Einfach E-Mail-Adresse eintragen und auf "Abschicken" klicken - willkommen!

Baut TSMC lieber in den USA als in Japan?
Der weltgrößte Chip-Auftragsfertiger Taiwan Semiconductor Manufacturing (TSMC) verschiebt offenbar den Bau einer neuen Fabrik in Japan, um stattdessen Werke in den USA schneller zu errichten. Hintergrund sind die drohenden US-Zölle auf importierte Halbleiter.
Laut einem Bericht des „Wall Street Journal“ wird der zweite Standort von TSMC in Japan später als geplant fertiggestellt, weil der Konzern seine neuen US-Werke im Bundesstaat Arizona vorziehen will. In den Vereinigten Staaten hergestellte Chips sind nicht von den Strafzöllen betroffen, mit denen US-Präsident Donald Trump immer wieder ausländischen Produzenten droht. TSMC hatte deshalb im März angekündigt, 100 Milliarden Dollar in US-Werke zu investieren.
TSMC möchte unabhängiger von Taiwan werden
Nach Veröffentlichung des Zeitungsberichts teilte das Management mit, die Investitionspläne in den USA hätten keine Auswirkungen auf bestehende Vorhaben des Konzerns in anderen Ländern. Die Errichtung der zweiten Fabrik in Japan verzögert sich auch, weil es auf den Zufahrtsstraßen häufig zu Staus kommt und möglicherweise noch neue Straßen gebaut werden sollen.
Lesen Sie auch unsere umfangreichen Dossiers zu nachhaltigen Chip-Aktien und zu KI-Aktien.
Wie ECOreporter die TSMC-Aktie aktuell einschätzt, erfahren Sie im Premium-Bereich.
Der folgende Premium-Inhalt ist aufgrund des Artikelalters nun frei verfügbar.
Die TSMC-Aktie befindet sich seit Ende April in einer Aufwärtsbewegung. Auf drei Monate gesehen hat sie 47 Prozent an Wert gewonnen. Auch langfristig ist sie sehr gut gelaufen: In den letzten drei Jahren hat sie 168 Prozent zugelegt, in den letzten fünf Jahren 286 Prozent. Aktuell kostet das Papier im Tradegate-Handel 197,80 Euro (Stand 7.7.2025, 10:09 Uhr).
TSMC steht wirtschaftlich sehr gut da, in den ersten fünf Monaten dieses Jahres stieg der Umsatz um 43 Prozent zum Vorjahr (ECOreporter berichtete hier). Der Konzern ist mit einem Weltmarktanteil von ungefähr zwei Dritteln der mit Abstand größte Chip-Auftragsfertiger der Welt und profitiert schon seit geraumer Zeit von der hohen Nachfrage nach Hochleistungs-Chips für KI-Anwendungen.
Trump ist nicht das einzige Problem
TSMC arbeitet schon länger daran, einen Teil seiner Produktion ins Ausland zu verlegen. Das soll nicht nur die Risiken durch die unberechenbaren Entscheidungen Donald Trumps reduzieren, sondern ist auch eine Reaktion auf die Gefahr durch China. Die Volksrepublik sieht das de facto unabhängige Taiwan als abtrünnige Provinz an. Es gibt schon länger die Befürchtung, dass China versuchen könnte, die Insel zu annektieren oder abzuriegeln. Das könnte die westliche Welt von der Versorgung mit Hochleistungschips abschneiden.
Allerdings werden noch Jahre vergehen, bis TSMC eine nennenswerte Fertigung außerhalb Taiwans aufgebaut hat. ECOreporter sieht daher weiterhin erhöhte politische Risiken für den Konzern. Die Aktie bleibt vorerst ein Investment für mutige Anlegerinnen und Anleger. Zu teuer ist sie nicht: Das erwartete Kurs-Gewinn-Verhältnis (KGV) für 2025 liegt bei vertretbaren 19.
Taiwan Semiconductor Manufacturing Company Ltd. ADR: ISIN US8740391003 / WKN 909800
(Aktuelle Kursdaten zu der Aktie erhalten Sie, wenn Sie auf das Symbol hinter der WKN klicken.)