Fenecon nutzt für seine Stromspeicher Batterien des insolventen E-Autobauers Fisker. / Foto: Fisker

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Im Check: Crowdinvesting von Fenecon mit bis zu 9 % Zins – wie sind die Perspektiven?

Die Fenecon GmbH entwickelt, produziert und vermarktet Batteriespeicher und Energiemanagementsysteme. Das Unternehmen aus Bayern ist in den letzten Jahren stark gewachsen und hat inzwischen über 300 Mitarbeitende. Die nun angebotenen Nachrangdarlehen haben eine Laufzeit von rund sieben Jahren und bieten einen Zins von 7,0 Prozent pro Jahr. Zudem ist ein umsatzabhängiger Bonus von bis zu 2,0 Prozent pro Jahr möglich. Die Vermögensanlage kann ab 500 Euro über die Plattform GLS Crowd gezeichnet werden.

Anbieterin und Emittentin der Nachrangdarlehen ist die Fenecon GmbH aus Iggensbach in den Vorbergen des Bayerischen Waldes. Das Unternehmen wurde 2011 von Franz Josef Feilmeier (Jahrgang 1982) gegründet, der seitdem auch Geschäftsführer ist. 2016 erfolgte die Umwandlung von einer GmbH & Co. KG in eine GmbH.

Umsatz in kurzer Zeit vervielfacht

Das Unternehmen hat seinen Jahresumsatz im Vergleich zu 2021 ungefähr versechsfacht auf rund 140 Millionen Euro in 2024. Heimspeicher und Industrial-Speicher brachten im letzten Jahr die Hauptumsätze. Die Speicherserien Home und Commercial bestehen aus neuen, für den stationären Einsatz gefertigten LFP-Batterien (Lithium-Eisenphosphat). Die Speicher der Industrial-Serien beinhalten neue Elektrofahrzeugbatterien.

Was will die Emittentin mit dem Anlegerkapital zurückkaufen? Wie haben sich Umsatz und Gewinn der Fenecon GmbH entwickelt? Wie ist die Prognose für 2025? In welchen Märkten ist das Unternehmen aktiv? Warum profitiert Fenecon von der Insolvenz eines Elektroauto-Produzenten? In welchen Fällen gibt es Bonuszinsen? Wo liegen Risiken? Antworten auf diese und weitere Fragen sowie das ECOreporter-Fazit lesen Sie im folgenden Premium-Bereich.

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Umsatz- und Gewinnrückgang in 2024

In Deutschland war der Heimspeichermarkt 2024 rückläufig, was sich auch auf die Emittentin auswirkte. Ihr Umsatz verringerte sich von rund 144 Millionen Euro (2023) auf rund 137 Millionen Euro. Davon entfielen rund 93 Millionen Euro auf Heimspeicher, 4 Millionen Euro auf Gewerbespeicher, 37 Millionen Euro auf Industrial-Speicher und 2 Millionen Euro auf FEMS Intelligente Energiesoftware. Mit rund 135 Millionen Euro wurde fast der gesamte Jahresumsatz in Deutschland erzielt. Auf andere europäische Länder entfielen ungefähr 2 Millionen Euro und auf Drittländer 0 Euro.

Der Jahresüberschuss verringerte sich von rund 8,1 Millionen Euro (2023) auf etwa 6,0 Millionen Euro in 2024. Bei einer Bilanzsumme von rund 119 Millionen Euro beträgt die Eigenkapitalquote der Emittentin zum 31.12.2024 ungefähr 20,5 Prozent (Vorjahr: 18,8 Prozent).

Bei den Zahlen für 2023/2024 ist zu berücksichtigen, dass das Unternehmen vor wenigen Jahren noch auf einem deutlich niedrigeren Niveau agierte. So beliefen sich 2021 die Umsatzerlöse auf rund 25 Millionen Euro. Mit dem kräftigen Wachstum hat sich auch der Personalaufwand erhöht, von ungefähr 3,1 Millionen Euro (2021) auf etwa 16,7 Millionen Euro (2024). Zum 31.12.2024 waren 301 Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer bei der Emittentin beschäftigt. Ein Jahr vorher waren es 240. 

Batterien aus Fisker-Insolvenz

Im Jahresabschluss-Lagebericht vom 10.7.2025 prognostiziert die Fenecon GmbH unter Einbeziehung der Ist-Monate Januar bis April für das Geschäftsjahr 2025 einen Umsatz von ca. 153 Millionen Euro und einen Gewinn von 5,9 Millionen Euro. Für das aktuelle Halbjahr erwartet das Unternehmen steigende Absätze im Industriespeichersegment durch den Auslieferstart des neuen Großspeichers Industrial XL, der aus Fisker-Batterien gefertigt wird. Die Emittentin hat laut Lagebericht im letzten Jahr die Chance ergriffen, ein großes Batteriekontingent aus der Insolvenz des Elektroautoherstellers Fisker zu erwerben.

Wohin fließt das Anlegerkapital?

Die derzeitigen Gesellschafter der Emittentin sind der Gründer und Geschäftsführer Franz Josef Feilmeier (81,0 Prozent), der Fonds BonVenture III GmbH & Co. KG (11,5 Prozent) und Stefan Schiermeier.

