2G Energy sieht seine Zukunft im Geschäft mit Wasserstoff-Blockheizkraftwerken. / Foto: Unternehmen

  Nachhaltige Aktien

Blockheizkraftwerk-Aktie: 2G Energy steigert Umsatz, erhöht Prognose

Die 2G Energy AG profitiert weiterhin von günstigen Marktbedingungen für ihre Blockheizkraftwerke (BHKW). Auch für die nächsten Jahre rechnet das Unternehmen aus Heek im Münsterland mit steigender Nachfrage. Wie aussichtsreich ist die Aktie?

2G Energy setzte im dritten Quartal 2022 nach vorläufigen Zahlen rund 79 Millionen Euro um. Das entspricht einem Plus von fast 50 Prozent zum Vorjahreszeitraum. Im Neuanlagen-Geschäft stieg der Umsatz um 60 Prozent, in der Service-Sparte betrug der Zuwachs 44 Prozent.

Der Auftragseingang lag bei knapp 38 Millionen Euro nach 44 Millionen Euro im Vorjahr. Unternehmensangaben zufolge sind derzeit vor allem BHKW gefragt, die mit Biogas oder Wasserstoff betrieben werden können. Angaben zum Quartalsgewinn macht 2G Energy nicht.

„Unsere Technologieoffenheit bei den Brennstoffen, also die Möglichkeit, je nach Kundensituation und Verfügbarkeit Wasserstoff, Biogas, Erdgas oder sogar einen Mix zu verwerten, erweist sich als strategischer Vorteil“, sagt 2G Energy-Chef Christian Grotholt. „Im Markt setzt sich langsam die Erkenntnis durch, dass ein vorzeitiges Ende des fossilen Zeitalters mit unseren flexiblen Motorkonzepten ideal zu bewältigen ist, da ein Brennstoffwechsel jederzeit und kurzfristig möglich ist.“

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Grotholt geht für 2022 weiterhin von einem Jahresumsatz zwischen 290 und 310 Millionen Euro aus. 2023 soll der Umsatz auf 310 bis 350 Millionen Euro steigen, 2024 dann auf bis zu 390 Millionen Euro. Bislang hatte 2G Energy für 2024 lediglich mit 330 Millionen Euro kalkuliert. Wegen gestiegener Kosten soll die Gewinnmarge vor Zinsen und Steuern (EBIT-Marge) dann aber nur 8,5 bis 10 Prozent betragen. Bisher lag die Erwartung bei 10 Prozent. Für 2022 rechnet das Unternehmen mit einer EBIT-Marge von 6 bis 8 Prozent.

Nach zuvor hohen Kurszuwächsen befindet sich die Aktie von 2G Energy seit April in einer Abwärtsbewegung. Auf drei Monate gesehen hat sie 4,4 Prozent verloren, im Jahresvergleich liegt sie knapp 26 Prozent im Minus. Langfristig steht die Aktie weiterhin sehr gut da: Auf fünf Jahre hat sie 311 Prozent gewonnen.

Zukunftsmarkt Wasserstoff

2G Energy profitiert eigenen Angaben zufolge aktuell deutlich von der Situation an den Energiemärkten. Gerade bei hohen Gaspreisen steige die Wirtschaftlichkeit der BHKW enorm, die zudem eine potenziell klaffende Lücke bei der Wärmeversorgung schließen könnten. BHKW seien zudem schnell verfügbar und binnen weniger Monate errichtet. Auch seien keine großen Bürokratie-Hindernisse zu überwinden.

Bei Wasserstoff-BHKW sieht sich 2G Energy als Weltmarktführer. Der Konzern beliefert ausschließlich Geschäftskunden und hat auch nicht vor, in den Markt für Privathaushalte einzusteigen. Hier seien BHKW nicht nachhaltig, so Finanzchef Friedrich Pehle. Die Wartungskosten etwa seien deutlich zu hoch.

ECOreporter sieht weiterhin Potenzial bei 2G Energy. Allerdings bleiben angesichts der unklaren mittelfristigen Entwicklungen im Energiesektor Unwägbarkeiten. Vor diesem Hintergrund ist die Aktie mit einem erwarteten Kurs-Gewinn-Verhältnis für 2022 von 27 nicht günstig. Defensive Anlegerinnen und Anleger sollten auf weitere Rücksetzer warten.

Lesen Sie auch das ausführliche ECOreporter-Interview mit 2G Energy: Energiekrise in Deutschland - „An Blockheizkraftwerken führt kein Weg vorbei“.

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