 1982) gegründet, der seitdem auch Geschäftsführer ist. 2016 erfolgte die Umwandlung von einer GmbH & Co. KG in eine GmbH.

Geschäftstätigkeit der Fenecon GmbH ist laut Unternehmensregister die Errichtung und Projektierung von Anlagen zur Erzeugung und Speicherung von Strom, der Handel mit Batterien, Photovoltaikmodulen, Wechselrichtern und Zubehör sowie von energieeffizienten Beleuchtungen. Fenecon ist laut Wertpapier-Informationsblatt (WIB, Stand: 11.4.2022) seit zehn Jahren im Markt für Stromspeichersysteme und Energiemanagementlösungen aktiv. Das Unternehmen entwickelt nach eigenen Angaben Stromspeichersysteme für Eigenheime, Gewerbe und Industrie in sämtlichen Größen- und Leistungsklassen.

Wie hat sich der Gewinn entwickelt?

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Die Fenecon GmbH hat laut Gewinn- und Verlustrechnung (GuV) im Geschäftsjahr 2021 ein Rohergebnis von rund 5,0 Millionen Euro erwirtschaftet (2020: rund 3,7 Millionen Euro). Der Jahresüberschuss für 2021 beträgt rund 120.000 Euro (2020: rund 390.000 Euro). Bei einer Bilanzsumme von rund 10,5 Millionen Euro lag die Eigenkapitalquote zum 31. Dezember 2021 bei rund 25 Prozent (Ende 2020: rund 29 Prozent).

Wozu dient das Anlegerkapital?

Das Emissionsvolumen der Anleihe beträgt 3 Millionen Euro. Insgesamt betragen die Emissionskosten laut WIB bei Vollplatzierung bis zu 245.923 Euro, sodass Fenecon als Nettoemissionserlös maximal 2.754.077 Euro verbleiben.

Die Emittentin möchte laut WIB mit dem Nettoemissionserlös sogenannte Second-Life-Speicher (gebrauchte Elektroautobatterien, die bereits in Elektrofahrzeugen im Einsatz waren) für ca. 750.000 Euro einkaufen und eine Fertigungshalle errichten (Kosten ungefähr 1,5 Millionen Euro). Dort soll das heterogene Ausgangspotenzial von Elektrofahrzeugbatterien so standardisiert für den Einsatz in mobilen und stationären Speichern nutzbar gemacht werden, dass ein effizienter Second-Life-Batteriemarkt als Wertschöpfungsstufe zwischen der Nutzung im Fahrzeug und dem letztendlichen Recycling entsteht.

Die Emittentin plant, die Fertigungshalle auf einem bereits erworbenen Grundstück in der Nähe ihres Hauptsitzes zu errichten. Der Zeitplan sieht laut WIB vor, dass der Bau spätestens im Herbst 2022 beginnen soll und die Fertigstellung voraussichtlich im Dezember 2023 erfolgt. Die Erteilung des Bauauftrags ist im Juli 2022 geplant.

Laufzeit und Zinssatz

Der Zinssatz der Anleihe beträgt 5,4 Prozent pro Jahr bei einer Laufzeit bis zum 30. Juni 2029.  Die Rückzahlung der Anleihe soll in vier Teilnennbeträgen (jeweils 25 Prozent) erfolgen. Die Teilnennbeträge sind jeweils zusammen mit den Zinsen am Zinszahlungstag fällig, erstmals einen Bankarbeitstag nach dem 30. Juni 2026.

Erstmals zum 30. Juni 2026 (und danach jährlich) ist die Emittentin auch berechtigt, die Anleihe mit einer Kündigungsfrist von sechs Monaten vorzeitig zu kündigen und zurückzuzahlen. Im Fall einer vorzeitigen Kündigung ist Fenecon laut WIB verpflichtet, 50 Prozent der Zinsen zu zahlen, die bis zum Laufzeitende noch angefallen wären.

Hohe Risiken

Der wirtschaftliche Erfolg der Emittentin hängt laut WIB von mehreren Einflussgrößen ab, insbesondere von der erfolgreichen Weiterentwicklung und Vermarktung der angebotenen Stromspeichersysteme. Bei dem Vorhaben, das Fenecon mit dem einzuwerbenden Anleihekapital finanzieren will, besteht unter anderem das Risiko, dass der Bau der Fertigungshalle teurer wird und länger dauert als geplant. Auch bei der geplanten Beschaffung von gebrauchten Elektrofahrzeugbatterien kann es zu Verzögerungen und Engpässen kommen. Beispielsweise ist es möglich, dass Automobilkonzerne große Kapazitäten im Bereich der Zweitnutzung von Autobatterien aufbauen und die Emittentin im Wettbewerb mit kapitalstarken Konkurrenten künftig nicht bestehen kann.

Es ist zudem möglich, dass sich die Technologien im Bereich Energiespeicherung und Batterien (und deren Recycling) innovativ weiterentwickeln. In Verbindung mit einem veränderten Preisgefüge könnte das zur Folge haben, dass die von Fenecon angebotenen Produkte für Kunden weniger interessant werden.

Wenn die Emittentin geringere Einnahmen und/oder höhere Ausgaben als erwartet zu verzeichnen hat, kann sie zahlungsunfähig werden oder in Überschuldung geraten. Für Anlegerinnen und Anleger besteht ein erhebliches Risiko, dass sie ihr eingesetztes Kapital teilweise oder vollständig verlieren.

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