Kein gutes Jahr für Bio-Lebensmittel: Die Aktie des Bionahrungs-Großhändlers United Natural Foods sank um mehr als 70 Prozent. / Foto: Pixabay

14.01.19 Aktientipps , Nachhaltige Aktien , Aktien-Favoriten

Jahresrückblick nachhaltige Aktien: Lebensmittelaktien im Minus

Für die Aktien aus dem Bereich Bio-Lebensmittel ging es 2018 teilweise um mehr als 50 Prozent nach unten. Im Mobilitätssektor ergibt sich hingegen kein einheitliches Bild: Der Waggonvermieter VTG bewegte sich im Kurs seitwärts. Die Aktie von Ballard Power verlor hingegen mehr als 20 Prozent. E-Auto-Primus Tesla zog um 6 Prozent an. Nachhaltige Baustoff- und Hausbauunternehmen entwickelten sich auch unterschiedlich: Die Steico-Aktie rutschte 7 Prozent ins Minus. Die Aktien von Helma und Sto verloren dagegen mehr als 20 Prozent. Bieten sich Einstiegschancen?

Hain Celestial: Keine großen Sprünge zu erwarten

Der Bio-Lebensmittelproduzent Hain Celestial schloss das Fiskaljahr 2018 (1. Juli 2017 bis 30. Juni 2018) mit befriedigendem Erfolg ab. Der Umsatz des Unternehmens aus Lake Success im US-Bundesstaat New York stieg im Vergleich zum Vorjahr um 5 Prozent auf 2,46 Milliarden US-Dollar. Ein leichter Rückgang im USA-Geschäft konnte durch eine positive Entwicklung in Europa aufgefangen werden.

Der Gewinn vor Zinsen und Steuern (EBIT) ging zwar von 109,4 auf 106 Millionen US-Dollar zurück. Der Reingewinn betrug allerdings 82,4 Millionen US-Dollar nach 65,5 Millionen US-Dollar im Fiskaljahr 2017. Um Sondereffekte bereinigt, machte Hain Celestial pro Aktie einen Gewinn von 1,16 US-Dollar. 2017 waren es 1,20 US-Dollar gewesen.

Für das laufende Fiskaljahr erwartet Hain Celestial einen weiteren leichten Umsatzanstieg um 2 bis 4 Prozent auf 2,5 bis 2,56 Milliarden US-Dollar. Als Gewinn pro Aktie werden 1,21 bis 1,38 US-Dollar anvisiert.

Die Aktie von Hain Celestial steht derzeit an der US-Börse Nasdaq bei 17,81 US-Dollar (11.1., Schlusskurs). In den letzten zwölf Monaten hat die Aktie gut 53 Prozent an Wert verloren. Große Umsatz- und Gewinnsprünge sind in den kommenden Jahren nicht zu erwarten. Die meisten Analysten raten dennoch dazu, die Aktie zu halten. 

United Natural Foods: Profitabilität sinkt

Der Biolebensmittel-Großhändler United Natural Foods legte solide Zahlen für das Fiskaljahr 2018 (30. Juli 2017 bis 28. Juli 2018) vor. Das in Providence im US-Bundesstaat Rhodes Island ansässige Unternehmen setzte 10,11 Milliarden US-Dollar um. Unterm Strich blieben dem Großhändler 165,67 Millionen US-Dollar als Nettogewinn übrig.

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Waggons von VTG: Der Waggonvermieter hat exzellente Aussichten. / Foto: Unternehmen

Die Zahlen für das erste Quartal des laufenden Fiskaljahres fielen hingegen schlechter als erwartet aus (ECOreporter berichtete hier): United Natural Foods konnte seinen Umsatz zwar zum ersten Vorjahresquartal um 16,7 Prozent auf 2,87 Milliarden US-Dollar steigern, musste aber einen Nettoverlust von 19,3 Millionen US-Dollar verbuchen.

Grund für die Verluste sind laut Auskunft des Managements schwache Margen aufgrund gestiegener Löhne und höherer Betriebskosten. Auch hohe Kosten für Umstrukturierungsmaßnahmen und den Kauf der US-Supermarktkette SuperValu schmälerten das Ergebnis. Anleger stießen nach den enttäuschenden Zahlen ihre Aktienanteile im großen Stil ab. In den letzten zwölf Monaten hat die Aktie 72 Prozent an Wert verloren.

An der New Yorker Börse Nasdaq steht die United Natural Foods-Aktie bei 12,65 US-Dollar (11.1. Schlusskurs). Solange das Management nicht die Profitabilität steigert, dürfte sich der Aktienkurs nicht aufwärts bewegen. Trotz des starken Kursverfalls und der verhaltenen Aussichten lautet das Votum der meisten Analysten "Halten".

