Einblick in die Chip-Produktion von Intel: Der Konzern hatte zuletzt mit Sicherheitslücken zu kämpfen. / Foto: Unternehmen

  Aktientipps, Aktien-Favoriten

Intel-Aktie: Ist der Aufwärtstrend intakt?

Intel aus den USA hatte zuletzt mit Sicherheitslücken in seinen Computer-Chips zu kämpfen. Das tut dem Chart der Aktie keinen Abbruch.

Kann der Kurs weiter steigen, und bei welchen Kursen sollten Anleger besser die Reißleine ziehen?

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Speicherchips und Mikroprozessoren von Intel werden überall dort benötigt, wo schnelle und komplizierte Rechenleistung erforderlich ist und eine Verbindung mit dem Internet hergestellt wird: Beispielsweise in Computern, Smartphones und -Watches.

Jedoch hatte das Unternehmen mit Sitz in Kalifornien zuletzt Probleme mit der Sicherheit seiner Produkte: Intel-Chips wiesen Sicherheitslücken auf und es gab Kritik: Nicht nur die Unternehmens-Kommunikation wurde bemängelt. Auch bei den Software-Ausbesserungen kam es mehrfach zu Problemen (ECOreporter berichtete).

Sicherheitslücken demnächst Geschichte?

Die Sicherheitslücken namens "Meltdown" und "Spectre" sollen bald behoben werden: Zuallererst sollen laut Intel die neuen Xeon-Scalable-Prozessoren über einen Schutz verfügen, außerdem weitere Core-Prozessoren der achten Generation.

Noch für 2018 verspricht Intel außerdem Speicher-Chips, die gegen Angriffe von außen geschützt sind.

Starke Zahlen im Gesamtjahr 2017

Die Umsatzentwicklung von Intel ist auf Rekordkurs. Sowohl im Schlussquartal des abgelaufenen Geschäftsjahres 2017 als auch im Gesamtjahr konnte Intel die Erlöse gegenüber dem Vorjahreszeitraum verbessern.

Im vierten Quartal lag der Umsatz um 4 Prozent höher, bei 17,1 Milliarden Dollar (fast 13,9 Milliarden Euro). Trotzdem fiel ein Verlust an: Intel verbuchte ein Minus von 687 Millionen Dollar, etwa 557 Millionen Euro.

Im Vorjahr blieben noch 3,6 Milliarden (knapp 2,9 Milliarden Euro) in den Unternehmenskassen. Grund für die roten Zahlen: Die US-Steuerreform.

Vergleichsindex wird outperformt

Betrachtet man die Intel-Aktie im Verhältnis zum Vergleichsindex Nasdaq, fällt eine deutliche Outperformance ins Auge: Sowohl auf Sechs-Monats-Sicht als auch im Zeitraum eines Jahres verläuft der Chart der Aktie besser als der Index: In den vergangenen sechs Monaten um fast 22 Prozent, im Ein-Jahres-Zeitraum um etwa 18 Prozent.

Das sind starke Werte und spricht klar für das Unternehmen. Anleger scheinen vom Know-How des Chip-Konzerns überzeugt zu sein und kauften zuletzt Intel-Papiere zu.

Aufwärtstrend trotz der Probleme intakt

Die Sicherheitsprobleme mit den Chips und Mikroprozessoren taten dem Chart der Intel-Aktie keinen Abbruch, ganz im Gegenteil: Der Aufwärtstrend ist weiter intakt, der Kurs steigt.

In den vergangenen sechs Monaten verbesserte sich der Preis der Aktie von 37 US-Dollar, umgerechnet knapp 30 Euro, auf fast 51 US-Dollar, das sind etwas mehr als 41 Euro (Schlusskurs von gestern - 19.3., 22:30 Uhr - an der US-Technologiebörse Nasdaq).

Somit erzielte Intel ein Kursplus von 37 Prozent im betrachteten Zeitraum. Auf Sicht eines Jahres performten die Intel-Papiere sogar noch besser: Um fast 45 Prozent.

Eine Überschreitung des vergangenen Höchstkurses von mehr als 52 US-Dollar (umgerechnet 42 Euro) ist nicht fern und kann zukünftig überschritten werden - wenn die Märkte mitspielen.

Intel musste zwar zuletzt wegen der US-Steuerreform die enorme Summe von 5,4 Milliarden US-Dollar (fast 44 Milliarden Euro) einmalig abschreiben.

Doch dies sehen wir bereits im Intel-Kurs eingepreist, genauso wie die zuletzt bekannt gewordenen Sicherheitslücken. Zudem ist das Unternehmen bisher nicht von US-Strafzöllen betroffen.

Unterstützung bei 45 US-Dollar

Eine Unterstützung findet die Intel-Aktie bei Kursen um 45 US-Dollar (knapp 36,5 Euro). Sollte diese Linie unterschritten werden, sollten Anleger über den Verkauf der Aktie nachdenken: Abhängig davon, zu welchem Kurs sie die Aktie erworben haben. Die nächste Unterstützung sehen wir bei tieferen Kursen um 37 US-Dollar (knapp 30 Euro).

Risiken nicht ausblenden

Anleger müssen dennoch die Risiken beachten. Technologie-Aktien sind bereits gut gestiegen. Dies gilt nicht nur für US-Technologiewerte: Auch deutsche Aktien aus dem TecDAX-Index performten zuletzt stark, die Preise verteuerten sich deutlich.

Um nicht von plötzlichen Kursrutschern überrascht zu werden, sollten Anleger ihre bisher erzielten Kursgewinne mit Hilfe einerStop-Loss-Order absichern. Wir empfehlen, die Schwelle bei 10 Prozent unter dem Einstandskurs zu setzen. Wie das funktioniert, erfahren Sie in diesem Beitrag.

Fazit: Aktie halten, in Schwächephasen aufstocken

Wir empfehlen Anlegern, an ihren Intel-Papieren festzuhalten. Die Dividendenrendite ist mit aktuell etwas mehr als 2,3 Prozent ordentlich, so dass Aktionäre bei Kursschwächen eine schöne Ausschüttung bekommen. Und das viermal im Jahr, wie bei US-Unternehmen üblich.

Intel ist im Bereich um Speicherchips und Mikroprozessoren marktführend. Ernstzunehmende Konkurrenz gibt es unserer Ansicht nach nicht.

Anleger, die noch keine Intel-Aktien im Depot haben, sollten Papiere bis maximal 3 Prozent des Gesamtdepotvolumens kaufen. Eine Kursabsicherung der Aktie ist notwendig.

Intel ist eine ECOreporter-Favoriten-Aktie aus der Kategorie Dividendenkönige.

Intel Corp.: ISIN US4581401001 / WKN 855681

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