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Mikrofinanzfonds im Test: I-AM Vision Microfinance
Der I-AM Vision Microfinance gehört zu den renommiertesten Mikrofinanzfonds im deutschsprachigen Raum. Was ihn von anderen Fonds unterscheidet und wie hoch seine Rendite ist, erfahren Sie im ausführlichen ECOreporter-Test.
Mikrofinanzfonds sammeln in Industrieländern Anlegergeld ein, das Partnerbanken dann in Schwellen- und Entwicklungsländern an Kleinstunternehmer weiterverleihen. Weil diese Mikrokredite für viele Menschen die einzige Möglichkeit sind, ein Darlehen zu erhalten und sich eine eigene Existenz aufzubauen, gelten Mikrofinanzfonds als Finanzprodukte mit besonders hoher sozialer Wirkung – als echte Impact-Fonds.
Die Anlageschwerpunkte des I-AM Vision Microfinance liegen in Asien und Lateinamerika. Der Fonds ist einer der ältesten und größten Mikrofinanzfonds. Es gibt ihn bereits seit 2006, derzeit verwaltet er 340 Millionen Euro. Gestartet hat ihn die Investmentgesellschaft Impact Asset Management (I-AM) aus Wien, bis Ende 2023 hieß er Dual Return - Vision Microfinance. Im Herbst 2024 übernahm die österreichische Sparkassengruppe Erste I-AM von der Wiener C-Quadrat Gruppe. Neben dem I-AM Vision Microfinance bietet die Erste auch den sehr ähnlich konzipierten I-AM Vision Microfinance Local Currency (ISIN LU0533937727) an, der nicht in Euro geführt wird, sondern in den lokalen Währungen der Partnerinstitute. Hier sind die Renditechancen höher, aber auch die Risiken.
Kein Geld für Kinderarbeit und Waffen
Bei der Auswahl der Partnerbanken orientiert sich I-AM an Bewertungen des Schweizer Beratungsunternehmens Symbiotics, das seit mehr als 20 Jahren Mikrofinanzinvestoren betreut und Mikrofinanzinstitute vor Ort prüft. Investierbar sind nur Mikrofinanzbanken, die einen positiven Beitrag zu einer nachhaltigen Entwicklung leisten. Bewertungskriterien sind beispielsweise die soziale Ausrichtung der Institute, ihr Arbeitsklima und ihre Umweltpolitik. Wichtig ist auch, ob sie ihre Kundinnen und Kunden fair behandeln, sie so weit wie möglich vor Überschuldung schützen und alle wichtigen Informationen transparent zur Verfügung stellen.
Außen vor bleiben Banken, mit deren Geld etwa Kinderarbeit, Waffen, Treibnetzfischerei, Tabak, Glücksspiel oder antidemokratische Medien finanziert werden. Tabu sind auch Geschäfte, die Gebiete mit hohem ökologischen, sozialen oder kulturellen Schutzwert zerstören. I-AM begleitet die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter von Symbiotics regelmäßig vor Ort bei ihren Besuchen der Mikrofinanzinstitute.
Anlegerinnen und Anleger können ihre Fondsanteile einmal im Monat kaufen oder verkaufen. Damit ist der I-AM Vision Microfinance besser handelbar als vergleichbare Mikrofinanzfonds.

Ein ECOreporter-Siegelfonds
Der I-AM Vision Microfinance erhält im ECOfondstest die Nachhaltigkeitsnote 1,5. Damit gehört er zu den nachhaltigsten bislang von ECOreporter geprüften Fonds. Weil der Fonds in allen Nachhaltigkeitsbereichen überzeugen kann, trägt er das ECOreporter-Siegel (eine Liste aller Siegelträger finden Sie hier).
Den vollständigen Fondstest finden Sie weiter unten. Sie können sich den Test rechts oben auch als kostenfreies PDF herunterladen.
Details zum Benotungssystem von ECOreporter finden Sie hier.
ECOfondstest
07/2026
Einzeltest
Mikrofinanzfonds
I-AM Vision Microfinance
Finanzen: Seit dem Start 2006 hat der Fonds pro Jahr im Schnitt 2 % an Wert gewonnen. Auf Sicht von 5 Jahren plus 7,1 %, auf 12 Monate plus 1,3 % (Stand 30.6.2026). 1,99 % Jahresgesamtkosten.
Risiko: Totalverlust unwahrscheinlich. Der Fonds vergibt Darlehen an Mikrofinanzinstitute, die das Kapital für Mikrokredite einsetzen. Deren Kreditnehmer zahlen fast ohne Ausnahme das geliehene Geld zurück. Denn sie erhalten nur neue Kredite, wenn sie alte zurückgezahlt haben. Breite Verteilung der Darlehen auf 68 Mikrofinanzinstitute aus 26 Ländern, mit Schwerpunkt Asien (55 %) und Lateinamerika (21 %).