Das Nachrangdarlehenskapital soll laut Vermögensanlagen-Informationsblatt (VIB, Stand: 2.9.2025) dazu dienen, den 11,5-Prozent-Anteil von der BonVenture III GmbH & Co. KG zurückzukaufen. Die Vereinbarung zum Rückkauf der Gesellschafteranteile ist nach Angaben der Emittentin bereits notariell beurkundet worden, allerdings ist der Kauf noch nicht vollzogen. Die Gesamtkosten für den Rückkauf belaufen sich laut VIB auf 14,5 Millionen Euro. Die Finanzierung soll laut VIB mit dem einzuwerbenden Nachrangdarlehenskapital, vorrangigen Darlehen von 5 Millionen Euro und stillen Beteiligungen von 3,5 Millionen Euro erfolgen.

Laufzeit und Zins

Die Laufzeit der Nachrangdarlehen endet am 30. Juni 2032. Die Emittentin hat aber das Recht, die Darlehen mit einer Frist von mindestens drei Monaten zum Geschäftsjahresende zu kündigen, erstmalig zum 31.12.2028. Bei Ausübung des ordentlichen Kündigungsrechts und vorfälliger Rückzahlung beträgt die Vorfälligkeitsentschädigung laut VIB 50 Prozent der Zinsansprüche, die über die restliche Laufzeit der Nachrangdarlehen angefallen wären.

Ohne vorherige Kündigung erfolgt die Tilgung laut VIB zu 50 Prozent zum 30.6.2031 und zu 50 Prozent zum 30.6.2032. Der Zinssatz der Nachrangdarlehen beträgt 7,0 Prozent pro Jahr. Zudem ist jährlich ein Bonuszins möglich, der vom jeweiligen Umsatz der Emittentin in den Geschäftsjahren 2026 bis 2031 abhängt. Der Bonuszins beträgt 1,0 Prozent, falls der Umsatz größer als 200.000 Euro ist, und 2,0 Prozent bei einem Umsatz von mehr als 300.000 Euro.

Risiken

Bei der Vermögensanlage handelt es sich um unbesicherte Nachrangdarlehen mit qualifiziertem Rangrücktritt und vorinsolvenzlicher Durchsetzungssperre. Für Anlegerinnen und Anleger bestehen erhebliche Risiken, dass sie ihr eingesetztes Kapital verlieren.

Im Februar 2025 konnte die Emittentin einen Konsortialkreditvertrag über eine revolvierende Barkreditlinie mit einem Gesamtvolumen von 40 Millionen Euro abschließen, wodurch sich laut Lagebericht die Finanzlage bis Mitte 2025 weiter entspannte. Der Konsortialkreditvertrag deckt laut VIB den Großteil des laufenden Fremdfinanzierungsbedarfs der Emittentin ab. Der Konsortialkreditvertrag sieht laut VIB wirtschaftliche Kriterien vor (Finanzkennzahlen), die die Emittentin einhalten muss und die sich zum 1. Januar 2026 aufgrund vertraglicher Regelungen verschärfen. Es besteht das Risiko, dass die Emittentin künftig eine Finanzkennzahl nicht einhalten kann. In dem Fall sind die finanzierenden Banken berechtigt, die Kreditbeziehung zu kündigen und die Darlehen zurückzufordern.

Das für die Emittentin relevante Geschäftsfeld ist der Batteriespeicher- und Energiemanagementsystemmarkt. Dabei handelt es sich um einen Markt, der sich dynamisch entwickelt. Es besteht das Risiko, dass die Emittentin künftig in dem Wettbewerb nicht mehr bestehen kann. Das könnte beispielsweise dann der Fall sein, wenn Wettbewerber neue Produkte und Lösungen entwickeln, die am Markt bevorzugt werden. Zudem ist es möglich, dass verstärkt Mitbewerber, insbesondere aus Asien, mit einer aggressiven Preispolitik auf den Markt drängen. Das könnte zu einem Verdrängungswettbewerb führen.

Es besteht das Risiko, dass sich die Rahmenbedingungen und das Absatzpotenzial für die Emittentin verschlechtern, beispielsweise infolge von politischen Entscheidungen in Deutschland. Die derzeitige Bundesregierung setzt offenbar weniger auf den Ausbau von Stromnetzen und Speichern, der einen vollständigen Umstieg im Strombereich auf erneuerbare Energien ermöglichen könnte. Gemäß den Aussagen von Bundeswirtschaftsministerin Reiche ist stattdessen ein massiver Zubau an Gaskraftwerken geplant.

Im Rahmen seiner internationalen Expansionsstrategie wird Fenecon verstärkt auf Auslandsmärkten aktiv. So soll laut Crowdinvesting-Projektprofil in diesem Jahr in den USA ein erstes internationales Produktionswerk von Fenecon eröffnen. Federführend ist hierbei eine Tochtergesellschaft der Emittentin. Beim Markteintritt in ausländische Märkte kann ein erhöhtes Risiko bestehen, dass die dortigen Rahmen- und Investitionsbedingungen und Absatzchancen falsch eingeschätzt werden.

ECOreporter-Fazit

Bei der Fenecon GmbH handelt es sich um ein etabliertes Unternehmen mit technologisch innovativen Produkten, die ein Gelingen der Energiewende unterstützen. Für das Unternehmen können sich infolge der geplanten Expansion Chancen, aber auch Risiken erhöhen. Für die Anlegerinnen und Anleger des Crowdinvestings ist es zudem risikoerhöhend, dass ihre Ansprüche auf Kapitalrückzahlung und Zinszahlungen nachrangig sind.

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