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Chiphersteller STMicroelectronics rutscht in die Verlustzone
Der italienisch-französische Chiphersteller STMicroelectronics hat im zweiten Quartal 2025 einen deutlichen Umsatzrückgang verzeichnet und rote Zahlen geschrieben. Die Aktie bricht nach einer längeren Erholungsphase ein.
Der Umsatz von STMicroelectronics sank im Zeitraum April bis Juni um 14 Prozent zum Vorjahr auf 2,8 Milliarden US-Dollar. Der Konzern leidet weiter unter der Schwäche im Automobilgeschäft. Die Erlöse lagen aber leicht über dem Mittelwert der eigenen Prognose, wie das Unternehmen betonte.
Restrukturierungskosten und Abschreibungen belasten
Das Bruttoergebnis sank im Vergleich zum Vorjahreszeitraum um 29 Prozent auf 926 Millionen Dollar. Gegenüber dem ersten Quartal 2025 konnten Ergebnis und Umsatz aber um 10 Prozent gesteigert werden. Die Bruttomarge lag mit 33,5 Prozent rund 6 Prozent unter dem Vorjahreswert.
Lesen Sie auch unseren zweiteiligen Überblick über nachhaltige Chip-Aktien.
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Unter dem Strich rutschte STMicroelectronics in die roten Zahlen. Das Unternehmen verzeichnete einen Nettoverlust von 97 Millionen Dollar. Im Vorjahr war noch ein Gewinn von 353 Millionen Dollar angefallen, auch im ersten Quartal hatte das Unternehmen noch schwarze Zahlen geschrieben.
Hauptgrund für den Verlust ist, dass STMicroelectronics 190 Millionen Dollar etwa für die Restrukturierung und für Abschreibungen verbuchen musste. Ohne diese einmaligen Belastungen wäre laut Unternehmen ein positives Ergebnis möglich gewesen.
Der Konzern will bis 2027 seine weltweite Fertigungsstruktur neu ausrichten und dabei Werke schließen oder umbauen. Außerdem sollen insgesamt rund 5.000 Stellen gestrichen werden. So will man jährlich einen hohen dreistelligen Millionenbetrag einsparen.
Für das dritte Quartal erwartet STMicroelectronics einen Umsatz von 3,2 Milliarden Dollar, was einem Anstieg von knapp 15 Prozent gegenüber dem Vorquartal entsprechen würde. Die Bruttomarge soll stabil bei 33,5 Prozent liegen. Wie das Unternehmen betonte, berücksichtigt die Prognose "keine Auswirkungen möglicher weiterer Änderungen der globalen Handelszölle gegenüber der aktuellen Situation".
Die in den letzten Jahren gebeutelte Aktie von STMicroelectronics befand sich seit April auf Erholungskurs. Grund für die Zugewinne waren vor allem optimistische Äußerungen von Konzernchef Jean-Marc Chery. ECOreporter berichtete hier.
Aktie bricht zweistellig ein
Nach Mitteilung der Quartalszahlen am gestrigen Donnerstag brach die Aktie allerdings um 17 Prozent ein und gab einen Teil der Gewinne aus den letzten drei Monaten wieder ab. Aktuell ist die Aktie im Xetra-Handel wieder 1 Prozent im Plus zum Vortag und notiert bei 22,71 Euro (Stand: 25.7.2025, 10:41 Uhr). Auf Monatssicht ging es für den Kurs um 11,8 Prozent abwärts, im Jahresvergleich hat die Aktie 29,1 Prozent an Wert verloren.
ECOreporter sieht bei STMicroelectronics grundsätzlich realistische Chancen auf dauerhaft steigende Umsätze und damit auch höhere Gewinne. Der Konzern ist breit aufgestellt und verfügt in vielen Bereichen über eine gute Marktposition. Bisher hatte das Unternehmen auch solide schwarze Zahlen verbucht. Nun muss sich zeigen, dass ohne die Belastung durch Sondereffekte wieder die Rückkehr in die Gewinnzone gelingen kann. Zudem bleibt abzuwarten, ob der Konzernumbau die erhofften Erfolge bringt.
Ein zusätzliches Risiko sind neben der US-Handelspolitik die unsicheren Perspektiven auf dem wichtigen chinesischen Chip-Markt, der zunehmend versucht, unabhängiger von westlichen Halbleitern zu werden. Vor diesem Hintergrund ist das erwartete Kurs-Gewinn-Verhältnis (KGV) der Aktie mit 43 für 2025 sehr hoch. Für 2026 wird es bei deutlich moderateren 20 erwartet. ECOreporter schätzt die Aktie aktuell nur als Investment für geduldige und risikoaffine Anlegerinnen und Anleger ein, die mit unruhigen Kursverläufen leben können.
STMicroelectronics N.V.: ISIN NL0000226223 / WKN 893438
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