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Cochlear senkt Prognose – Aktie verliert
Der australische Hörimplantate-Hersteller Cochlear erwartet im laufenden Geschäftsjahr 2024/25 (Juli bis Juni) weniger Gewinn. Für die Aktie des Konzerns geht es abwärts.
Wie Cochlear mitteilte, rechnet der Konzern nun für das Gesamtjahr mit einem um Sondereffekte bereinigten Nettogewinn zwischen 390 und 400 Millionen Australischen Dollar (222 bis 227 Millionen Euro). Bislang hatte das Unternehmen einen bereinigten Gewinn am unteren Ende der ursprünglichen Prognosespanne von 410 bis 430 Millionen Dollar erwartet.
Service-Geschäft läuft schlechter
Bereits nach Präsentation der Zahlen zum ersten Halbjahr 2024/25 war Cochlear beim Ausblick pessimistischer geworden, das hatte zu empfindlichen Rücksetzern bei der Aktie geführt. Auch die aktuelle Prognose würde allerdings einen leichten Anstieg gegenüber dem bereinigten Nettoergebnis von 387 Millionen Dollar im Geschäftsjahr 2023/24 bedeuten.
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Wie das Unternehmen erklärte, wurde in den vergangenen Monaten "nach zwei Jahren starken Wachstums" in der Sparte "Services" ein zweistelliger Umsatzrückgang verzeichnet. Ursprünglich hatte Cochlear nur ein einstelliges Minus erwartet.
Im Services-Segment bietet der Konzern insbesondere den Wechsel auf ein neueres Hörprozessor-Modell für Bestandskunden an. Hörprozessoren sind der äußere Teil eines Cochlea-Implantats, das im Innenohr eingesetzt wird. In den vergangenen zwei Jahren hatte Cochlear hier von der Einführung des Hörprozessor-Modells Nucleus 8 profitiert.
Bei seinen Cochlea-Implantaten erwartet das Unternehmen zwar weiterhin einen Anstieg um rund 10 Prozent, doch konzentriert sich dieses Wachstum demnach auf die margenschwächeren Schwellenländer. In den entwickelten Märkten, etwa den USA, fiel das Wachstum in den letzten zwölf Monaten hingegen schwächer aus als erwartet. Teils verlor der Konzern auch Marktanteile, wie Cochlear selbst mitteilte.
Am gestrigen Mittwoch verlor die Cochlear-Aktie nach der Prognosesenkung rund 4 Prozent. Aktuell ist sie im gettex-Handel 0,5 Prozent im Plus zum Vortag und kostet 153,26 Euro (Stand: 12.6.2025, 10:43 Uhr). Im Monatsvergleich hat sich die Aktie praktisch nicht bewegt, auf Jahressicht büßte sie 23,7 Prozent an Wert ein.
Neue Implantate-Generation
Für die Zukunft setzt Cochlear vor allem auf das in diesem Monat am Markt startende Implantat Nucleus Nexa, das mit einem vom Unternehmen selbst entwickelten Betriebssystem läuft. Das soll etwa fortlaufende Updates ermöglichen und einen "bedeutenden Fortschritt für die Patientenversorgung und den Komfort" bringen. Die Einführung neuer Hörprozessoren soll in den kommenden Monaten auch das Servicegeschäft wieder ankurbeln.
Die Aktie von Cochlear war nach einer längeren Wachstumsphase im Juni letzten Jahres eingebrochen. Zwischen September und Januar konnte sich der Kurs dann etwas stabilisieren, bevor Anfang 2025 der nächste Absturz folgte. Seit einer leichten Erholung im April bewegt sich die Aktie aktuell vor allem seitwärts.
Trotz der teils erheblichen Schwankungen konnte die Aktie in den vergangenen fünf Jahren um knapp 31 Prozent zulegen. Mit einem erwarteten Kurs-Gewinn-Verhältnis von 45 für das laufende Geschäftsjahr 2024/25 ist sie aber auch teuer. Wer hier einsteigen möchte, braucht einen sehr langen Atem. Defensiven Anlegerinnen und Anlegern rät ECOreporter aktuell nicht zum Kauf.
Cochlear Ltd.: ISIN AU000000COH5 / WKN 898321
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