Fonds / ETF, ECOfondstest

Im Test: FairZinsGlobal

Keine Waffen, keine Massentierhaltung, keine Kinderarbeit – der Rentenfonds FairZinsGlobal hat viele strenge Ausschlusskriterien. Und er will in den nächsten Jahren noch nachhaltiger werden. ECOreporter hat den Fonds eingehend geprüft.


Den vollständigen Fondstest finden Sie unten im Premium-Bereich.

Der FairZinsGlobal kommt von der christlichen Bank für Kirche und Diakonie (KD-Bank) aus Dortmund, die den Fonds auch vertreibt. Seit der Gründung 2018 hat er – wie die meisten Rentenfonds in den letzten Jahren – leicht an Wert verloren. Die Kurse von Anleihen (auch Renten genannt) sind insbesondere 2022 wegen des erheblich gestiegenen Zinsniveaus so stark gefallen wie seit Jahrzehnten nicht mehr. Gemeinhin gelten gute Anleihen als vergleichsweise sichere Geldanlagen, deren Kurse deutlich weniger schwanken als die von Aktien.

Der FairZinsGlobal investiert in vorrangig auf Euro lautende Staats- und Unternehmensanleihen aus Industrieländern. Im Bestand finden sich vor allem staatliche Papiere und Anleihen großer Konzerne (weitere Details lesen Sie im Premium-Bereich). Das Auswahlverfahren ist streng: In Frage kommen nur Länder und Firmen, die von der Nachhaltigkeits-Ratingagentur ISS ESG als besonders nachhaltig eingestuft werden. Nach Angaben der KD-Bank ist von allen analysierten Unternehmen nur etwas mehr als ein Drittel investierbar, in grundsätzlich nicht sehr nachhaltigen Branchen noch deutlich weniger. Hinzu kommen umfangreiche Ausschlusskriterien, die viele kontroverse Geschäftsfelder abdecken (siehe vollständige Liste im Premium-Bereich). Insgesamt beträgt die Ausschlussquote bei Unternehmen 67 Prozent, bei Staaten 85 Prozent.

Die fossile Toleranz sinkt

Eine Besonderheit des Fonds: Er stellt zunehmend höhere Anforderungen an Energieunternehmen. Derzeit dürfen fossile Energien noch vergleichsweise hohe 25 Prozent des Gesamtumsatzes ausmachen (wobei Kohle für sich genommen höchstens einen Anteil von 5 Prozent haben darf). In den nächsten Jahren sinkt die Toleranzschwelle für fossile Energien: 2025 auf zusammengenommen 20 Prozent, 2030 auf 10 Prozent, 2035 auf 5 Prozent. Die KD-Bank sieht Erdöl und Erdgas derzeit noch als Übergangslösungen für die Klimawende an, erwartet aber von Energieunternehmen, dass sie ihr fossiles Geschäft immer weiter zurückfahren.

ECOreporter hat alle zum Testzeitpunkt 58 Anleihen im FairZinsGlobal geprüft. Der Fonds investiert auch in Green Bonds, also Anleihen, deren Kapital nur für konkrete nachhaltige Projekte verwendet werden darf. Nachhaltigkeitsbedenken hat die Redaktion lediglich bei den französischen Staatsanleihen (wegen des hohen Atomstromanteils des Landes) und einer kanadischen Bank – diese hält eine kleine Beteiligung an einem Unternehmen, das auch Streumunition herstellt. Gegen die Anlagegrundsätze des Fonds verstoßen diese Investments aber nicht.

Wie ECOreporter Transparenz und nachhaltige Wirkung des FairZinsGlobal einschätzt und den Fonds insgesamt beurteilt, erfahren Sie im vollständigen ECOfondstest im Premium-Bereich. Der Test ist als übersichtliches PDF gestaltet, liefert die wichtigsten Analyse-Ergebnisse sowie Noten für alle getesteten Bereiche.

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Das schließt der Fonds aus:

Ausschlusskriterien Unternehmen, ohne Umsatzschwelle

  • Ölsande (Erschließung und Produktion)
  • Fossile Bohrungen in der Arktis (Erschließung und Produktion)
  • Embryonenforschung
  • Massentierhaltung
  • Tabak
  • Menschenrechtsverletzungen
  • Arbeitsrechtsverletzungen
  • Kontroverses Umweltverhalten
  • Kontroverse Wirtschaftspraktiken (u.a. Bilanzfälschung, Korruption)
  • Waffen

Ausschlusskriterien Unternehmen, mit Umsatzschwelle

  • Sonstige Rüstungsgüter (5 %)
  • Atomkraft inklusive Uranabbau (5 %)
  • Fracking (5 %)
  • Gentechnik in der Landwirtschaft (5 %)
  • Produktion hochprozentigen Alkohols (5 %)
  • Produktion gefährlicher Pestizide (5 %)
  • Herstellung gewaltverherrlichender Videospiele (5 %)
  • Gewinnung von Pelzen (5 %)
  • Glücksspiel (5 %)
  • Pornografie (5 %)
  • Kohle (Förderung und Verstromung) (5 %)
  • Kohlewertschöpfungskette (20 %, sinkt bis 2035 auf 5 %)
  • Kohle/Erdöl/Erdgas (zusammen 25 %, sinkt bis 2035 auf 5 %)

Ausschlusskriterien Staaten

  • Schwere Menschen- und Arbeitsrechtsverletzungen
  • Schwere Verletzungen der Vereinigungs-, Meinungs- und Pressefreiheit
  • Kinderarbeit
  • Systematische Geldwäsche und Korruption
  • Autoritäre Regime („unfrei“ nach Freedom House)
  • UN-Biodiversitätskonvention von 1993 nicht ratifiziert
  • Pariser Klimaabkommen nicht ratifiziert
  • Atomwaffensperrvertrag nicht ratifiziert
  • Sehr niedriger Friedensstatus (nach Global Peace Index)
  • Ungenügende Klimaschutzleistungen (u.a. laut Germanwatch)
  • Vollzug der Todesstrafe

Stand: 1/2024

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