Smog über Shanghai. Wie konsequent ist der Schwellenländer-ETF von Xtrackers bei den Klimaschutzvorgaben an Unternehmen? / Foto: Pixabay

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ETF-Test: Mit Xtrackers auf dem Weg zur Klimaneutralität in Schwellenländern?

Mit dem Xtrackers Emerging Markets Net Zero Pathway Paris Aligned ETF sollen Anlegerinnen und Anleger in Unternehmen aus Schwellenländern investieren können, deren Geschäftstätigkeit mit den Klimazielen des Pariser Abkommens vereinbar ist. Doch wie nachhaltig ist der ETF tatsächlich? ECOreporter hat das Portfolio durchleuchtet.

Anbieter des ETFs ist Xtrackers, eine Tochter der Fondsgesellschaft DWS. Die wiederum gehört zur Deutschen Bank. Kein allzu gutes Omen für strenge Nachhaltigkeit, denn ein beträchtlicher Teil des Geldes, das Xtrackers und DWS anlegen, steckt in Kohle, Erdöl und Rüstung. Gegen die DWS gibt es immer wieder Greenwashing-Vorwürfe, in den letzten Jahren zahlte das Unternehmen in den USA und Deutschland deswegen Bußgelder in Höhe von insgesamt ungefähr 41 Millionen Euro. ECOreporter berichtete hier.

Strenge Klimavorgaben?

Bis 2050 sollen die weltweiten Treibhausgasemissionen gemäß dem Pariser Klimaabkommen auf netto null sinken, um die Erderwärmung möglichst auf 1,5 Grad zu begrenzen. Dafür müssen Unternehmen ihre Emissionen drastisch reduzieren. Seinem Namen nach müsste der Xtrackers Emerging Markets Net Zero Pathway Paris Aligned ETF also in Unternehmen aus Schwellenländern investieren, die nachweisen, dass sie einen mit dem Pariser Klimaabkommen vereinbaren Emissionspfad einhalten.

Der Begriff "Paris Aligned" klingt ähnlich wie der Begriff "Paris-aligned Benchmark" (PAB), ist allerdings ein nicht regulierter Marketingslogan – anders als beim Namenszusatz PAB gelten keine Vorschriften der europäischen Marktaufsicht. Der Xtrackers-ETF orientiert sich dennoch an den PAB-Vorgaben der EU. Diese verlangen unter anderem eine deutlich niedrigere Treibhausgasintensität als bei einem herkömmlichen Aktienindex und eine jährliche Verringerung um mindestens 7 Prozent.

Auch "Schwellenland" ist kein exakt definierter Begriff. Im Finanzsektor werden damit schnell wachsende Volkswirtschaften beschrieben, die sich im Übergang zum Industriestaat befinden, gleichzeitig aber etwa ein starkes Wohlstandsgefälle aufweisen. Dazu gehören Länder wie Brasilien, Chile, Südafrika, aber auch wirtschaftliche Schwergewichte wie China und Südkorea oder EU-Mitglieder wie Griechenland, Ungarn und Tschechien. Investments in Indien, Russland, Saudi-Arabien, Kuwait, Pakistan und Ägypten schließt der ETF aus – eine Begründung dafür nennt er nicht.

Details zum Benotungssystem von ECOreporter finden Sie hier. Eine Liste aller bisherigen ETF-Tests gibt es hier.

Den Test des Xtrackers-ETFs lesen Sie im folgenden Premium-Bereich.

Einzeltest
ETF-Test

Xtrackers Emerging Markets Net Zero Pathway Paris Aligned UCITS ETF


Finanzen: Der ETF hat in den letzten 12 Monaten 27,1 % an Wert gewonnen (27.10.2025 - 27.10.2026). Der MSCI World Index stieg im gleichen Zeitraum um 16,9 %. Auf drei Jahre gesehen legte der ETF 92,1 % zu (MSCI World: plus 75,6 %). Für einen ETF übliche niedrige Jahresgebühren von 0,20 %.

Risiko: Totalverlust unwahrscheinlich. Teilverluste möglich. Deutliche Wertschwankungen.

Im ETF: Grünstromerzeuger und Atomkraftwerksbetreiber. / Fotos: PixabayIm ETF: Grünstromerzeuger und Atomkraftwerksbetreiber. / Fotos: Pixabay
Im ETF: Grünstromerzeuger und Atomkraftwerksbetreiber. / Fotos: Pixabay

Nachhaltigkeit: Der ETF investiert in 887 große und mittelgroße Unternehmen aus Schwellenländern und bildet einen Index des Frankfurter Indexanbieters Solactive nach. Die Treibhausgasintensität des Portfolios muss mindestens 50 Prozent unter der des konventionellen Solactive GBS Emerging Markets Large & Mid Cap Index liegen und jährlich um mindestens 7 Prozent sinken. Gemessen wird der Treibhausgasausstoß je US-Dollar Unternehmenswert. Laut Xtrackers werden zudem Firmen mit ehrgeizigen Klimazielen, guter Klimaberichterstattung und Umsätzen aus Klimaschutztechnologien stärker gewichtet. Allerdings sind diese Kategorien nicht exakt definiert. Die Bewertungen stammen von der Ratingagentur ISS ESG. Trotz des ETF-Namens müssen Unternehmen nicht nachweisen, dass sie auf einem wissenschaftlich bestätigten 1,5-Grad-Pfad liegen.

