Aktivistinnen und Aktivisten von Greenpeace stellten diese Woche vor der DWS-Zentrale in Frankfurt aus Protest gegen die fossilen Investments des Unternehmens Fässer auf, aus denen eine ölartige Melasse austrat. Die Flüssigkeit wird aus Zuckerrohr gewonnen und lässt sich rückstandslos entfernen. / Foto: Felix Schmitt, Greenpeace

  Finanzdienstleister, Fonds / ETF

Greenpeace-Studie: DWS, Deka & Co. investieren weiter stark in Öl und Kohle

Die vier größten deutschen Fondsanbieter DWS, Deka, Union Investment und Allianz stecken nach wie vor viel Geld in fossile Energieunternehmen. Das geht aus einer neuen Greenpeace-Studie hervor.

Nach Recherchen der Umweltschutzorganisation ist die Deutsche Bank-Tochter DWS mit knapp 17 Milliarden US-Dollar in Aktien und Anleihen von Unternehmen investiert, die die Nichtregierungsorganisation urgewald als besonders klimaschädlich einstuft. Dazu gehören Kohlekonzerne ohne glaubwürdige Ausstiegspläne bis spätestens 2040 und Unternehmen, die ihre Öl- oder Gasgeschäfte ausweiten wollen. Bei Union Investment, Deka und Allianz belaufen sich die fragwürdigen Investments auf jeweils etwa 4 bis 5 Milliarden Dollar.

Grün oder eher grün gewaschen?

Besonders bedenklich: Alle vier Fondshäuser werben damit, Klimaschutz ernst zu nehmen, und haben sich entsprechende Anlageziele gesetzt. Deka und Union Investment stockten nach den Berechnungen von Greenpeace ihre Investments in klimaschädliche Unternehmen im letzten Jahr aber sogar weiter auf. DWS und Deka legen zudem besonders viel Geld in Kohlekonzerne an.

“Es ist erschütternd, dass neun Jahre nach Verabschiedung des Pariser Klimaabkommens kein einziger der untersuchten Vermögensverwalter eine Paris-konforme Anlagepolitik betreibt und die schlimmsten Klimasünder munter finanziert werden”, sagt Greenpeace-Finanzexperte Mauricio Vargas.

Die Fondsgesellschaften haben sich bisher nicht zu den konkreten Zahlen von Greenpeace geäußert.

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