Einfach E-Mail-Adresse eintragen und auf "Abschicken" klicken - willkommen!

Ohne Waffen und Rüstung: 10 friedliche ETFs
Nachhaltig investieren und gleichzeitig Rüstungsunternehmen finanzieren? Für viele Anlegerinnen und Anleger ist das ein Widerspruch. Doch ETFs, die Waffen und Rüstung konsequent ausschließen, sind selten. ECOreporter stellt zehn Produkte vor.
Waffen sind kein nachhaltiges Investment. Sie können zwar notwendig sein – Staaten haben ein Recht auf Selbstverteidigung, beispielsweise die Ukraine gegen den russischen Überfall. Nachhaltige Geldanlagen sollen jedoch positive ökologische und soziale Entwicklungen fördern und nicht von Konflikten oder Aufrüstung profitieren.
Waffen und Rüstung sind ein weites Feld
Diese Haltung teilen zahlreiche nachhaltige Institutionen, etwa Kirchenbanken. So bekräftigte etwa die Dortmund Bank für Kirche und Diakonie (KD-Bank) im April noch einmal ihr Nein zu Investments in die Rüstungsindustrie. Zu ihren Argumenten zählt: Verteidigung ist Aufgabe des Staates – nicht der Finanzmärkte oder nachhaltiger Anlegerinnen und Anleger. Hinzu kommt, dass die Rüstungsbranche häufig intransparent agiert und Waffen leicht in die falschen Hände geraten können.
Auch viele nachhaltige Anlegerinnen und Anleger möchten Waffen und Rüstung aus ihren ETFs und Fonds heraushalten. Doch ob entsprechende Geschäfte tatsächlich ausgeschlossen sind, ist oft nicht leicht zu erkennen. Das liegt auch daran, dass Waffen und Rüstung ein breites Spektrum umfasst, vom Atomsprengkopf über Munition bis hin zum Sensor für Raketen. ETFs ordnen solche Aktivitäten meist verschiedenen Kategorien zu. Deshalb lohnt ein genauer Blick darauf, was ein ETF tatsächlich ausschließt – und was nicht.
Im Premium-Bereich stellt ECOreporter zehn ETFs vor, die hier konsequent vorgehen. Und zeigt, wo die Fallstricke liegen.
Der folgende Premium-Inhalt ist aufgrund des Artikelalters nun frei verfügbar.
Geächtete Waffen – immer draußen
Alle ETFs, die sich nachhaltig nennen wollen, müssen geächtete Waffen, insbesondere Streubomben, Antipersonenminen sowie chemische und biologische Waffen, ausschließen. Das schreibt die Europäische Wertpapier- und Marktaufsichtsbehörde ESMA vor. Geschäfte mit Bezug zu Atomwaffen sind ebenfalls tabu, viele ETFs weisen darauf noch einmal gesondert hin.
Für ETFs sind Waffen nicht gleich Waffen
Komplizierter wird es bei "normalen" Waffen, also Handfeuerwaffen und Gewehren. Die meisten ETFs unterscheiden hier noch einmal zwischen "zivilen" und "konventionellen" Schusswaffen. "Zivile" Waffen sind solche für Privatpersonen – also etwa Jäger, Sportschützen und US-Amerikaner. "Konventionelle" Waffen sind für ETFs Waffen für Sicherheitskräfte und Militär. Und dann wird oft noch einmal unterschieden, nämlich zwischen der Herstellung der Waffen sowie ihrem Verkauf und auch der Produktion von Munition.
Nach Ansicht von ECOreporter sind Waffen Waffen. Ein wirklicher Ausschluss liegt nur dann vor, wenn Produktion und Vertrieb in allen Kategorien ausgeschlossen sind. Auch Waffen für Polizei und Militär können in die falschen Hände geraten.
Was Rüstung für einen ETF bedeutet
Richtig knifflig wird es bei Rüstung. Denn was ist Rüstung? Eine Boden-Luft-Rakete, klar. Aber eben auch die Sensoren, mit denen die Rakete ihr Ziel findet. Und die Software zur Steuerung der Waffen. Wenn ETFs Rüstung ausschließen, sind damit eigentlich immer Produkte oder Dienstleistungen gemeint, die speziell für militärische Waffensysteme entwickelt und angeboten werden.
Nicht gemeint sind allerdings "normale Produkte", die ebenfalls in Rüstungsgütern oder vom Militär verwendet werden – also etwa Standard-Halbleiter oder handelsübliche Laptops. Einige ETFs gehen deshalb weiter: Sie beschränken dann Militärverträge insgesamt.