Zusätzlich gelten Ausschlusskriterien: Vollständig tabu sind Geschäfte mit geächteten Waffen, Tabakherstellung und schwere Verstöße gegen internationale Umwelt-, Arbeits- und Menschenrechtsstandards. Erlöse aus Kohleförderung und Kohlestrom müssen unter 1 Prozent des Gesamtumsatzes eines Unternehmens liegen. Bei der Förderung, Erschließung und Verteilung von Öl und Gas sowie damit verbundenen Dienstleistungen gilt eine Umsatzgrenze von 10 Prozent. Für die Stromerzeugung aus fossilen Energien liegt die Grenze bei 50 Prozent, bei konventionellen Waffen bei 10 Prozent.

Der ETF investiert in mehrere Atomkraftkonzerne (CGN Power, China National Nuclear Power) und in den Gaskraftwerkbetreiber Enel Américas. Die Unternehmen verstoßen nicht gegen die Ausschlusskriterien des ETFs. Im Portfolio sind auch zahlreiche Erneuerbare-Energie-Unternehmen wie die chinesischen Solartechnikhersteller Tongwei, LONGi und Sungrow. Allerdings können Investments in China nachhaltige Anlegerinnen und Anleger wegen Menschenrechtsrisiken und mangelnder Transparenz stören.

Transparenz: Xtrackers veröffentlicht die Zusammensetzung des ETFs. Aktienauswahlprinzip und die Ausschlusskriterien sind beim Indexanbieter Solactive ausführlich dargestellt. Wie ISS ESG einzelne Unternehmen bei Klimazielen und Berichterstattung bewertet, bleibt dagegen nur eingeschränkt nachvollziehbar.

Nachhaltige Wirkung: Die Xtrackers-Mutter DWS informiert auf ihrer Website ausführlich über ihr Abstimmverhalten auf Hauptversammlungen, sowohl in Jahres- als auch in Quartalsberichten. Zudem stellt die DWS online ihren Leitfaden für den Dialog mit Unternehmen vor, macht aber keine Angaben zu konkreten Gesprächen.

Ausschlusskriterien ohne Umsatzschwelle
  • Kinderarbeit
  • Korruption
  • Zwangsarbeit
  • Menschenrechts­verletzungen
  • Waffen (geächtete; Herstellung/Vertrieb)
  • Tabak (Produktion)
Ausschlusskriterien mit Umsatzschwelle
  • Kohle (Förderung): 1,0%
  • Kohle (Stromerzeugung): 1,0%
  • Erdöl (Förderung): 10,0%
  • Erdöl (Transport/Vertrieb/Verarbeitung): 10,0%
  • Erdgas (Förderung/Transport): 10,0%
  • Erdgas (Stromerzeugung): 50,0%
  • Waffen (konventionelle; Herstellung/Vertrieb): 10,0%

Gesamtnote:

2,7
1
2
3
4
5
6

Fazit: Seinem Namen wird der ETF nicht gerecht. Eine Pflicht zum 1,5-Grad-Ziel für Unternehmen gibt es nicht, stattdessen investiert er in Betreiber von Atomkraft- und Gaskraftwerken. Die Wertentwicklung fällt stark aus.

Nachhaltigkeitsnote:

3,6
1
2
3
4
5
6
Auswahlprinzip:
4,7

Nachhaltigkeits-Management:
3,3

Transparenz:
3,3

Nachhaltige Wirkung:
3,3

Finanznote:

1,7
1
2
3
4
5
6
Wertentwicklung:
1,5

Sicherheit/Risiko:
3,3

Kosten:
1,0

Wertentwicklung: Performance in Relation zu Vergleichsindex und Festgeldanlagen (Faktor 5 in Finanznote). Gesamtnote kann Rundungsdifferenzen aufweisen.

Wertentwicklung in % 10/2023 - 10/2026
Stärken
  • Niedrige Gebühren
  • Klimakriterien werden bei der Aktienauswahl berücksichtigt
Stärken
Schwächen
  • Keine Pflicht zum 1,5-Grad-Ziel
  • Keine Positivkriterien
  • Investments in Atomkraft
  • Investments in Erdgas
Schwächen

Empfohlene Anlagedauer: Fünf, besser sieben Jahre.

Fondsname:
Xtrackers Emerging Markets Net Zero Pathway Paris Aligned ETF

Start:
2022

Nachgebildeter Index:
Solactive ISS ESG Emerging Markets Net Zero Pathway PAB Index

ISIN:
IE000TZT8TI0


Volumen 28. Oktober 2026:
14,8 Millionen Euro

Jahresgesamtkosten (TER):
0,2%

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