Nicht der einzige kritische Wert im ETF: der US-amerikanische Raffinerie- und Tankstellenbetreiber Phillips 66. / Foto: imago images, Rich Graessle

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ETF-Test: iShares MSCI World SRI UCITS ETF

Weltweite Investments in mehrere hundert auf Nachhaltigkeit geprüfte Unternehmen und ein scharfer Blick auf mögliche Geschäfte mit fossiler Energie – damit wirbt der iShares MSCI World SRI. Doch wie ernst ist es dem ETF wirklich mit dem Ausschluss von Öl und Kohle? Und sind die Unternehmen in der Aktienliste tatsächlich nachhaltig – oder nur etwas weniger nicht-nachhaltig als ihre Konkurrenz?

Anbieter des ETFs ist iShares, eine Tochter des weltgrößten Vermögensverwalters BlackRock aus den USA. BlackRock bemüht sich um ein nachhaltiges Image. Aber immer noch steckt ein bedeutender Anteil des verwalteten Geldes in Öl-, Gas- und Kohleinvestments. Macht dieser ETF es besser?

Finanzen/Risiko

Finanziell hat sich der ETF sehr gut entwickelt. Auf ein Jahr gesehen hat er 16,7 Prozent an Wert gewonnen, der weltweite Aktienindex MSCI World stieg im gleichen Zeitraum um 22,6 Prozent. Auf fünf Jahre gesehen ist der ETF 87,5 Prozent im Plus und schneidet damit etwas besser ab als der MSCI World, der 83,4 Prozent zulegte.

Die Jahresgebühren von 0,2 Prozent sind auch für einen ETF günstig. Der Kurs des ETFs schwankte auf Sicht von drei Jahren weniger stark als vergleichbare Produkte. ECOreporter empfiehlt eine Haltedauer von mindestens fünf, besser sieben Jahren.

Nachhaltigkeitskonzept

Der ETF bildet einen Aktienindex des US-Finanzdienstleisters MSCI ab. Bewertung und Auswahl der Unternehmen stammen von MSCI. Insgesamt investiert der ETF in 408 mittelgroße und große Unternehmen weltweit.

Der ETF legt nach dem "Best-in-Class"-Verfahren an. Um für die Auswahl in Frage zu kommen, müssen alle betrachteten Unternehmen bei einer ESG-Bewertung eine bestimmte Mindestnote aufweisen. ESG steht für die Kriterien Ökologie (E wie Environment), Soziales (S wie Social) und gute Unternehmensführung (G wie Governance). Dafür, was eine gute Leistung in den einzelnen ESG-Bereichen ausmacht, gibt es allerdings keine verbindlichen Standards.

Unter den Unternehmen, die MSCI als gut genug bewertet, wird dann in jeder Branche das nachhaltigste Viertel ausgewählt. Zusätzlich gelten Ausschlusskriterien.

Ausschlusskriterien

Der ETF schließt Unternehmen vollständig aus, die an Geschäften mit geächteten Waffen oder Atomwaffen beteiligt sind oder gegen den UN Global Compact verstoßen, also etwa Menschen- und Arbeitsrechte grob verletzen. Auch die Herstellung von zivilen Schusswaffen und Tabakprodukten ist tabu.

Unternehmen dürfen zudem nicht mehr als 5 Prozent ihrer Umsätze etwa mit der Herstellung konventioneller Waffen, Glücksspielangeboten oder Erzeugung von Kohlestrom erzielen.

Erzeugt ein Unternehmen Atomstrom, darf dieser nicht mehr als 5 Prozent Anteil am Elektrizitätsmix haben – also am Strom, den das Unternehmen insgesamt in seinen verschiedenen Kraftwerken herstellt. Die Umsatzschwelle für andere Geschäfte in Zusammenhang mit Atomkraft liegt bei 15 Prozent – ein großzügiger Wert.

Generell lässt sich der ETF bei den Ausschlusskriterien viele Hintertüren offen: So gilt für „unkonventionelle“ Öl- und Gasförderung eine Umsatzschwelle von 5 Prozent, das schließt etwa Ölsande, Schiefergas oder Bohrungen in der Arktis ein. Explizit nicht betroffen sind Einnahmen aus der konventionellen Öl- und Gasförderung, einschließlich Tiefwasser-, Flachwasser- und sonstiger Onshore/Offshore-Öl- und -Gasförderung.

Unternehmen, die Öl und Gas fördern, sind dann vollständig ausgeschlossen, wenn sie „weniger als 40 Prozent ihres Umsatzes mit Produkten, Dienstleistungen oder Infrastrukturprojekten erzielen, die die Entwicklung oder Bereitstellung von Erneuerbaren Energien und alternativen Kraftstoffen unterstützen“. Worin genau eine solche „Unterstützung“ bestehen muss oder welche „Produkte“ als „Unterstützung“ gelten, ist in den öffentlich zugänglichen Unterlagen des ETFs aber nicht näher definiert.

Bei Umsätzen aus der Kohleförderung gilt eine 5-Prozent-Begrenzung nur dann, wenn die Umsätze mit dem Verkauf an externe Parteien erzielt werden. Kohleförderung für die eigene Stromerzeugung oder der Verkauf innerhalb des eigenen Konzerns sind nicht eingeschränkt.

Wie nachhaltig sind die Aktien in diesem ETF?

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