VTG: Kurs bewegt sich seitwärts, Aussichten top

Der Waggonvermieter VTG sorgte im September des vergangenen Jahres für Schlagzeilen, weil sich der Infrastrukturfonds Warwick der US-Bank Morgan Stanley die Mehrheit der Aktienanteile an dem Hamburger Unternehmen sichern wollte. Den Aktionären wurde ein Kaufpreis von 53 Euro pro Aktie angeboten. Vorstand und Aufsichtsrat rieten Anlegern, die Offerte auszuschlagen. Die Begründung: Der gebotene Preis für die Aktie sei zu niedrig. Dennoch konnte sich die US-Bank durchsetzen und hält mittlerweile gut 70 Prozent der VTG-Aktien.

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Die Waggon-Flotte der VTG wuchs im letzten Jahr durch die Übernahme von Teilen der Nacco-Gruppe um 11.000 Eisenbahnwagen.

Die Zahlen der VTG waren solide. Der Umsatz betrug in den ersten neun Monaten 2018 775,7 Millionen Euro, eine Steigerung von etwas mehr als 3 Prozent im Vergleich zum Vorjahr. Der Gewinn vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen (EBITDA) stieg im Berichtszeitraum um 2 Prozent auf 255,8 Millionen Euro (2017: 250,7 Millionen Euro). Wie VTG hervorhebt, schmälerten außergewöhnliche Belastungen das Ergebnis.

Die Aktie des Waggonvermieters steht momentan an der Börse Stuttgart bei 47,75 Euro (14.1, 8:40 Uhr). 2018 machte sie ein Kursplus von 1 Prozent. Langfristig sind die Aussichten des Unternehmens sehr gut. Auch zahlreiche Analysten empfehlen die Aktie zum Kauf.

Ballard Power: Gewinne noch lange nicht in Sicht

Der Brennstoffzellen-Spezialist Ballard Power hat ein turbulentes Jahr hinter sich. Ballard heimste größere Aufträge aus China ein, verlängerte vorzeitig eine Kooperation mit Audi und trennte sich von Teilen des Tochterunternehmens Prontex, das auf die Energieversorgung von Elektrogeräten spezialisiert ist.

Die letzten Geschäftszahlen, die das kanadische Unternehmen vorgelegt hat, waren jedoch enttäuschend. Sowohl Umsatz als auch Gewinn lagen im dritten Quartal 2018 signifikant unter den Prognosen. Das Ballard Power-Management machte dafür vor allem das schwächelnde China-Geschäft verantwortlich.

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Tesla Model 3: Der kalifornische Autobauer steigerte die Produktion des massentauglichen Modells und rückte in die Gewinnzone vor. / Foto: Unternehmen

Für 2018 rechnen Analysten im Schnitt mit einem Umsatz in Höhe von 119,75 Millionen Kanadische Dollar (CAD). Die Gewinnzone wird Ballard Power in diesem Jahr nicht erreichen: Der Verlust für 2018 soll sich laut Schätzungen auf circa 27 Millionen CAD belaufen. Mit einem positiven Geschäftsergebnis ist Prognosen zufolge erst 2021 zu rechen. 

An der US-Börse Nasdaq steht die Ballard Power-Aktie derzeit bei 3,09 US-Dollar (11.1. Schlusskurs). Auf Jahressicht ist die Aktie 23 Prozent im Minus. Die Aussichten des Brennstoffzellenspezialisten sind schwierig einzuschätzen - risikoscheue Anleger sollten die Finger von der Aktie lassen.

Tesla rückt in die Gewinnzone vor

Tesla hat es im dritten Quartal 2018 geschafft, in die Gewinnzone vorzustoßen und seine Vormachtstellung auf dem amerikanischen E-Auto-Markt noch weiter auszubauen. Investoren brauchen jedoch gute Nerven: Tesla-Geschäftsführer Elon Musk sorgt regelmäßig mit irritierenden Twitter-Posts für Unruhe. Hinzu kommen Ermittlungen von US-Arbeitsschutzbehörden, FBI-Untersuchungen aufgrund von Falschangaben zum Model 3 und ein Steuerskandal.

Der E-Auto-Pionier steigert seine E-Auto-Absätze konstant und drängt auf neue Märkte außerhalb der USA. Auch das Geschäft mit Solaranlagen und Speicherlösungen gewinnt immer mehr an Fahrt.

Die Tesla-Aktie war 2018 sehr volatil. Der Kurs schwankte zwischen 202,10 und 334,90 Euro. Derzeit steht die Aktie des kalifornischen E-Auto-Konzerns an der Börse Stuttgart bei 300,02 Euro (14.1., 8:23 Uhr), auf Jahressicht ein Plus von 9 Prozent. Die Analystenmeinungen zum Potenzial der Tesla-Aktie sind gemischt. Das durchschnittliche Analystenvotum lautet "Halten".

