Bullenstatue vor der Frankfurter Börse. Wertpapiere werden in Deutschland immer beliebter. / Foto: Pixabay

  Nachhaltige Aktien, Fonds / ETF

Studie: Immer mehr Deutsche kaufen ETFs, Fonds, Aktien

Deutschland galt lange als Land der Sparbücher. Doch in den letzten Jahren hat sich dies deutlich geändert, wie aus einer aktuellen Studie der niederländischen Bank ING hervorgeht.

Laut der Studie sind mittlerweile 46 Prozent der befragten Deutschen in Aktien, Anleihen, Fonds und ETFs investiert, also Wertpapiere, die riskanter als Sparbücher sind, aber auch häufig deutlich höhere Renditen bringen. Deutschland rangiert damit auf Platz drei unter elf untersuchten europäischen Ländern. Nur in der Türkei und der Schweiz ist die Wertpapierquote höher. In den Niederlanden hingegen besitzen lediglich 30 Prozent der Menschen Wertpapiere.

Als wichtigsten Grund, nicht oder nicht stärker in ETFs oder Fonds zu investieren, nennen 48 Prozent der befragten Deutschen die höheren Anlagerisiken. In der Eurozone insgesamt sind es 51 Prozent. Fehlendes Wissen über Geldanlagen ist für 29 Prozent der Deutschen ausschlaggebend dafür, auf Wertpapiere zu verzichten.

Die Fixierung auf die Heimat ist geblieben

Erstaunlich: Sehr viele Anlegerinnen und Anleger investieren weiterhin bevorzugt im eigenen Land oder im nahen Ausland. Jeweils mehr als 30 Prozent der befragten Deutschen gaben an, ihr Geld hauptsächlich in Deutschland oder Europa anzulegen. Nur 30 Prozent bevorzugen eine weltweite Streuung, wie sie ECOreporter grundsätzlich empfiehlt, um Risiken zu senken.

Der ING zufolge verwalten drei Viertel der Befragten ihre Wertpapierdepots selbst, die übrigen lassen sich von Beratern oder einer Vermögensverwaltung helfen. Die Bank schätzt das Gesamtvolumen der in Deutschland von privaten Anlegerinnen und Anlegern gehaltenen Fonds, ETFs und Aktien auf mehr als 2,1 Billionen Euro. Das entspricht etwa 51.000 Euro je Haushalt. In den Ländern des Euroraums sind es durchschnittlich 36.000 Euro. Mehr als 50 Prozent des liquiden Vermögens deutscher Privathaushalte stecken weiterhin in fest verzinsten Sparangeboten wie Tages- und Festgeld oder liegen auf meist unverzinsten Girokonten.

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