Bei Helma laufen die Geschäfte schlecht – und das Unternehmen hat weitere Probleme. / Foto: Unternehmen

  Nachhaltige Aktien

Helma nach Subunternehmer-Pleite mit Gewinnwarnung

Der Baukonzern Helma Eigenheimbau hat eine Gewinnwarnung veröffentlicht - nach der Insolvenz eines Subunternehmers keine Überraschung. Die bereits deutlich gebeutelte Aktie verliert dennoch deutlich.

Die gesenkte neue Prognose beruhe „im Wesentlichen auf notwendigen Gewährleistungen” nach der Pleite, wie Helma in einer Erklärung mitteilte. Zusätzlich seien die Auftragseingänge in einem sehr schwierigen Marktumfeld im zweiten Halbjahr 2022 weiter zurückgegangen.

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Für 2022 erwartet Helma Eigenheimbau nun nur noch einen Umsatz am unteren Ende der bisherigen Prognosespanne von 300 bis 320 Millionen Euro. Deutlicher dürfte der Vorsteuergewinn die bisherige Prognose von 20 Millionen Euro verfehlen: Er soll laut Helma nun nur noch einen mittleren einstelligen Millionenbetrag erreichen.

Schon Ende September hatte Helma seine Prognose für 2022 aufgrund der Insolvenz des Subunternehmens gesenkt. Außerdem hatte sich das Unternehmen Mitte Oktober überraschend und „mit sofortiger Wirkung“ von seinem Vorstandsvorsitzenden Gerrit Janssen getrennt.

Der Immobilienbom ist vorerst vorbei

Nachfolgerin von Janssen im Vorstand ist seit dem 1. November Andrea Sander. Noch immer ist offiziell nicht bekannt, warum Janssen nach vielen Jahren den Vorstandsposten räumen musste.

Die Helma-Aktie ist im Xetra-Handel aktuell 10,8 Prozent im Minus zum Vortag und kostet 17,00 Euro (Stand: 25.11.2022, 9:33 Uhr). Auf Monatssicht ist die Aktie 6,8 Prozent im Minus, im Jahresvergleich hat sie 73,9 Prozent an Wert verloren.

Noch im August hatte Helma Rekordzahlen für das erste Halbjahr gemeldet (ECOreporter berichtete hier). Nach einer längeren Boom-Phase spürt das Unternehmen nun den Konjunktureinbruch im Immobiliensektor. Wegen der mittlerweile auf durchschnittlich 4 Prozent gestiegenen Zinsen für zehnjährige Immobilienkredite werden in Deutschland viele Bauprojekte storniert, stark gestiegene Baukosten und Lieferengpässe drücken zusätzlich auf die Gewinnmargen.

Für ECOreporter bleibt die Helma-Aktie ein Investment mit deutlich erhöhtem Risiko. Das erwartete Kurs-Gewinn-Verhältnis (KGV) für 2022 liegt nach den Kurseinbrüchen bei niedrigen 6.

Lesen Sie auch das ECOreporter-Dossier Nachhaltige Immobilienaktien: Wie krisensicher ist Betongold?

Helma Eigenheimbau AG: 

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