Nachhaltigkeit: Bei der Auswahl der Mikrofinanzinstitute folgt der Fonds Analysen des Beratungsunternehmens Symbiotics aus Genf, das seit 2004 Mikrofinanzinvestoren betreut und Mikrofinanzinstitute vor Ort prüft. Regelmäßig begleitet das Fondsmanagement Symbiotics bei diesen Besuchen. Geprüft wird vor allem, wie qualifiziert Mikrofinanzinstitute Kunden beraten, ob sie Überschuldung wirkungsvoll vermeiden, ob sie neben Krediten andere Finanzdienstleistungen wie Ernteausfallversicherungen anbieten und sich sozial engagieren. Pluspunkte sammeln sie, wenn sie bei der Kreditvergabe auf Umweltschutz achten, etwa Kredite für Wasseraufbereitung oder Solaranlagen vergeben. Tabu sind u.a. Investments in Waffen, Tabak, Pornografie, Erdöl, Treibnetzfischerei und antidemokratische Medien.
Transparenz: In welche Mikrofinanzinstitute der Fonds genau investiert, steht in den halbjährlichen Berichten. Online finden sich umfassende und leicht zugängliche Angaben zur Anlagestrategie des Fonds. Weitere Informationen liefert das Fondsmanagement in Podcasts, Webinaren und im jährlichen Social Impact Report. Der Fonds hat das LuxFLAG-Label.
Nachhaltige Wirkung: Der I-AM Vision Microfinance finanziert Mikrokredite für mehr als 200.000 Menschen, die sich als Kleinunternehmer aus der Armut herausarbeiten wollen. 57 % von ihnen sind Frauen.
Besonderheiten: Der Erwerb und Verkauf von Fondsanteilen ist monatlich möglich.
Gesamtnote:
1
2
3
4
5
6
Fazit: Fonds mit sehr hoher nachhaltiger Wirkung. Besser handelbar als vergleichbare Mikrofinanzfonds.
Nachhaltigkeitsnote:
1
2
3
4
5
6
Auswahlprinzip:
1,7
Nachhaltigkeits-Management:
2,0
Transparenz:
1,3
Nachhaltige Wirkung:
1,0
Finanznote:
1
2
3
4
5
6
Wertentwicklung:
2,7
Sicherheit/Risiko:
1,7
Kosten:
2,3

Stärken
- Hohe soziale Wirkung
- Vorbildliche Transparenz
- Monatlich handelbar
Schwächen
- -
Empfohlene Anlagedauer: Ab 5, besser 7 Jahre.
Fondsname:
I-AM Vision Microfinance
Start:
2006
Initiator:
Impact Asset Management GmbH
ISIN:
LU0236782842
Internet:
Volumen 30. Juni 2026:
340 Millionen Euro
Jahresgesamtkosten (TER):
1,99%
Das schließt der Fonds aus:
- International verbotene Geschäfte (u.a. Handel mit Arzneimitteln und Wildtieren)
- Waffen
- Harte Alkoholika
- Tabak
- Glücksspiel
- Pornographie
- Prostitution
- Antidemokratische Medien
- Zerstörung von Gebieten mit hohem Schutzwert
- Radioaktives Material (außer zu medizinischen Zwecken)
- Ungebundene Asbestfasern
- Treibnetzfischerei
- Gefährliche Chemikalien (u.a. Benzin und andere Erdölprodukte)
- Zwangsarbeit/schädliche Kinderarbeit/Menschenhandel
