Panda im Schwellenland China. Stillt dieser ETF den Appetit auf grüne Investments? / Foto: Pixabay

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ETF-Test: Invesco MSCI Emerging Markets ESG Climate Paris Aligned ETF

Der Invesco MSCI Emerging Markets ESG Climate Paris Aligned ETF legt in Schwellenländern an und hat dabei besonders die Klimabilanz von Unternehmen im Fokus. Im Test prüft ECOreporter, ob das Nachhaltigkeitskonzept überzeugen kann und wie der ETF finanziell dasteht.

Anbieter des ETFs ist die US-Investmentgesellschaft Invesco. Sie hat rund 7.000 Beschäftigte in 25 Ländern und ist selbst börsennotiert. Invesco legt das Geld der Kundinnen und Kunden in seiner Investmentsparte auch in Öl, Kohle, Atomkraft und Rüstung an.

Finanzen / Risiken

Der ETF wurde im Juni 2022 aufgelegt. In den letzten zwölf Monaten gewann er 15,8 Prozent an Wert und lief damit besser als der weltweite Aktienindex MSCI World, der im gleichen Zeitraum 12,0 Prozent zulegte. Auf drei Jahre betrachtet legte der ETF 38,0 Prozent zu, der MSCI World erzielte ein Plus von 60,7 Prozent. ECOreporter hat die Finanznote zuletzt im Oktober 2025 neu berechnet.

Die Jahreskosten des ETFs sind mit 0,19 Prozent niedriger als bei vergleichbaren ETFs. Der Kurs schwankte in den vergangenen drei Jahren stark. ECOreporter empfiehlt eine Haltedauer von mindestens sieben, besser zehn Jahren.

Nachhaltigkeitskonzept

Der ETF bildet einen Index des US-Finanzkonzerns MSCI ab und investiert in 291 mittelgroße und große Unternehmen aus 24 Schwellenländern. Dazu gehören nach Definition der Finanzbranche Länder wie Indien, Südafrika und Mexiko, aber auch China, Südkorea und das EU-Mitglied Polen.

Für die Auswahl der Aktien verwendet der ETF ein Best-in-Class-Verfahren auf Basis von Klimakriterien. Alle Unternehmen im ETF müssen insgesamt auf eine CO2-Bilanz kommen, die höchstens halb so hoch ist wie die des nicht-nachhaltigen MSCI Emerging Markets Index. Außerdem muss die Bilanz sich jedes Jahr um mindestens 10 Prozent verbessern. Die CO2-Bilanz wird danach bemessen, wie viele Tonnen CO2 ein Unternehmen je US-Dollar Börsenwert ausstößt.

Anlegerinnen und Anleger sollten aber beachten: Zwar sind die Klimakriterien für den ETF damit streng. Die Formulierung "Climate Paris Aligned" im Namen des ETFs ist allerdings ein Marketingbegriff. Er ist nicht zu verwechseln mit der Bezeichnung "Paris Aligned Benchmark" (PAB), für deren Nutzung Fonds und ETFs konkrete EU-Vorgaben erfüllen müssen. Mehr dazu erfahren Sie hier.

Neben den Klimakriterien gilt außerdem, dass Unternehmen eine bestimmte MSCI-Mindestnote bei der Nachhaltigkeit erhalten müssen. Zusätzlich gelten Ausschlusskriterien.

Ausschlusskriterien

Der ETF schließt Unternehmen vollständig aus, wenn diese an Geschäften mit geächteten Waffen oder Atomwaffen beteiligt sind, zivile Schusswaffen herstellen oder gegen den UN Global Compact verstoßen, also etwa Menschen- und Arbeitsrechte grob verletzen. Ebenfalls vollständig tabu sind Unternehmen, wenn sie Kohle, Öl oder Gas fördern oder Umsätze in Verbindung mit Atomkraft erzielen. Hersteller von Tabak- oder Cannabisprodukten müssen ebenfalls draußen bleiben.

