emonet will in Sachsen Ladesäulen für E-Autos installieren und wirbt dazu Geld über die Crowd ein. / Symbolfoto: Pixabay / Foto: Pixabay, CC0-Lizenz

  Anleihen / AIF, Crowd-Investment, Crowd-Test

emonet – Crowdinvesting für Ladeinfrastruktur mit 6 % Zins

Die emonet GmbH plant, Ladesäulen für Elektrofahrzeuge zu kaufen, aufzubauen und zu betreiben. Zur Finanzierung des Vorhabens bietet das Unternehmen aus Sachsen ab 250 Euro Nachrangdarlehen an. Deren Zinssatz beträgt 6,0 Prozent pro Jahr bei einer Laufzeit von rund drei Jahren. Überzeugt das Angebot? Die emonet GmbH steht in Verbindung mit einem Unternehmen, das bereits auf fünf Internet-Plattformen Crowdinvestings angeboten hat.

Emittentin und Anbieterin der Nachrangdarlehen ist die emonet GmbH aus Dresden. Sie verfolgt laut Vermögensanlagen-Informationsblatt (VIB, Stand: 26.11.2021) die Anlagestrategie, unbebaute Grundstücke zu erwerben und zu pachten und auf diesen Grundstücken Ladesäuleninfrastruktur für Elektrofahrzeuge aufzubauen, langfristig zu betreiben und durch die Veräußerung von Strom Gewinne zu erzielen.

Der folgende Premium-Inhalt ist aufgrund des Artikelalters nun frei verfügbar.

Wozu dient das Anlegerkapital?

Es sollen laut VIB insgesamt 45 Ladesäulen der EnerCharge GmbH errichtet werden. Darüber hinaus beabsichtigt die Emittentin laut VIB, mit dem einzuwerbenden Anlegerkapital Grundstücke zu erwerben und zu pachten. Dabei handelt es sich laut VIB um Grundstücke in Reichenbach und in Lengenfeld. Beide Städte gehören zum Vogtlandkreis in Sachsen. Reichenbach liegt zwischen Zwickau und Plauen und hat rund 20.000 Einwohnerinnen und Einwohner. Lengenfeld befindet sich rund zehn Kilometer südöstlich von Reichenbach, dort leben noch knapp 7.000 Menschen.

Emonet möchte Bankkapital aufnehmen

Die voraussichtlichen Gesamtkosten des Projekts betragen laut VIB rund  1,83 Millionen Euro. Das Emissionsvolumen der Nachrangdarlehen beträgt 500.000 Euro. Die Finanzierung soll neben den einzuwerbenden Nachrangdarlehen durch Eigenkapital von 25.000 Euro erfolgen. Die Emittentin beabsichtigt laut VIB, darüber hinaus Fremdkapital bei Banken von rund 1,33 Millionen Euro aufzunehmen.

Erste Pachtverträge abgeschlossen

Die emonet GmbH hat eigenen Angaben zufolge bislang noch keine Anlagen erworben oder errichtet und noch keine Grundstücke erworben. Für die Objekte „Straße der Freundschaft 1-7, 08485 Lengenfeld“ und „Kirchplatz 1, 08485 Lengenfeld“ wurden laut VIB die erforderlichen Pachtverträge geschlossen. Diese beiden Adressen in Lengenfeld  sind auch zwei der Standorte von Immobilienprojekten, für welche die Markus Hörning GmbH über Crowdinvesting-Plattformen Anlegergeld eingesammelt hat. Laut emonet-Internetseite ist Markus Hörning ein Gesellschafter der Emittentin und „stellt erste Plätze für Ladeparks zur Verfügung“.

Markus Hörning GmbH auf vielen Plattformen aktiv

Die Markus Hörning GmbH hat seit 2018 acht Crowdinvesting angeboten. Diese wurden über die Internet-Dienstleistungsplattformen bettervest (drei), wiwin (zwei), greenvesting, Home Rocket und Innovestment vermittelt. Beim diesjährigen Nachrangdarlehensangebot der Markus Hörning GmbH auf Innovestment ging es bereits um das „emonet“-Projekt. Die Jahresabschlüsse der Markus Hörning GmbH für die Geschäftsjahre 2019 und 2020 sind noch nicht im Unternehmensregister veröffentlicht (Stand: 7.12.2021).

Laufzeit und Zins

Das aktuelle Angebot der emonet GmbH wird über die Internet-Dienstleistungsplattform ecozins vermittelt. Die Laufzeit der Nachrangdarlehen endet am 31. Dezember 2024. Der Zinssatz beträgt 6,0 Prozent pro Jahr.

Hohe Risiken

Bei der Vermögenanlage handelt es sich um unbesicherte Nachrangdarlehen mit einem sogenannten qualifizierten Rangrücktritt. Die Emittentin kann zahlungsunfähig werden oder in Überschuldung geraten. Dies kann laut VIB insbesondere der Fall sein, wenn die Emittentin geringere Einnahmen und/oder höhere Ausgaben als erwartet zu verzeichnen hat oder wenn sie eine etwaig erforderliche Anschlussfinanzierung nicht einwerben kann.

Die Emittentin wurde erst im Oktober dieses Jahres gegründet und ist daher ein sehr junges Unternehmen. Sie plant, ihr Projektvorhaben größtenteils mit Bankkapital zu finanzieren. Es besteht das Risiko, dass eine Bankfinanzierung nicht abgeschlossen werden kann. Die Errichtung und der Betrieb von Ladesäulen sind mit Risiken verbunden. Bei den geplanten Projekten könnte zudem ein Potenzial für Interessenskonflikte bestehen.

Der Markt für Ladeinfrastrukturen für Elektromobilität ist noch im Aufbau begriffen. Es gibt wenig Erfahrungswerte, mit denen die zukünftige Marktentwicklung prognostiziert werden kann. Es sind erhebliche technologische Fortschritte möglich, beispielsweise bei der Ladensäulentechnik und den Elektroauto-Batterien (Reichweite). Diese können dazu führen, dass die Stromverkaufsmengen an den geplanten Ladesäulen der Emittentin unter ihren Erwartungen bleiben. Das kann auch dann der Fall sein, falls sich die Standorte der Ladeparks als nicht optimal erweisen sollten. Beispielweise ist es möglich, dass in den Städten Reichenbach und Lengenfeld die Bevölkerungszahl weiter sinkt.

Fazit

Für Anlegerinnen und Anleger besteht  ein hohes Risiko, dass sie ihr eingesetztes Kapital vollständig verlieren. Das Nachrangdarlehens-Angebot der emonet GmbH überzeugt ECOreporter nicht.

Verwandte Artikel

01.12.21
 >
26.11.21
 >
23.11.21
 >
24.07.23
 >
15.01.24
 >
Aktuell, seriös und kostenlos: Der ECOreporter-Newsletter. Seit 1999.
Nach oben scrollen
ECOreporter Journalistenpreise
Anmelden
x