Finden Anlegerinnen und Anleger mit disem ETF eine Möglichkeit zur weltweiten nachhaltigen Geldanlage? / Foto: Pixabay

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ETF-Test: Xtrackers ESG MSCI World ETF

Der Xtrackers ESG MSCI World ETF verspricht, weltweit in Unternehmen zu investieren, die besonders wenig CO2 ausstoßen. Sind die Auswahlkriterien des ETFs für eine grüne Geldanlage streng genug? Das erfahren Sie im ECOreporter-Test.

ECOreporter hat den ETF im Juni 2020 das erste Mal getestet. Damals erhielt er die Nachhaltigkeitsnote 4,0. Für eine Finanznote war er damals noch zu jung; er startete im April 2018. Wie fällt die Bewertung der Redaktion diesmal aus?

Anbieter des ETFs ist Xtrackers, eine Tochter der Fondsgesellschaft DWS. Die wiederum gehört zur Deutschen Bank. Kein allzu gutes Omen für eine strenge Nachhaltigkeit, denn ein beträchtlicher Teil des Geldes, das Xtrackers und DWS anlegen, steckt in Kohle, Erdöl und Rüstung. Im Januar 2024 durchsuchte die Staatsanwaltschaft wegen Greenwashing-Vorwürfen zum wiederholten Mal Büros der DWS in Frankfurt. ECOreporter berichtete hier.

Finanzen/Risiko

Der ETF hat auf ein Jahr gesehen 31,2 Prozent an Wert gewonnen, der weltweite Aktienindex MSCI World im selben Zeitraum 29,4 Prozent. Über fünf Jahre hat der ETF sehr gute 93,8 Prozent zugelegt, der MSCI World gewann 85,2 Prozent an Wert.

Die Jahresgebühren von 0,2 Prozent sind auch für einen ETF günstig. Die Wertschwankungen fallen niedriger aus als bei vergleichbaren ETFs. ECOreporter empfiehlt bei ETFs meist eine Haltedauer von mindestens fünf, besser sieben Jahren.

Nachhaltigkeitskonzept

Der ETF bildet einen Index des US-Finanzdienstleisters MSCI ab. Damit investiert er weltweit in Aktien von 685 Unternehmen.

Seine Investments wählt der ETF nach dem "Best-in-Class-Prinzip" aus: Um für den ETF infrage zu kommen, müssen Unternehmen zunächst eine bestimmte ESG-Mindestnote besitzen. Eine ESG-Bewertung beurteilt die Leistung eines Unternehmens in den Kategorien Umweltschutz (E wie Environment), Soziales (S wie Social) und gute Unternehmensführung (G wie Governance). Eine verbindliche Definition, wie eine gute ESG-Leistung aussieht, gibt es allerdings nicht.

Anschließend werden die Unternehmen mit der schlechtesten CO2-Bilanz aussortiert. Und zwar so viele, bis das verbleibende Aktienpaket des ETFs insgesamt auf eine CO2-Bilanz kommt, die weniger als halb so hoch ist wie die des nicht-nachhaltigen Aktienindex MSCI World. In diesem stecken etwa auch Ölkonzerne wie Chevron, der Kohlestromerzeuger RWE oder der Flugzeugbauer und Rüstungskonzern Airbus.

Ausschlusskriterien

Der ETF schließt Investments in Unternehmen vollständig aus, die an Geschäften mit geächteten Waffen oder Atomwaffen beteiligt sind oder gegen den UN Global Compact verstoßen, also etwa Menschen- und Arbeitsrechte grob verletzen. Ebenso tabu sind jegliche Unternehmen aus den Bereichen Öl- und Gasförderung.

Wenn Unternehmen des ETFs Umsätze mit der Verarbeitung oder dem Transport von Öl und Gas erzielen, müssen diese unter einer Umsatzschwelle von 5 Prozent liegen. Für Umsätze aus der Erzeugung von Energie aus Atomkraft sowie Öl und Gas gilt eine großzügige Schwelle von 30 Prozent. Bei der Herstellung von Tabakprodukten oder der Erzeugung von Kohlestrom liegt die Grenze bei 10 Prozent. Zusätzliche Einschränkungen gibt es – unabhängig vom Umsatz – etwa für die Kapazität zur Erzeugung von Atom- und Kohlestrom, die ein Unternehmen maximal installiert haben darf. Eine vollständige Übersicht der Ausschlusskriterien erhalten Sie im Premium-Bereich.

Wie nachhaltig sind die Aktien in diesem ETF?

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