Unternehmen müssen zudem weniger als 5 Prozent ihrer Umsätze etwa mit Energieerzeugung aus Kohle, Öl oder Gas machen. Die gleiche Umsatzschwelle gilt unter anderem für die Produktion konventioneller Waffen, Alkohol, Pornografie und die Raffination von Öl und Gas.

Eine vollständige Liste der Ausschlusskriterien finden Sie im Premium-Bereich.

So nachhaltig sind die Aktien in diesem ETF

Der folgende Premium-Inhalt ist aufgrund des Artikelalters nun frei verfügbar.

Der ETF investiert nicht in Betreiber fossiler Kraftwerke oder Waffenhersteller. Allerdings können nachhaltige Anlegerinnen und Anleger einige Beteiligungen kritisch sehen. 

Die südafrikanischen Bergbaukonzerne Gold Fields und AngloGold Ashanti beispielsweise standen immer wieder wegen schlechter Arbeitsbedingungen und Umweltverschmutzung in der Kritik. Der Technologiekonzern Cummins India baut Diesel- und Erdgas-Motoren für Lokomotiven, Nutz- und auch Militärfahrzeuge. Ein wichtiger Geschäftszweig sind außerdem Stromaggregate auf fossiler Basis. Dabei gilt das Unternehmen mit seiner Filtertechnik gleichzeitig als besonders emissionssparend. Zudem können sich Anlegerinnen und Anleger auch an den zahlreichen Flughafenbetreibern im ETF stören, etwa Grupo Aeroportuario del Pacífico aus Mexiko, GMR Airports aus Indien und Airports of Thailand.

Hinzu kommt: Die meisten Unternehmen im ETF stammen mit einem Anteil von 24 Prozent aus China, auch das birgt Risiken bei der Nachhaltigkeit und auch finanzieller Art. In der Volksrepublik müssen sich Unternehmen dem Willen des Regimes beugen – Menschenrechte etwa zählen dabei wenig, und auch wirtschaftlicher Erfolg muss im Zweifelsfall hinter der politischen Agenda zurückstehen. Investments in Konzerne aus Saudi-Arabien und Kuwait können aus ethischer Sicht ebenfalls als fragwürdig betrachtet werden.

Grüne Unternehmen im ETF-Portfolio sind der indische Windanlagenbauer Suzlon Energy sowie die Energiekonzerne China Yangtze Power und Engie Brasil, die vollständig auf Erneuerbare Energie setzen. Auch der brasilianische Energieversorger Cemig produziert bis auf ein einzelnes Gaskraftwerk ausschließlich grünen Strom.

Der Wechselrichterhersteller Sungrow und der Solarwaferproduzent Longi sind im Prinzip ebenfalls sehr nachhaltige Unternehmen. Allerdings sehen internationale Beobachter bei beiden chinesischen Konzernen in den Lieferketten Hinweise auf Zwangsarbeit bei der Produktion von Polysilizium.

Unternehmen mit guter Nachhaltigkeitsbilanz im ETF sind etwa der Chiphersteller Taiwan Semiconductor Manufacturing Company (TSMC) und der Zugbetreiber Taiwan High Speed Rail oder die koreanischen Batteriehersteller LG Energy Solutions und Samsung SDI.

Insgesamt investiert der ETF eher konventionell. Die meisten Unternehmen stammen mit 28 Prozent aus dem IT- und Technologiesektor, dahinter folgen Finanzkonzerne mit einem Anteil von 23 Prozent. Zu den zehn größten Positionen im ETF gehören neben TSMC der südkoreanische Halbleiterhersteller SK Hynix, die Al Rajhi Bank aus Saudi-Arabien und der südafrikanische Medienkonzern Naspers.

