Nahverkehrszug von Alstom. Der Konzern hat an er Börse weiterhin Schwierigkeiten. / Foto: Alstom

  Nachhaltige Aktien

Eisenbahnaktie: Neue Milliarden-Aufträge für Alstom

Der französische Eisenbahnbauer Alstom hat zwei neue Großaufträge im Wert von zusammen 1,9 Milliarden Euro erhalten. Kann das der schwächelnden Aktie Auftrieb geben?

Am gestrigen Dienstag meldete Alstom eine Bestellung über 34 elektrisch angetriebene Citadis-Straßenbahnen aus dem kanadischen Quebec City. Der Auftrag hat Konzernangaben zufolge einen Wert von 900 Millionen Euro und umfasst auch Service-Verträge mit einer Laufzeit von 30 Jahren.

Heute gab Alstom bereits den nächsten Großauftrag bekannt. Der Konzern soll 60 doppelstöckige Regionalzüge vom Typ RER NG in die französische Region Île-de-France liefern. Alstom erwartet aus der Vereinbarung Einnahmen von knapp 1 Milliarde Euro. Der RER NG verbraucht laut Alstom 25 Prozent weniger Energie als seine Vorgängermodelle.

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Die Alstom-Aktie hat seit Anfang 2021 stark an Wert verloren. Auf drei Jahre gesehen liegt sie 39 Prozent im Minus. Von Oktober 2022 bis März 2023 ging es wieder aufwärts, seitdem schwächelt die Aktie erneut. Die neuen Aufträge haben bislang kaum Auswirkungen auf den Kurs, im Tradegate-Handel kostet die Aktie heute 22,21 Euro (Stand 26.4.2023, 10:42 Uhr) und damit in etwa so viel wie vor einer Woche.

Alstom ist seit der Übernahme von Bombardier Transportation Anfang 2021 der zweitgrößte Eisenbahnbauer der Welt hinter dem chinesischen Unternehmen CRRC. Von Bombardier hat Alstom allerdings zahlreiche margenschwache Aufträge und ein dünnes Finanzpolster geerbt - das wird die Bilanzen des Konzerns und möglicherweise auch den Aktienkurs wahrscheinlich noch einige Quartale, vielleicht auch Jahre belasten. Im ersten Halbjahr des Geschäftsjahres 2022/23 (April bis September 2022) stieg der Umsatz um 8 Prozent zum Vorjahr auf 8 Milliarden Euro. Unter dem Strich blieb ein Nettoverlust von 21 Millionen Euro. Der um Sondereffekte bereinigte Gewinn vor Zinsen und Steuern betrug knapp 400 Millionen Euro.

ECOreporter sieht langfristig gute Perspektiven für Alstom, weil der insgesamt solide finanzierte Konzern über eine hervorragende Marktposition verfügt. Ein Einstieg kann sich weiterhin lohnen. Nach den Kursverlusten ist die Aktie mit einem erwarteten Kurs-Gewinn-Verhältnis für das nächste Geschäftsjahr von 20 und 13 für das übernächste nicht zu teuer. Die erwartete Dividendenrendite für das Geschäftsjahr 2022/23 liegt bei soliden 1,8 Prozent.

Lesen Sie auch das ECOreporter-Dossier Weichen stellen für die Klimawende - 20 nachhaltige Bahnaktien.

Alstom S.A.:

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