Die DHL Group aus Bonn ist einer der Dividenden-Aristokraten in diesem ETF. / Foto: Unternehmen

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ETF-Test: UBS ETF S&P Dividend Aristocrats ESG Elite

Dieser ETF ist zusammengestellt aus sogenannten Dividenden-Aristokraten, also Unternehmen mit hoher und regelmäßiger Gewinnausschüttung. Beim UBS ETF S&P Dividend Aristocrats ESG Elite sollen diese Firmen auch noch sehr nachhaltig sein. ECOreporter hat nachgeschaut, wie grün das Aktienpaket tatsächlich ist.

Anbieter des ETFs ist die Schweizer Großbank UBS. Diese verfolgt keine übergeordnete und konsequente Nachhaltigkeitsstrategie.

Finanzen/Risiko

Der ETF startete im September 2014. Auf Jahressicht gewann er 2,3 Prozent, der weltweite Aktienindex MSCI World legte im selben Zeitraum 12,2 Prozent zu. Auf fünf Jahre gesehen ist der ETF 19,6 Prozent im Plus, der Kurs des MSCI World stieg um 63,4 Prozent.

Die Jahresgebühren sind mit 0,3 Prozent ETF-typisch günstig. Der Kurs schwankte über die letzten drei Jahre für einen ETF nur wenig. ECOreporter empfiehlt eine Haltedauer von mindestens fünf, besser sieben Jahren.

Nachhaltigkeitskonzept

Der ETF bildet einen Index des US-Finanzkonzerns S&P Global nach. Er investiert weltweit in 93 Unternehmen, die zu den sogenannten Dividenden-Aristokraten gehören sollen. Das sind nach der gängigen (allerdings nicht verbindlichen) Definition Unternehmen, die ihre Dividenden seit mindestens 15 Jahren steigern oder konstant halten. Die Dividendenrendite darf bei den Unternehmen im ETF zudem nicht über 10 Prozent liegen.

Die Konzerne im ETF werden nach einem sogenannten Best-in-Class-Verfahren ausgewählt, dieses ist allerdings schwach. Zunächst müssen Unternehmen eine (beliebige) Nachhaltigkeitsnote der niederländischen Nachhaltigkeits-Ratingagentur Sustainalytics besitzen. In jedem Sektor wird dann lediglich das schlechteste Viertel der Firmen in jedem Sektor ausgeschlossen. Zusätzlich gelten Ausschlusskriterien.

Die Bezeichnung „ESG Elite“ im Namen des ETFs legt eigentlich nahe, dass hier bei der Nachhaltigkeit ganz besonders vorbildliche Unternehmen vertreten sein sollen. Mit „Elite“ hat das Auswahlverfahren auf den ersten Blick aber wenig zu tun.

Ausschlusskriterien

Der ETF schließt unter anderem Investments in Unternehmen aus, die Geld mit geächteten und konventionellen Waffen verdienen. Ausgeschlossen sind auch direkte Geschäfte mit fossilen Energieträgern, also die Förderung von Kohle, Öl- und Gas, die Stromerzeugung damit und ebenso Transport und Raffination. Ebenfalls tabu sind Unternehmen, die Tabakprodukte herstellen, Palmöl produzieren und gegen Menschenrechte verstoßen oder die Umwelt schwer schädigen.

Wenn Unternehmen im ETF Umsätze etwa der Herstellung von Alkohol, dem Verkauf von Tabakprodukten oder dem Angebot von Glücksspiel erzielen, müssen diese unter 5 Prozent des Gesamtumsatzes liegen. Bei Herstellung und Vertrieb von Rüstungsgütern oder bei Dienstleistungen und Technologie für Geschäfte mit fossilen Energieträgern liegt diese Umsatzschwelle bei 10 Prozent.

Anders als bei der Aktienauswahl zeigt sich der ETF also bei den Ausschlüssen streng. Eine Liste der vollständigen Ausschlusskriterien finden Sie im Premium-Bereich.

Wie nachhaltig sind die Aktien in diesem ETF?

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Der ETF investiert gemäß seinen Richtlinien in kein Unternehmen, das direkte Geschäfte mit fossilen Energieträgern macht, Atomstrom erzeugt oder Waffen produziert. Im Aktienpaket finden sich allerdings viele Finanz- und Versicherungskonzerne (z. B. Allianz, Legal & General, Swiss Life, Bank of Nova Scotia), die Umsätze mit der Finanzierung und Versicherung von fossiler Energie und Rüstung erzielen. Finanzdienstleister machen mit 25 Prozent den größten Posten unter den Aktien im ETF aus, von den Ausschlusskriterien sind sie nicht betroffen.

Das Aktienpaket ist insgesamt sehr konventionell zusammengestellt, mit einem Anteil von rund 22 Prozent kommen die meisten Unternehmen aus Japan, dicht dahinter folgen die USA mit 20 Prozent. Zu den zehn größten Positionen gehören der Schweizer Personaldienstleister Adecco, der japanische Forstwirtschaftskonzern Sumitomo Ringyō und die US-Bank Western Union.