Transparenz

Invesco veröffentlicht das vollständige Portfolio des ETFs auf seiner Webseite. Dort sind auch das Aktienauswahlprinzip und die Ausschlusskriterien ausführlich dargestellt. Weitere Informationen gibt es auf der Webseite des Index. Zur Nachhaltigkeit der Unternehmen, deren Aktien der ETF hält, finden Anlegerinnen und Anleger in den öffentlich zugänglichen Dokumenten des ETFs keine Informationen.

Nachhaltige Wirkung

In einem jährlich erscheinenden "Stewardship Report" äußert sich Invesco zu seinem Abstimmungsverhalten bei ESG-Themen. Dabei bietet das Unternehmen eine Übersicht, an welchen Hauptversammlungen es teilgenommen hat, und nennt Beispiele für Abstimmungen zu bestimmten Themen. Der Überblick ist aber sehr allgemein gehalten. Zu weiterführenden Dialogen mit Unternehmen finden Anlegerinnen und Anleger keine Informationen.

Stärken:

  • Auswahlverfahren mit Klimakriterien
  • Zahlreiche Ausschlusskriterien
  • Keine Investments in fossile Energie
  • Keine Investments in Atomkraft
  • Keine Investments in Waffen

Schwächen:

  • Viele Aktien aus China
  • Konventionelle Aktienauswahl

Fazit

Ein ETF, der bei der Aktienauswahl die Klimabilanz beachtet und insbesondere bei fossiler Energie strenge Ausschlusskriterien hat – trotzdem müssen nachhaltige Anlegerinnen und Anleger wohl einige Kompromisse machen. Auch fällt die finanzielle Entwicklung langfristig eher mäßig aus. Aber: Wer in Wachstumsmärkte investieren möchte, ohne dabei Kohle, Öl, Gas und Waffen im Portfolio zu haben, findet mit diesem ETF eine Option.

Die ECOreporter-Noten:

Finanzen: 2,2

Nachhaltigkeit: 3,0

Details zum Benotungssystem von ECOreporter finden Sie hier.

Alle bisherigen ETF-Tests finden Sie hier.

Ausschlusskriterien

Ausschlusskriterien ohne Umsatzschwelle:

  • Geächtete Waffen
  • Nuklearwaffen
  • Zivile Waffen
  • Öl- und Gasförderung
  • Kohleförderung
  • Atomkraft
  • Herstellung Tabakprodukte
  • Nicht-medizinisches Cannabis
  • Verstöße gegen den UN Global Compact

Ausschlusskriterien mit Umsatzschwelle:

  • Vertrieb zivile Waffen (5%)
  • Herstellung/Vertrieb militärische Waffen (5%)
  • Herstellung Pornografie (5%)
  • Vertrieb Pornografie(15%)
  • Herstellung Alkohol (5%)
  • Vertrieb Alkohol (15%)
  • Glücksspielangebote (5%)
  • Geschäfte mit Glücksspielbezug (15%)
  • Geschäfte mit genetisch veränderten Organismen (5%)
  • Uranbergbau (5%)
  • Stromerzeugung aus Kohle (5%)
  • Energieerzeugung aus Öl/Gas (5%)
  • Raffination von Öl/Gas (5%)

Daten und Fakten

Stichtag des Tests Nachhaltigkeit: 11.6.2025

Stichtag des Tests Finanzen: 29.10.2025

Name des ETFs:  Invesco MSCI Emerging Markets ESG Climate Paris Aligned UCITS ETF

ISIN IE000PJL7R74 / WKN A3CYEX

Nachgebildeter Index: MSCI Emerging Markets ESG Climate Paris Aligned Benchmark Select Index

Start des ETFs: 13.6.2022

Jährliche Gebühren:  0,19 % (Gesamtkosten)

Replikationsmethode: physisch (Indexnachbildung durch Kauf der Aktien)

Ertragsverwendung:  thesaurierend

Fondsvolumen: 68 Millionen US-Dollar (6/2025)

Internet: etf.invesco.com

Risiko: Totalverlust unwahrscheinlich, Teilverluste möglich

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