Sto: Umsatz steigt, Ergebnis bleibt hinter Vorjahr zurück  

Der Baustoffhersteller Sto hat in den ersten drei Quartalen 2018 gut 1 Milliarde Euro Umsatz erzielt, 2,8 Prozent mehr als im Vorjahreszeitraum. Besonders stark wuchs der Umsatz im Inland mit 4,4 Prozent. Im Ausland konnte nur ein Umsatzplus von 1,6 Prozent erzielt werden.

Für das Gesamtjahr peilt der Konzern aus Stühlingen in Baden-Württemberg einen Umsatz von 1,33 Milliarden Euro an. Der operative Gewinn (EBIT) soll zwischen 80 und 90 Millionen Euro liegen. Allerdings kämpft der nachhaltige Baustoffspezialist mit steigenden Rohstoffpreisen und ungünstigen Wechselkursen. Das Ergebnis wird deshalb hinter den Vorjahreswerten zurückbleiben.

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Underdeckplatte von Steico: Das in der Nähe von München ansässige Unternehmen glänzte in der Vergangenheit stets mit guten Zahlen. / Foto: Unternehmen

2018 hatten Anleger keine Freude an der Aktie des Baustoffherstellers: Der Kurs der Sto-Aktie sackte um 37 Prozent ab. Derzeit steht die Aktie des Konzerns an der Börse Stuttgart bei 81,00 Euro (14.1., 8:05 Uhr). Für 2019 rechnen Analysten nicht mit signifikanten Umsatzsteigerungen zum Vorjahr. Allerdings soll sich der Gewinn wieder leicht erholen.

Steico: Bauboom spült viel Geld in die Kassen

Die Geschäfte laufen gut für die Steico AG. Das in Feldkirchen bei München ansässige Unternehmen steigerte in den ersten drei Quartalen 2018 Umsatz und Gewinn. Laut einem Zwischenbericht des Baustoffherstellers lag der Umsatz in den ersten neun Monaten 2018 bei 187,7 Millionen Euro und damit 8,3 Prozent über der Vorjahresperiode. Der Gewinn im Berichtszeitraum kletterte von 10,5 Millionen Euro im Vorjahr auf 13,5 Millionen Euro - ein Zuwachs von fast 29 Prozent.

Steico hat in den vergangenen sechs Geschäftsjahren überdurchschnittlich oft die Gewinnprognosen übertroffen. Im Vergleich zu anderen Unternehmen, die im Bausektor tätig sind, wird von Steico auch ein überdurchschnittlich hohes Gewinnwachstum über die kommenden Jahre erwartet.  Steico ist eine ECOreporter-Favoriten-Aktie aus der Kategorie Grüne Spezialwerte. Ein Unternehmensporträt finden Sie hier.

Die Aktie des Baustoffkonzerns war indes sehr volatil. Aufs Jahr gesehen schlitterte sie 14 Prozent ins Minus. Sie steht an der Börse Stuttgart derzeit bei 20,35 Euro (14.1., 8:40 Uhr). Mit einem erwarteten Kurs-Gewinn-Verhältnis (KGV) von 16,6 erscheint sie fair bewertet. Laut dem Finanzdaten-Portal Thomson Reuters stufen momentan zwei von vier Analysten die Steico-Aktie als "Strong Buy" ein.

Helma Eigenheimbau steigert Margen

Helma Eigenheimbau, Anbieter von Fertighäusern in Massivbauweise und Ferienimmobilien an der Ostsee, erzielte zuletzt mehr Gewinn - trotz gefallener Umsätze. Helma-Chef Gerrit Janssen führt die Gewinnsteigerung auf höhere Margen zurück. Für die kommenden Jahre erwartet das Helma-Management weitere Gewinnsteigerungen.

Von Januar bis Juni 2018 setzte das im niedersächsischen Lehrte ansässige Unternehmen 96,6 Millionen Euro um. Das sind 13,5 Millionen Euro oder 14 Prozent weniger als in der ersten Jahreshälfte 2017. Trotzdem stieg das Ergebnis vor Steuern (EBT) für das erste Halbjahr 2018 von 5,7 auf 7 Millionen Euro. Der Reingewinn betrug 4,9 Millionen Euro nach 4 Millionen Euro im Vorjahr.

Der Vorstand des Unternehmens ist optimistisch. Für 2018 soll ein Konzern-EBT in einer Spanne von 21,0 bis 22,5 Millionen Euro erreicht werden. 2019 soll das EBT weiter auf 23,5 bis 26,0 Millionen Euro wachsen.

Die Aktie der Helma Eigenheimbau AG notiert im Handel an der Börse Stuttgart aktuell bei 33,50 Euro (11.1., Schlusskurs). Aufs Jahr gesehen ist die Aktie gut 17 Prozent im Minus. Manche Analysten raten aufgrund des starken Kursrückgangs und der guten Aussichten zum Kauf des Häuslebauers. Mit einem erwarteten KGV für 2018 von 9,07 ist die Aktie günstig bewertet.

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