Fonds / ETF, ECOfondstest

Im Test: LSF Solar & Sustainable Energy Fund

Windradbauer, Solarkonzerne, Lithium-Förderer: Der LSF Solar & Sustainable Energy Fund legt ausschließlich in Unternehmen an, die Geld im Bereich Erneuerbare Energien verdienen. Sehr nachhaltig – oder doch nicht? Wie hält es der Aktienfonds etwa mit Firmen, die möglicherweise von Zwangsarbeit profitieren? ECOreporter hat den Fonds eingehend getestet.


Den vollständigen Fondstest finden Sie unten im Premium-Bereich.

Den LSF Solar & Sustainable Energy Fund gibt es seit 2009. Aufgelegt hat ihn der nachhaltige Vermögensverwalter FiNet Asset Management aus Marburg, der auch den Robo Advisor vividam betreibt.

Bis 2015 hieß der Fonds Asian Solar & Wind Fund, und auch nach der Umbenennung lag der Anlageschwerpunkt lange auf Asien. Mittlerweile hat sich das gewandelt, derzeit stammen nur noch sieben der insgesamt 26 Aktien aus Asien, allesamt von chinesischen Unternehmen (Stand 8.9.2023).

Mit einem Volumen von etwas mehr als 35 Millionen Euro gehört der Solar & Sustainable Energy Fund zu den kleineren nachhaltigen Fonds.

Fast 150 % Plus auf Sicht von fünf Jahren

Die Aktienliste des Fonds ist vergleichsweise kurz, zudem kommen die meisten Papiere aus den schwankungsanfälligen Branchen Wind- und Solarenergie bzw. Bergbau. Daher empfiehlt ECOreporter, den Solar & Sustainable Energy Fund nur als Beimischung im Depot zu halten und einen Anlagehorizont von mindestens zehn Jahren mitzubringen. Der Fonds gewann in den letzten fünf Jahren zwar knapp 150 Prozent an Wert, lag aber zwischen 2011 und 2020 im Minus.

Der Fonds setzt klar auf Erneuerbare Energien, investiert dabei jedoch auch in Unternehmen, die noch nicht vollständig aus umweltschädlichen Energieträgern ausgestiegen sind. Mehrere Firmen im Bestand betreiben neben Wind- und Solarparks noch Kohlekraftwerke oder AKWs. Allerdings bauen sie ihr Grünstromgeschäft deutlich aus.

Zwangsarbeit – die Schattenseite des Solarbooms?

Für nachhaltige Anlegerinnen und Anleger wahrscheinlich problematischer: Einige der chinesischen Unternehmen im Fonds profitieren möglicherweise von Zwangsarbeit, entweder direkt oder über Zulieferer. Untersuchungen der britischen Sheffield Hallam University und der US-Beratungsfirma Horizon Advisory zufolge müssen bei chinesischen Firmen seit Jahren Menschen der systematisch unterdrückten uigurischen Minderheit gegen ihren Willen arbeiten. Vor allem Lieferanten von Rohsilizium und Polysilizium seien betroffen.

Schätzungen zufolge stammen etwa 40 Prozent des weltweit in der Solarbranche verwendeten Polysiliziums aus der chinesischen Region Xinjiang, in der Uiguren in Internierungslagern festgehalten werden, oft in der Nähe großer Fabriken. Das Thema Zwangsarbeit dürfte damit weite Teile der Solarindustrie betreffen. Mehr dazu können Sie hier lesen.

Der Fondsinitiator FiNet teilt auf Anfrage von ECOreporter mit, man müsse das Risiko von Zwangsarbeit leider eingehen, wenn man in China investiere. Und bei Erneuerbaren Energien komme man an China nicht vorbei. FiNet sieht hier „ein großes Versagen der Politik in den letzten zwei Jahrzehnten“.

Wie die Redaktion Auswahlverfahren, Transparenz und nachhaltige Wirkung des Solar & Sustainable Energy Fund einschätzt und den Fonds insgesamt bewertet, erfahren Sie unten im vollständigen ECOfondstest. Der Test ist als übersichtliches PDF gestaltet, liefert die wichtigsten Analyse-Ergebnisse sowie Noten für alle getesteten Bereiche.

Details zum Benotungssystem von ECOreporter finden Sie hier.

Eine Übersicht über alle ECOfondstests und weitere Informationen zu nachhaltigen Fonds hat die Redaktion hier für Sie zusammengestellt.

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