ResMed stellt Geräte zur Behandlung der sogenannten Schlafapnoe her, Atemaussetzer während des Schlafs. / Foto: imago images, Jochen Tack

  Nachhaltige Aktien

Gesundheitsaktie ResMed: Nachhaltig profitieren im Schlaf?

Der US-Gesundheitskonzern ResMed konzentriert sich insbesondere auf die Behandlung von Schlafapnoe, also von Atemaussetzern im Schlaf, und auf Atemwegserkrankungen. Der Markt für die Produkte wächst – ist die Aktie auch ein nachhaltiges Investment?

Bei Patienten mit Schlafapnoe kommt es während des Schlafes immer wieder zu Atempausen, von denen die Betroffenen selbst meist nichts merken. Tagsüber neigen sie allerdings zu starker Müdigkeit und Konzentrationsschwäche, da die Atemaussetzer den Schlaf stören. ResMed entwickelt und verkauft spezielle Atemmasken sowie Beatmungs- und Überwachungsgeräte, die Betroffenen eine erholsameren Schlaf ermöglichen sollen.

Ein weiterer Schwerpunkt von ResMed sind Therapien gegen die chronische Lungenkrankheit COPD, die sogenannte „Raucherlunge“, welche allerdings auch eine Folge von Luftverschmutzung sein kann. COPD-Patienten leiden unter dauerhaft entzündeten und verengten Atemwegen, was zu Husten und weiter fortschreitender Atemnot führt.

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Zudem setzt ResMed konsequent auf Digitalisierung: Die medizinischen Geräte des Unternehmens sind mit der Cloud verbunden und können so aus der Entfernung überwacht werden. Die Auswertung der Daten soll laut Konzern eine individuellere Pflege ermöglichen und die Gesundheit der Patientinnen und Patienten verbessern.

In mehreren nachhaltigen Fonds vertreten

ResMed ist nach Erkenntnissen der Nachhaltigkeits-Ratingagentur V.E (ehemals Vigeo Eiris) in keinen kritischen Geschäftsfeldern aktiv. Im Januar 2020 zahlte das Unternehmen 37,5 Millionen US-Dollar, um Korruptionsvorwürfe der US-Bundesbehörden auszuräumen. ResMed hatte Kunden wie Schlaflaboren kostenlose Dienstleistungen, Kreditbürgschaften und andere Anreize angeboten – die Behörden hatten das als Schmiergelder betrachtet, um den Verkauf von Schlafapnoe-Geräten zu fördern.


Auch Therapien gegen die als "Raucherlunge" bekannte chronische Lungenkrankheit COPD hat ResMed im Angebot. / Foto: Pixabay

Nachdem der Konzern Emissionen und Energieverbrauch zuvor drei Jahre in Folge reduziert hatte, stiegen die Werte 2020 im Vergleich zum Vorjahr wieder an. Der Energieverbrauch, inklusive Elektrizität und Gas, legte von rund 128.000 Gigajoule (GJ) auf knapp 154.000 GJ zu. Der Ausstoß von Treibhausgasen stieg von 19.000 Tonnen auf 22.000 Tonnen CO2-Äquivalent.

Weiter senken konnte ResMed hingegen die Gesamtmenge der auf Deponien entsorgten Abfälle. Diese sank von 1.370 Tonnen 2019 auf 1.248 Tonnen 2020. Die Recyclingquote im Konzern stieg gleichzeitig von 60 auf 66 Prozent. Seinen Papierverbrauch reduzierte ResMed von 40 Tonnen 2019 auf 33 Tonnen 2020.

Die ResMed-Aktie ist in mehreren nachhaltigen Fonds vertreten, etwa dem GLS Bank Aktienfonds und dem Ökoworld Ökovision Classic. Beide Fonds werden von ECOreporter als sehr nachhaltig eingeschätzt. Eine Übersicht zu den besten von ECOreporter getesteten Fonds finden Sie hier.

Dividende steigt wieder

ResMed stellt auch Beatmungsgeräte für Corona-Patienten und Schutzmasken her und machte in der Pandemie entsprechend gute Geschäfte. Im Geschäftsjahr 2020/21 (Juli bis Juni) steigerte ResMed den Umsatz um 8 Prozent auf 3,2 Milliarden Dollar.

Auch das Bruttoergebnis legte um rund 7 Prozent auf 1,8 Milliarden Dollar zu. Unter dem Strich verdiente das Unternehmen allerdings mit 474,5 Millionen Dollar knapp 24 Prozent weniger als im Vorjahr. 

ResMed erklärte, dies sei hauptsächlich auf einen ungünstigen Produktmix zurückzuführen. Die Verkäufe von Schlafapnoe-Geräten mit niedrigeren Margen hätten mehr zum Konzernumsatz beigetragen als im Vorjahr. Außerdem hätten niedrigere durchschnittliche Verkaufspreise und Wechselkursschwankungen die Margen belastet.

Die Dividende für das abgelaufene Geschäftsjahr hob das Unternehmen dennoch um 8 Prozent auf umgerechnet 1,43 Euro an. Beim aktuellen Kurs von 243,10 Euro (Stand: 31.8.2021, 8:00 Uhr) entspricht das einer Dividendenrendite von 0,6 Prozent.

Im Geschäftsjahr 2019/20 hatte ResMed die Dividende im Zuge der Pandemie das zweite Jahr in Folge stabil bei umgerechnet 1,33 Euro gehalten, zuvor waren die Ausschüttungen jahrelang kontinuierlich gestiegen.

Gute Wertentwicklung – teure Aktie

Der Kurs der ResMed-Aktie hat sich kurz- wie langfristig stark entwickelt: Obwohl die letzten Quartalszahlen am Markt insbesondere wegen der niedrigeren Marge eher enttäuscht aufgenommen wurden, leitete die Veröffentlichung des Quartalsberichts am 5. August keine Korrektur ein. Die Aktie verlor kurzzeitig lediglich knapp 2 Prozent, um dann weiter zu steigen – aktuell notiert sie auf dem Niveau eines neuen Allzeithochs.

Auf Jahressicht hat der Kurs um knapp 61 Prozent zugelegt, in den letzten fünf Jahren ist er um 306 Prozent gestiegen. Und die Perspektiven des Unternehmens bleiben aussichtsreich. Weltweit leiden schätzungsweise etwa 400 Millionen Menschen an Schlafapnoe, und die Märkte gelten noch als unterversorgt. Zudem wächst die Zielgruppe durch Übergewicht und Diabetes weiter.

Allerdings: Mit einem erwarteten Kurs-Gewinn-Verhältnis (KGV) für 2021/22 von 53 ist die Aktie momentan zu teuer für einen Neueinstieg. Anlegerinnen und Anleger sollten auf sinkende Kurse warten – angesichts der Rallye der vergangenen Monate ist ein Korrektur der Aktie nicht unwahrscheinlich. 

Ein Einstiegsniveau für Käuferinnen und Käufer mit einem moderaten Risikobewusstsein sieht ECOreporter bei ResMed bei einem KGV von etwa 30 erreicht. Das entspräche einem Kurs von um die 140 Euro.

ResMed. Inc.: ISIN US7611521078 / WKN 895878

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