Diese ETFs sind beim Ausschluss von Waffen besonders konsequent (sortiert nach der Strenge der Ausschlüsse)
| ETF-Name | WKN | Wertzuwachs 1 Jahr (%) | Wertzuwachs 3 Jahre (%) | Wertzuwachs 5 Jahre (%) | Ausschluss Waffen | Ausschluss Rüstung | Note Nachhaltigkeit |
| UmweltBank ETF - Global SDG Focus | A3EV2A | 20,6 | * | * | X | X | 2,0 |
| UmweltBank ETF - Green & Social Bonds Euro | A41CHM | 0,1* | * | * | X | X | 2,3 |
| Beyond Investing US Vegan Climate ETF | A2PSA4 | 47,4 | 101,1 | 120,9 | X | X | 3,0 |
| Invesco MSCI Europe Catholic Principles | A0PGVT | 15,6 | 44,2 | * | X | X | 3,7 |
| Deka Euro Prime ESG ETF | ETFL47 | 23,9 | 96,1 | 112,4 | X | 5% | 2,7 |
| Rize Environmental Impact 100 | A3CN9S | 26,3 | 36,1 | * | X | 5% | 1,7 |
| UBS ETF S&P Dividend Aristocrats ESG Elite | A11471 | 17,8 | 40,1 | 41,5 | X | 5% | 2,7 |
| Bantleon Invest Global Challenges Indexfonds-Anteilklasse P | A1T756 | 30,3 | 21,1 | 22,1 | 2% | 5% | 2,3 |
| Xtrackers MSCI World ESG ETF | A2AQST | 20,2 | 60,5 | 80,4 | 5% | 5% | 3,3 |
| Vanguard ESG Global All Cap ETF | A2QL8U | 27,1 | 65,4 | 72,1 | X | - | 3,8 |
Daten ohne Gewähr, Stand 3.6.2026; x = vollständig ausgeschlossen, - = nicht ausgeschlossen, % = ab einem Umsatzanteil von x % ausgeschlossen; *Kursverlauf seit Juli 2025
Komplett tabu sind Waffen und Rüstung im Invesco MSCI Europe Catholic Principles ETF, im Beyond Investing US Vegan Climate ETF und in den beiden Umweltbank-ETFs Gloal SDG Focus und Green & Social Bonds. Der Green & Social Bonds investiert auch in Staatsanleihen, aber nur in Green Bonds, die nachhaltige Projekte finanzieren – es fließt also kein Geld in staatliche Rüstungsprojekte.
Der Deka Euro Prime ESG ETF, der UBS ETF S&P Dividend Aristocrats ESG Elite und der Rize Environmental Impact 100 ETF erlauben Rüstung bis zu einer Umsatzschwelle von 5 Prozent. Umsatzschwelle heißt: Der Anteil entsprechender Geschäfte am Gesamtumsatz eines Unternehmens muss weniger als 5 Prozent betragen. Rize sticht hervor: Hier bezieht sich die Einschränkung nicht nur auf speziell für Waffensysteme gedachte Produkte und Dienstleistungen, sondern auf Militärverträge insgesamt.
Der Bantleon Global Challenges Indexfonds erlaubt Waffen für Sicherheitskräfte und Militär bis zu einer Umsatzschwelle von 2 Prozent, beim Xtrackers MSCI World ESG ETF liegt die Schwelle bei 5 Prozent. Da beide ETFs aber auch Geschäfte mit Rüstungsprodukten und Dienstleistungen in Verbindung mit Rüstung einschränken, sind sie noch immer strenger als viele andere ETFs. Bei einer Umsatzschwelle von 5 Prozent oder weniger wird außerdem kein lupenreiner Waffenhersteller in den ETF gelangen.
Der Vanguard ESG Global All Cap ETF schränkt Rüstung im weiteren Sinne nicht ein, schließt Waffen aber vollständig aus – und nennt dabei auch explizit militärische Waffen. Für einen ETF mit mehr als 5.000 Aktien im Portfolio ist das beachtlich.
Trotz der Konsequenz bei Waffen und Rüstung fallen die Nachhaltigkeitsnoten der ETFs sehr unterschiedlich aus. Zu dem jeweiligen Test gelangen Sie, indem Sie auf die Links in der Tabelle klicken. Eine Liste aller von ECOreporter getesteten ETFs finden Sie hier.