Geberit leidet unter anderem unter dem derzeit starken Schweizer Franken. / Foto: Geberit

  Aktien-Favoriten

Geberit kappt Prognose, Aktie verliert mehr als 5 %

Derzeit kaufen Hausbesitzer lieber neue Heizungen, als ihre Bäder zu renovieren. Das bekommt auch der Schweizer Sanitärspezialist Geberit zu spüren.

Im dritten Quartal ging das Absatzvolumen des Konzerns um 8 Prozent zum Vorjahr zurück. Der Umsatz sank um 7,5 Prozent auf 791 Millionen Schweizer Franken (802 Millionen Euro). Das erste Halbjahr war besser gelaufen: Nach drei Quartalen weist Geberit einen Umsatzanstieg von 1,4 Prozent auf knapp 2,73 Milliarden Franken (2,76 Milliarden Euro) aus. Ohne Berücksichtigung von negativen Währungseffekten lag das Umsatzplus bei 8,2 Prozent, in erster Linie ist es auf Preiserhöhungen zurückzuführen.

Die höheren Verkaufspreise konnten allerdings die stark gestiegenen Kosten des Unternehmens nicht ausgleichen: Nach drei Quartalen beträgt der Nettogewinn 541 Millionen Franken (548 Millionen Euro), das sind 17 Prozent weniger als im gleichen Zeitraum 2021.

Wegen des unerwartet schwachen dritten Quartals hat Geberit seine Erwartungen für das Gesamtjahr leicht gesenkt: Der Umsatz soll jetzt ohne Berücksichtigung von Währungseffekten im mittleren bis hohen einstelligen Prozentbereich zulegen. Bislang hatte der Konzern mit einem hohen einstelligen Zuwachs gerechnet. Beim Gewinn vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen (EBITDA) peilt das Management eine Marge von 27 Prozent an. Zuvor lag das Ziel bei 28 Prozent.

Der folgende Premium-Inhalt ist aufgrund des Artikelalters nun frei verfügbar.

Am außerbörslichen deutschen Handelsplatz Lang & Schwarz kostet die Geberit-Aktie momentan 420,30 Euro und damit 5,1 Prozent weniger als am gestrigen Mittwoch (Stand 3.11.2022, 9:52 Uhr). In diesem Jahr ging es für den Kurs fast durchgehend bergab, auf zwölf Monate gesehen hat er 35 Prozent verloren. Auf drei Jahre beträgt das Minus 2,5 Prozent, auf fünf Jahre hat die Aktie 16 Prozent gewonnen. An der Heimatbörse Six Swiss steht der Kurs aktuell bei 419,00 Franken, das sind 5,6 Prozent weniger als gestern (3.11.2022, 9:38 Uhr).

ECOreporter hatte zuletzt hier auf die Risiken der Aktie hingewiesen. Die Flaute in der Bauindustrie könnte Geberit in den nächsten Quartalen stärker belasten als erwartet. Dazu kommen die anhaltend hohen Kosten, insbesondere für Rohmaterial und Energie, und der weiter rückläufige Heimwerker-Boom der ersten Corona-Jahre. Mit einem erwarteten Kurs-Gewinn-Verhältnis für 2022 von 22 ist die Aktie nach wie vor nicht günstig bewertet. Wer hier einsteigt, sollte einen langen Anlagehorizont einplanen. Die erwartete Dividendenrendite liegt derzeit bei guten 2,9 Prozent.

Interessenten sollten zudem beachten: Die Geberit-Aktie ist wie die meisten Schweizer Aktien in EU-Ländern seit 2019 nur eingeschränkt handelbar. Mehr dazu erfahren Sie hier.

Geberit ist eine ECOreporter-Favoriten-Aktie aus der Kategorie Mittelklasse-Aktien. Ein Unternehmensporträt finden Sie hier.

Lesen Sie auch: Langfristig gut investiert – diese nachhaltigen Mittelklasse-Aktien sind aktuell empfehlenswert.

Geberit AG: ISIN CH0030170408 / WKN A0MQWG

Verwandte Artikel

27.10.23
 >
11.01.24
 >
07.09.22
 >
08.12.23
 >
18.08.22
 >
Aktuell, seriös und kostenlos: Der ECOreporter-Newsletter. Seit 1999.
Nach oben scrollen
ECOreporter Journalistenpreise
Anmelden
x