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Nachhaltige Aktien, Erneuerbare Energie
First Solar hebt nach erstem Halbjahr Prognose an
Der US-Solarmodulhersteller First Solar ist im ersten Halbjahr gewachsen und wird bei der Prognose optimistischer. Das Unternehmen sieht seine Position durch die jüngsten politischen Entwicklungen in den USA sogar gestärkt.
In den ersten sechs Monaten steigerte First Solar im Jahresvergleich den Umsatz um rund 8 Prozent auf 1,9 Milliarden Dollar. Der Grund dafür ist laut Unternehmen simpel: First Solar verkaufte schlicht mehr Module. Der erwartete Auftragsbestand beläuft sich auf 64 Gigawatt bis 2030.
Verkauf von Steuergutschriften als Teil des Geschäftsmodells
Außerdem steigerte das Unternehmen den Verkauf von ungenutzten sogenannten 45X-Krediten. Dabei handelt es sich um Gutschriften aus dem US-amerikanischen Inflation Reduction Act (IRA) von 2022, der die Herstellung von – unter anderem – Solarmodulen in den Vereinigten Staaten fördern soll.
Lesen Sie auch das zweiteilige ECOreporter-Dossier zu Solaraktien. Wie ECOreporter die First Solar-Aktie aktuell einschätzt, lesen Sie im folgenden Premium-Bereich.
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Die 45X-Kredite kann ein Unternehmen entweder selbst abrufen und so eine Barvergütung pro Modul erhalten, das in den USA produziert und verkauft wurde, oder das Unternehmen kann ungenutzte Kredite an andere Hersteller verkaufen. Das ist besonders deshalb attraktiv, weil die 45X-Kredite ablaufen, wenn produzierte Module nicht innerhalb einer bestimmten Frist verkauft werden.
Das Nettoergebnis sank um 6 Prozent auf 551 Millionen Euro. Das lag auch an Wertberichtigungen auf verbleibende 45X-Kredite, basierend auf den erwarteten Verkäufen der Gutschriften an Dritte. Im zweiten Quartal konnte das Unternehmen den Gewinn aber im Vergleich zu den ersten drei Monaten 2025 deutlich steigern.
First Solar setzt auf in den USA produzierte Dünnschichtmodule. Diese bestehen aus sogenanntem Cadmiumtellurid, für das kein Silizium benötigt wird, das andere Hersteller verwenden und hauptsächlich aus China beziehen. Das hat dem Konzern in den letzten Jahren große Vorteile verschafft. Das Unternehmen konnte von der Förderung für in den Vereinigten Staaten hergestellte Solartechnologie profitieren und außerdem nicht genutzte Gutschriften verkaufen.
First Solar sieht "Position in der Solarindustrie gestärkt"
Die 45X-Kredite werden auch nach der Verabschiedung des neuen Steuer- und Ausgabengesetzes erhalten bleiben. Allerdings werden die Anforderungen dahingehend verschärft, dass nun auch wesentliche Vorprodukte oder Materialien für Module und andere Komponenten aus den USA stammen müssen. Für First Solar dürfte das zwar kein Problem sein, allerdings wird es die Zahl der Kunden für Gutschriften voraussichtlich verkleinern.
Trotzdem gab sich First Solar bezüglich der jüngsten politischen Entwicklungen in den USA optimistisch. "Unserer Ansicht nach haben die jüngsten politischen und handelspolitischen Entwicklungen insgesamt die relative Position von First Solar in der Solarindustrie gestärkt", erklärte Konzernchef Mark Widmar. Zudem sei man der Meinung, dass die Argumente für einen Solarausbau im großen Maßstab allein wegen der Kosten "unabhängig vom politischen Umfeld überzeugend sind", so Widmar weiter.
Für das Gesamtjahr wird der Konzern optimistischer. First Solar geht nun von einem Umsatz von 4,9 bis 5,7 Milliarden Dollar aus. Zuvor hatte der Konzern Erlöse in der Spanne von 4,5 bis 5,5 Milliarden Dollar erwartet. Beim operativen Ergebnis peilt First Solar nun 1,53 bis 1,87 Milliarden Dollar an, nach zuvor 1,45 bis 2 Milliarden Dollar.
Ausblick unsicher
Nach Veröffentlichung der Zahlen gewann die First Solar-Aktie in der vergangenen Woche knapp 6 Prozent an Wert. Am Montag schloss die Aktie im Xetra-Handel 1,2 Prozent im Minus bei 157,68 Euro (Stand: 12.8.2025, 17:35 Uhr). Auf Monatssicht stieg der Kurs um 13,7 Prozent, im Jahresvergleich büßte die Aktie 21,4 Prozent ein.
ECOreporter sieht langfristig weiter solide Perspektiven für First Solar, derzeit ist ein Investment aber mit erhöhten Risiken verbunden. Ob es First Solar wirklich gelingen wird, auch zumindest in den kommenden Trump-Jahren gute Geschäfte zu machen, bleibt abzuwarten. Die Handelspolitik des US-Präsidenten scheint von Launen geprägt, Entwicklungen sind kaum vorherzusehen. Hinzu kommt der Kampf der US-Regierung gegen Erneuerbare Energien.
In den letzten fünf Jahren steigerte die First Solar-Aktie ihren Wert um knapp 160 Prozent. In den letzten Monaten schwankte der Kurs, entwicklete sich insgesamt aber positiv. Mutige Anlegerinnen und Anleger können nach den Kursrücksetzern über einen Einstieg nachdenken: Das erwartete Kurs-Gewinn-Verhältnis der Aktie für 2025 liegt bei 12, für 2026 bei niedrigen 8. Eine Dividende zahlt First Solar nicht – der Konzern investiert freie Barmittel lieber in eine Verbesserung seiner Marktposition.
First Solar Inc: ISIN US3364331070 / WKN A0LEKM
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