Im Übernahmestreit zwischen Veolia und Suez bleibt es spannend. / Foto: imago images, Vincent Isore

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Gericht stoppt Veolia-Übernahmeangebot für Suez

Der französische Wasser- und Abfallkonzern Veolia stößt mit seinem feindlichen Übernahmeangebot für den Konkurrenten Suez auf juristischen und politischen Widerstand. Ein Gericht in Nanterre bei Paris hat Veolia in einer Eilentscheidung zur Aussetzung des Angebots angewiesen, wie die Nachrichtenagenturen Bloomberg und AFP mit Verweis auf das Gericht berichteten.

Auch die französische Regierung forderte wie bereits in der Vergangenheit, die Unternehmen sollten eine gemeinsame Lösung finden. Zuvor hatte Veolia am Sonntagabend erklärt, in dem Übernahmestreit nun eine feindliche Übernahme anzustreben. Wie geht es nun weiter – auch für den Aktienkurs?

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Vorausgegangen waren Monate der Verhandlungen und Auseinandersetzungen vor Gericht zwischen Veolia und dem Suez-Management um eine einvernehmliche Übernahme. Auch das jüngste Treffen zwischen Suez-Chef Bertrand Camus und Veolia-Boss Antoine Frérot am 5. Februar brachte aber keine Fortschritte.

Veolia bietet den Suez-Aktionären 18,00 Euro je Aktie, womit das Unternehmen mit 11,3 Milliarden Euro bewertet wird. Suez ist aber auch mit 10 Milliarden Euro verschuldet. Anfang Oktober hatte Veolia bereits dem ebenfalls französischen Energiekonzern Engie dessen 29,9-Prozent-Anteil an Suez für 3,4 Milliarden Euro abgekauft.

Auch aus der Politik kam Protest gegen Veolias Schritt. Frankreichs Wirtschafts- und Finanzminister Bruno Le Maire kündigte an, die französische Finanzmarktaufsicht einzuschalten. „Dieses Angebot ist nicht freundlich und verstößt gegen die Zusagen, die Veolia bei mehreren Gelegenheiten gemacht hat. Es wirft auch Fragen der Transparenz auf. Warum wurde dieses Angebot plötzlich auf den Tisch gelegt?“, sagte er dem Sender Europe 1. Das Angebot sei übereilt. Er forderte alle Beteiligten auf, auf den Weg des Dialogs zurückzukehren.

Französische Gewerkschaften sprachen von einer „Kriegserklärung“. Suez nannte die Offerte an die Aktionäre „illegal“, da sich Veolia zuvor vor Gericht verpflichtet habe, nicht feindlich vorzugehen.

Ungewisser Ausgang

Die Veolia-Aktie steht an der Heimatbörse Euronext in Paris aktuell bei 22,51 Euro und zeigt sich bei einem Minus von 0,3 Prozent zum Vortag kaum bewegt (Stand: 9.2.2021, 10:59 Uhr). Auf Monatssicht sie die Aktie 2,6 Prozent im Plus, im Jahresvergleich hat sie 16,9 Prozent an Wert verloren.

Die Suez-Aktie steht ebenfalls in Paris bei 17,25 Euro und ist damit praktisch unverändert zum Vortag (Stand: 9.2.2021, 10:59 Uhr). Auf Monatssicht hat die Aktie 3,6 Prozent gewonnen, im Jahresvergleich ist sie 16,5 Prozent im Plus.

ECOreporter rät defensiven Anlegerinnen und Anlegern aktuell von beiden Aktien ab - wie der Übernahmestreit ausgeht, ist weiter ungewiss.

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Veolia Environnement S. A.:  ISIN FR0000124141 / WKN 501451

Suez S.A.: 

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