Der Fonds klimaVest investiert in Wind- und Solarparks. Mit angeblichen Auswirkungen auf den persönlichen CO2-Fußabdruck werben darf er nicht mehr. / Symbolfoto: Pixabay

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Commerz Real unterliegt vor Gericht: Nachhaltigkeits-Werbung war irreführend

Die Verbraucherzentrale Baden-Württemberg hatte die Fondsgesellschaft Commerz Real im Oktober wegen „fragwürdiger Nachhaltigkeitsversprechen“ verklagt. Das Landgericht Stuttgart gab der Klage jetzt statt, Commerz Real hat die Online-Informationen zu ihrem Klimafonds klimaVest bereits angepasst.

Laut der Verbraucherzentrale bewarb Commerz Real den klimaVest mit einem CO2-Rechner, mit dem Interessenten ihren angeblichen CO2-Fußabdruck berechnen konnten. In einem zweiten Schritt habe der Rechner ermitteln wollen, mit welchem Anlagebetrag dieser CO2-Ausstoß ausgeglichen werden könne. Beides suggeriere auf irreführende Weise „ganz konkrete Auswirkungen“ der Anlageentscheidung auf den eigenen CO2-Fußabdruck. Zudem seien die Abfragekriterien des CO2-Rechners gar nicht geeignet, einen exakten CO2-Wert zu berechnen, so die Verbraucherschützer.

Nur eine Hilfestellung?

Commerz Real erklärte im Oktober in einer Stellungnahme, die Berechnung des Fußabdrucks sei lediglich „eine erste Orientierung und Hilfestellung, um die Thematik greifbarer zu gestalten“. Weil die zur Commerzbank-Gruppe gehörende Fondsgesellschaft weiterhin mit ihren CO2-Angaben werben wollte und eine Unterlassungserklärung nicht unterschrieb, reichte die Verbraucherzentrale Klage ein.

Am 31. Januar gab das Landgericht Stuttgart der Klage statt (Aktenzeichen: 36O92/21KfH) und untersagte Commerz Real unter anderem, einen direkten Zusammenhang zwischen einer bestimmten Anlagesumme und einer definierten angeblichen Verringerung des persönlichen CO2-Fußabdrucks herzustellen. Außerdem sei nicht deutlich genug gemacht worden, dass der tatsächlich vermiedene Ausstoß an Treibhausgasen durch die im Fonds enthaltenen Solar- und Windkraftanlagen vom angestrebten Ziel abweichen könne.

Commerz Real teilte nach der Urteilsverkündung mit, man habe die vom Gericht angeordneten Änderungen der Fonds-Werbung bereits Ende Dezember vorgenommen und sei „zufrieden“, die „angestrebte Rechtssicherheit erreicht“ zu haben.

In ähnlichen Fällen von irreführenden Nachhaltigkeitsangaben hatten die Deka Bank und der Smartphone-Banking-Anbieter Tomorrow Unterlassungserklärungen abgegeben.

ECOreporter hat den „klimaVest ELTIF“ hier analysiert.

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