In der Aktienliste des ETFs findet sich etwa der Ölkonzern Total. / Foto: Unternehmen

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ETF-Test: UBS ETF MSCI World Socially Responsible ETF

Der UBS ETF MSCI World Socially Responsible ETF bietet günstige Jahresgebühren. Aber entwickelt sich auch sein Wert gut? Und vor allem: Wie nachhaltig ist der ETF, eignet er sich überhaupt für nachhaltige Anleger?

Der UBS-ETF investiert in 385 Aktien von Unternehmen aus Industriestaaten, dem Namen nach „sozial verantwortlich“. Der zugrunde gelegte Index stammt vom US-Finanzdienstleister MSCI, den ETF aufgelegt hat die Schweizer Großbank UBS. Die Auswahl der Unternehmen im nachgebildeten Index stammt aber ausschließlich von MSCI, die ihre nachhaltigen Indizes von einer hauseigenen Ratingagentur zusammenstellen lassen.

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Finanzen / Risiko:

Auf Sicht von zwölf Monaten hat der ETF 10,1 Prozent an Wert gewonnen. Der globale Vergleichsindex MSCI World schaffte im gleichen Zeitraum nur ein Plus von 6,4 Prozent. Auf fünf Jahre gesehen hat der ETF um 38,5 Prozent zugelegt. Das sind 5,3 Prozent mehr als der MSCI.

Über einen Zeitraum von drei Jahren schwankte der UBS-ETF stärker als vergleichbare ETFs. Die jährlichen Gebühren sind mit 0,25 Prozent etwas günstiger als bei ähnlichen ETFs anderer Anbieter. Die empfohlene Haltedauer beträgt mindestens fünf, besser sieben Jahre.

Nachhaltigkeitskonzept:

Der ETF wählt seine Aktien nach dem Best-in-Class-Prinzip aus. Investierbar sind die nachhaltigsten 25 Prozent der Unternehmen aus dem MSCI World. Laut Angaben des Indexanbieters dürfen die Unternehmen im ETF nicht in schwerwiegende Kontroversen verwickelt sein. Die Nachhaltigkeitsanalysen erstellt nicht die UBS, die den ETF aufgelegt hat, sondern die Ratingagentur MSCI ESG Research, eine MSCI-Tochter.

Ausschlusskriterien:

Der ETF schließt grundsätzlich Investments in Unternehmen aus, die Umsätze mit Gentechnik erzielen. Ebenso außen vor bleiben Unternehmen, die im Uranabbau oder der Entwicklung von Kernkraftreaktoren tätig sind sowie Hersteller nuklearer, biologischer und chemischer Waffen und Produzenten von Streubomben und Landminen.

Ausgeschlossen sind außerdem Unternehmen, die 5 Prozent oder mehr ihres Umsatzes mit militärischen Waffen generieren. Diese 5-Prozent-Hürde gilt ebenso für Alkohol, Glücksspiel, Pornografie und Kernkraftzulieferer. Eine Grenze von 15 Prozent gilt für Umsätze mit Tabak und Handfeuerwaffen.

Die ECOreporter-Überprüfung der Aktienliste ergab, dass der ETF seine Vorgaben einhält.

Nicht auf der Ausschlussliste sind beispielsweise fossile Energien, Fluglinien, Kohlestrom, Bergbau und Schieferöl-Förderung.


ConocoPhillips: Geschäfte mit Ölplattformen, Foto: imago images / Newport Mining: Wegen Umweltzerstörung in der Kritik, Foto: imago images, Aurora Photos, Peter Essick

So nachhaltig ist dieser ETF:

Der ETF investiert zum Testzeitpunkt in zahlreiche Unternehmen mit klimaschädigendem Geschäftsmodell, darunter Kohlestromerzeuger (NiSource, CMS Energy, WEC Energy), Ölkonzerne (Total, ConocoPhillips) und Schieferölförderer (Cenovus Energy). Für ECOreporter ist fraglich, was Aktien aus diesen Branchen in einem Nachhaltigkeits-ETF zu suchen haben.

Ansonsten investiert der ETF in Aktien von konventionellen Konzernen, unter anderem aus den Bereichen Software (Microsoft, Adobe), Getränke und Nahrungsmittel (PepsiCo, Coca-Cola, McDonald's), Konsumgüter (Procter & Gamble) und Pharma (Roche, Sanofi).

Transparenz:

Die UBS veröffentlicht auf der Homepage des Fonds eine aktuelle Liste aller Aktien, in die der ETF investiert. Das Aktienauswahlprinzip wird dort hingegen nur allgemein und unkonkret beschrieben. Die Ausschlusskriterien sind zwar auf der Internetseite der UBS knapp dargestellt, nicht aber auf der Homepage des Fonds.

Die genaue Beschreibung des Best-in-Class-Prinzips findet sich nicht auf der Seite der UBS, sondern nur auf der Website des US-Unternehmens MSCI und nur auf Englisch. Es gibt keine Informationen über die Nachhaltigkeit der Unternehmen, in die der ETF investiert.

Nachhaltige Wirkung

    Wird die reale Welt nachhaltiger, wenn Sie als Anleger/in in diesen ETF investieren? Das untersucht ECOreporter unter dem Punkt "Nachhaltige Wirkung". Ergebnis: Hier ist eine nachhaltige Wirkung nicht ausreichend nachgewiesen.

    Stärken:

    • Breite Diversifikation
    • Günstige Gebühren

    Schwächen:

    • Investitionen in klima- und umweltschädigende Unternehmen
    • Intransparente Darstellung von Ausschlusskriterien und Nachhaltigkeitskonzept


    Fazit:

    Ein ETF mit ordentlicher Wertentwicklung, der sich nachhaltig gibt, aber in zahlreiche Umwelt- und Klimasünder investiert. Nicht für nachhaltige Anleger geeignet.

    Die ECOreporter-Noten:

    Finanzen: 2,7

    Nachhaltigkeit: 5,0

    UBS ETF MSCI World Socially Responsible ETF

    ISIN LU0629459743 / WKN A1JA1R


    Details zum Benotungssystem von ECOreporter finden Sie hier.

    Daten und Fakten

    Stichtag des Tests: 29.5.2020

    Name des ETFs:

    UBS ETF MSCI World Socially Responsible ETF

    Nachgebildeter Index:

    MSCI World Socially Responsible 5% Issuer Capped Total Return Net

    ISIN LU0629459743 / WKN A1JA1R

    Start des ETFs: 19.8.2011

    Jährliche Gebühren: 0,25 %

    Replikationsmethode: physisch (Indexnachbildung durch Kauf der Aktien)

    Ertragsverwendung: ausschüttend

    Fondsvolumen: 2,34 Milliarden US-Dollar (29.5.2020)

    Internet: www.ubs.com/de

    Totalverlustrisiko: unwahrscheinlich, Teilverluste möglich

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