Börsenindizes bilden die Wertentwicklung eines bestimmten Aktiensegments ab - wie etwa des DAX, des S&P 500 oder des Nikkei. Börsenindizes gibt es auch in grün. / Foto: Fotolia

12.05.20 Aktientipps , Nachhaltige Aktien , Fonds / ETF

Von minus 45 % bis plus 40 %: Die wichtigsten grünen Börsenindizes

Wie gut entwickeln sich nachhaltige Aktien? Erneuerbare-Energien-Aktien? Elektromobilitäts-Aktien? ECOreporter stellt die wichtigsten nachhaltigen Aktienindizes vor – von ganz groß bis ganz klein.

Wer die Wahl hat, hat die Qual: Allein der Frankfurter Indexanbieter Solactive hat mittlerweile mehr als 11.000 Börsenindizes im Programm. Der weltgrößte Anbieter, das US-Unternehmen MSCI, kommt sogar auf mehr als 200.000 Börsenbarometer – darunter auch einige mit nachhaltiger Ausrichtung.

Grüne Aktienindizes enthalten eine Auswahl an nachhaltig und sozialverträglich wirtschaftenden Unternehmen. Es gibt sie in ganz groß, wie etwa den Dow Jones Sustainability World, der auf fast 1.000 weltweit agierende Konzerne setzt. Oder in ganz klein, wie den Aktienindex Öko-Dax, der gerade mal zehn Aktien von kleinen deutschen Unternehmen hält.

Nachhaltigkeitsindizes gelten als praktikable Wegweiser durch den Dschungel des nachhaltigen Investments. Denn ein nachhaltiger Aktienindex enthält eine Auswahl an grünen börsennotierten Unternehmen. Beim näheren Hinsehen zeigt sich jedoch: Viele Indizes sind bei Weitem nicht so umweltverträglich und ethisch, wie die Anbieter vorgeben. Welche Aktienindizes gibt es, und in welche Firmen investieren sie? Die Wertentwicklung der nachhaltig ausgerichteten Indizes hat ECOreporter im Premium-Bereich in einer Tabelle für Sie zusammengefasst.

Große Nachhaltigkeitsindizes

Große nachhaltige Aktienindizes setzen auf Blue Chips – also auf Unternehmen mit einem hohen Börsenwert. Manche von ihnen gibt es seit mehr als 20 Jahren.

Dow Jones Sustainability World: Nachhaltig ausgerichteter Börsenindex seit 1999

Schon seit 1999 gibt es die Dow Jones Sustainability-Nachhaltigkeitsindizes (DJSI). Das US-Verlagshaus Dow Jones hat die Indizes zusammen mit SAM (Sustainable Asset Management) gestartet. SAM gehört mittlerweile zur US-Ratingagentur S&P Global.

Es gibt eine ganze Familie dieser Indizes. Sie folgen dem sogenannten Best-in-Class-Prinzip, nehmen also die nachhaltigsten Unternehmen ihrer Branche auf. Der Hauptindex ist der Dow Jones Sustainability World (DJSI World). In ihm enthalten sind z.B. Microsoft, Nestlé, Coca-Cola und der Ölkonzern Total (Stand: Mai 2020). Man sieht: Auch die nachhaltigsten Unternehmen einer Branche müssen nicht gerade grün sein. In die Wertentwicklung fließen neben den Kursgewinnen auch die Dividenden ein. Es handelt sich bei dem Index deshalb um einen sogenannten Performance-Index.

FTSE4Good: Best-in-Class-Indizes mit Ausschlusskriterien

Seit 2001 gibt es die FTSE4Good-Indizes des britischen Indexanbieters FTSE Russell, einer Tochter der London Stock Exchange Group. Die 4 im Namen wird "for" gesprochen, also auf Deutsch "FTSE für gut". Die Indizes folgen ebenfalls dem Best-in-Class-Prinzip. Atomkraft, Kohle, Tabak und Waffen sind ausgeschlossen.

Insgesamt 15 nachhaltige Indizes sind mittlerweile im Programm, mit unterschiedlichen Schwerpunkten, etwa auf europäische, US-amerikanische und asiatische Aktien. Einer der größten Unter-Indizes ist der FTSE4Good Developed Index. Er bildet die Wertentwicklung der 957 größten nachhaltigen Unternehmen der Industrieländer ab. Basis für den Index sind die Unternehmen aus dem FTSE Developed Index.

Der Nachhaltigkeits-Index enthält Unternehmen wie Microsoft, Apple, Google und Adobe sowie die Bank of America und den Kreditkartenanbieter Visa.

MSCI KLD 400 Social Index: Einer der ältesten nachhaltigen Indizes

Der MSCI KLD 400 Social Index geht auf den 1990 aufgelegten Domini 400 Social zurück – einen Index, den das US-Nachhaltigkeits-Analysehaus KLD entwickelt hat. Der Basisindex für den MSCI KLD 400 ist der MSCI USA IMI.

Im MSCI KLD 400 Social sind gut 400 Unternehmen vertreten. Ausschlusskriterien sind Alkohol, Glücksspiel, Tabak, Kernkraft, Pornografie und Rüstung. Schwerpunkt des Index ist das soziale Engagement der Unternehmen und der Umgang mit den Mitarbeitern. Ehe ein Unternehmen in den Index aufgenommen wird, muss es eine mindestens durchschnittliche Nachhaltigkeitsbewertung vom Indexanbieter MSCI erhalten. Darüber hinaus dürfen die Unternehmen im Index nicht in kontroverse Geschäftspraktiken verwickelt sein.

Der MSCI KLD 400 Social ist technologielastig: Mehr als 20 Prozent der enthaltenen Unternehmen gehören dem IT-Sektor an. Die größte Position ist Microsoft, gefolgt von Facebook und der Google-Mutter Alphabet. Die Wertentwicklung berücksichtigt die ausgeschütteten Dividenden.

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