Sehr grüne Unternehmen finden sich nicht im Aktienpaket des ETFs. Eine gute Nachhaltigkeitsbilanz bescheinigt ECOreporter etwa dem Düsseldorfer Chemiekonzern Henkel und dem Medizintechnikunternehmen Fresenius aus dem hessischen Bad Homburg. Von den ECOreporter-Favoriten-Aktien der Kategorie Nachhaltige Dividendenkönige finden sich im ETF der Bonner Logistiker DHL Group und der Schweizer Pharmakonzern Roche.

Transparenz

Der Anbieter UBS veröffentlicht das vollständige Portfolio des ETFs auf seiner Webseite. Das Aktienauswahlprinzip und die Ausschlusskriterien stellt die UBS online knapp dar. Der Indexanbieter S&P liefert weitere Informationen zum Auswahlverfahren des abgebildeten Index. Zur Nachhaltigkeit der Aktien im ETF finden Anlegerinnen und Anleger in den öffentlich zugänglichen Dokumenten des ETFs mit vertretbarem Zeitaufwand keine Informationen.

Nachhaltige Wirkung

In einem jährlich erscheinenden "Stewardship Report" (deutsch etwa "Bericht über wahrgenommene Verantwortung") äußert sich die UBS zu ihrem Abstimmungsverhalten bei ESG-Themen. Dabei bietet die Bank eine Übersicht, an welchen Hauptversammlungen sie teilgenommen hat, sowohl in eigener Sache als auch als Stimmrechtsvertreterin für Kunden. Hinzu kommen einzelne Beispiele für das Abstimmungsverhalten bei ausgewählten Unternehmen. Hier äußert die UBS sich auch dazu, inwieweit sie mit den Unternehmen in einen weiterführenden Dialog zu treten beabsichtigt. Weiterführende Informationen zu Inhalt und Ablauf dieser Dialoge finden Anlegerinnen und Anleger in den öffentlich zugänglichen Dokumenten des ETFs mit vertretbarem Zeitaufwand nicht.

Stärken:

  • Günstige Gebühren
  • Geringe Wertschwankungen
  • Strenge Ausschlusskriterien
  • Keine Investments in fossile Brennstoffe
  • Keine Investments in Atomkraft
  • Keine Investments in Waffenherstellung

Schwächen:

  • Schwaches Aktienauswahlverfahren
  • Viele Finanzkonzerne im Aktienpaket

Fazit

Einem schwachen Best-in-Class-Verfahren zur Aktienauswahl stehen strenge Ausschlusskriterien gegenüber. Anlegerinnen und Anleger, die sich nicht an der Vielzahl von Finanzkonzernen stören, finden hier einen sich stabil entwickelnden, konventionellen ETF, in dem viele kritische Geschäftsbereiche außen vor bleiben. Die Wertentwicklung ist solide, vor allem zeichnet der ETF sich durch nur geringe Schwankungen aus.

Die ECOreporter-Noten:

Finanzen: 3,0

Nachhaltigkeit: 2,7

Details zum Benotungssystem von ECOreporter finden Sie hier.

Alle bisherigen ETF-Tests finden Sie hier.

Ausschlusskriterien

Ausschlusskriterien ohne Umsatzschwelle:

  • Geächtete Waffen
  • Herstellung Waffen
  • Kohlebergbau
  • Stromerzeugung Kohle
  • Förderung Öl & Gas
  • Transport/Raffination/Speicherung Öl und Gas
  • Stromerzeugung Öl & Gas
  • Stromerzeugung Atomkraft
  • Herstellung Tabakprodukte
  • Herstellung Pornografie
  • Herstellung Palmöl
  • Verstöße gegen den UN Global Compact

Ausschlusskriterien mit Umsatzschwelle:

  • Serviceprodukte Öl- und Gasförderung (10%)
  • Herstellung Rüstungsgüter (10%)
  • Dienstleistungen/Vertrieb Rüstungsgüter (10 %)
  • Dienstleistungen/Vertrieb Tabakprodukte (5%)
  • Vertrieb Pornografie (5%)
  • Herstellung Alkohol (5%)
  • Dienstleistungen/Vertrieb Alkohol (10%)
  • Angebot Glücksspiel (5%)
  • Dienstleistungen Glücksspiel (10%)

Daten und Fakten

Stichtag des Tests: 11.10.2023

Name des ETFs: UBS ETF S&P Dividend Aristocrats ESG Elite

ISIN: IE00BMP3HG27 / WKN: A11471

Nachgebildeter Index: S&P Developed ESG Elite Dividend Aristocrats Index (Net Return)

Start des ETFs: 4.9.2014

Jährliche Gebühren: 0,3% (Gesamtkosten)

Replikationsmethode: physisch (Indexnachbildung durch Kauf der Aktien)

Ertragsverwendung: ausschüttend

Fondsvolumen: 153 Millionen US-Dollar (10/2023)

Internet: www.ubs.com

Risiko: Totalverlust unwahrscheinlich, Teilverluste möglich

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