Windkraftanlagen von Vestas: Unter den Windradbauern hat nur die Aktie von Vestas auf Jahressicht Kursgewinne erzielt. / Foto: Unternehmen

28.12.18 Aktientipps , Nachhaltige Aktien , Aktien-Favoriten

Jahresrückblick Windaktien: Vestas erholt, Chancen bei Betreibern PNE, Encavis und anderen

Windaktien haben sich 2018 uneinheitlich entwickelt. Unter den Windradproduzenten machte nur Vestas die Kursverluste aus dem Vorjahr wieder wett. Bei den Unternehmen, die Windparks projektieren oder betreiben, können gefallene Kurse nun attraktive Einstiegschancen bieten. Wie sieht es konkret bei PNE und Enegiekontor aus, bei ABO Wind und ABO Invest, bei Encavis, Ørsted und anderen?

Vestas punktet mit guter Auftragslage und starkem Servicegeschäft

Die Aktie von Vestas Wind Systems ist auf Sicht von zwölf Monaten 12,4 Prozent im Plus. Sie steht an der Börse Kopenhagen derzeit bei 488,50 Dänische Kronen (DKK), umgerechnet 65,43 Euro (27.12., Schlusskurs).

Auftrieb gaben der Aktie des dänischen Windkraftspezialisten der hohe Auftragsbestand, die stetig wachsende Service-Sparte und ein 200 Millionen Euro schweres Aktienrückkaufprogramm, das im August 2018 startete und mittlerweile abgeschlossen ist.

Die Geschäftszahlen des dänischen Windkraftkonzerns für 2018 hinkten den Zahlen des Vorjahres hinterher. Dennoch sind die meisten Analysten zuversichtlich und erwarten deutliche Umsatz- und Gewinnsteigerungen über die kommenden Jahre. Ähnlich äußerte sich auch Anders Runevad, Vorstandschef von Vestas, bei der Bekanntgabe der Zahlen für das dritte Quartal 2018.

Vielversprechend ist auch die Offshore-Sparte der Dänen, die als ein Joint Venture mit Mitsubishi betrieben wird. Sie hat in diesem Jahr erstmals profitabel gearbeitet. Von ihr sollen in Zukunft starke Wachstumsimpulse ausgehen. Die Vestas-Aktie hat derzeit ein Kurs-Gewinn-Verhältnis (KGV) von 17,8. 

Siemens Gamesa: Schwieriger Start  in 2018

Konkurrent Siemens Gamesa kam erst in der zweiten Hälfte dieses Jahres mit den schwierigen Bedingungen auf dem Windkraftmarkt zurecht. Zu Beginn des Geschäftsjahres 2017/2018 erfüllte die Siemens-Tochter mit Hauptsitz in im spanischen Zamudio die Analysten-Erwartungen nicht.  Die Quartalszahlen verfehlten teilweise 60 Prozent die Erwartungen.

Doch im vierten Quartal des Geschäftsjahres erholte sich die Auftragslage. Auch realisierte die Siemens-Tochter wichtige Offshore-Projekte. Im kommenden Geschäftsjahr erwartet das Management von Siemens Gamesa um 10 Prozent höhere Umsätze als 2017/2018. Auch die Profitabilität soll erhöht werden. Die meisten Analysten gehen ebenfalls davon aus, dass die Siemens-Tochter die Umsätze und die Gewinne über die kommenden Jahre steigert.

Die Aktie von Siemens Gamesa steht derzeit bei 10,48 Euro (28.12., 8:03 Uhr). Auf Jahressicht ist die Aktie damit 10,4 Prozent im Minus.

Nach einem Jahreshoch von 14,44 Euro im Mai 2018 brach der Kurs im Oktober zeitweise um 35 Prozent auf 9,28 Euro ein. Wie ECOreporter berichtete, zogen schlechte Zahlen der Windsparte des US-Konkurrenten General Electric im Herbst dieses Jahres alle Windaktien in den Keller. Bis Mitte Dezember hatte sich die Aktie des deutsch-spanischen Konzerns wieder erholt und bewegte sich bis Mitte Dezember im 12-Euro-Bereich. Ende Dezember gab die Siemens Gamesa-Aktie die Kursgewinne wieder ab.

Nordex: schwarze Zahlen erst 2020 in Sicht

Derzeit kann sich der Windanlagenhersteller Nordex nicht über fehlende Aufträge beklagen. Allein im dritten Quartal sind bei dem Hamburger Unternehmen Bestellungen für Windräder in Höhe von 974 Megawatt (MW) eingegangen. Insbesondere ein Rekordauftrag aus Schweden über 475 MW ist für das hohe Auftragsvolumen mit verantwortlich (ECOreporter berichtete hier).

Nordex_Windpark_USA - Kopie_800.jpg
Windanlagen von Nordex: Der Hamburger Windradproduzent wird in diesem Geschäftsjahr keine Gewinne verbuchen. / Foto: Unternehmen

Trotz der guten Auftragslage wird der Spezialist für Windkraftanlagen an Land in diesem und im kommenden Jahr nicht die Gewinnzone erreichen. Laut Schätzungen soll Nordex im Geschäftsjahr 2018 einen Nettoverlust von um die 52 Millionen Euro verbuchen. 2019 soll der Verlust auf gut 22 Millionen Euro sinken. Schwarze  Zahlen sind erst 2020 zu erwarten. Gerechnet wird dann mit einem Gewinn von über 27 Millionen Euro.

Der Aktienkurs pendelte 2018 zwischen 6,89 und 11,66 Euro. Aktuell steht die Nordex-Aktie an der Börse Stuttgart bei 7,60 Euro (28.12., 9:07 Uhr). Auf Sicht von zwölf Monaten ist die Aktie damit 14,7 Prozent im Minus.

Die Analysten-Einschätzungen zu Nordex sind gemischt. Laut dem Portal Thomson Reuters raten die meisten Analysten derzeit dazu, die Aktie des deutschen Windkraftkonzerns zu halten. Das durchschnittliche Kursziel für die Nordex-Aktie auf Sicht von zwölf Monaten liegt bei 9,29 Euro.

Senvion-Aktie erleidet 80 Prozent Kursverlust

Wegen deutlichen Umsatzrückgängen entwickelte sich die Senvion-Aktie sehr schlecht. Der Kurs stürzte von gut 10 Euro zu Jahresbeginn auf mittlerweile 2,04 Euro an der Börse Stuttgart ab (28.12., 8:00 Uhr).

Laut den von Senvion zuletzt veröffentlichten Zahlen ist der Umsatz in den ersten neun Monaten 2018 im Vergleich zum Vorjahr um 38 Prozent auf 809 Millionen Euro zurückgegangen. Vor allem Verschiebungen von Projekten und Lieferverzögerungen sorgten für den Umsatzeinbruch.

Schwarze Zahlen sind bei dem deutsch-luxemburgischen Windradhersteller in diesem Geschäftsjahr nicht in Sicht. Allein in den ersten neun Monaten des laufenden Jahres belief sich der Verlust auf 64,03 Millionen Euro. "Das Jahr 2018 war bislang eine große Herausforderung - sowohl für die gesamte Branche als auch für Senvion", kommentierte Interims-Chef Manav Sharma im November dieses Jahres die schlechten Zahlen.

Laut Experten-Schätzungen wird sich 2019 für Senvion die Lage bessern. Der Windkraftkonzern soll wieder die Gewinnzone erreichen. Auch sehen manche Analysten die Aktie momentan nach dem Kursverfall von fast 80 Prozent als attraktiv bewertet an und prognostizieren ein hohes Kurspotenzial. Mutige und risikoaffine Anleger können bei den derzeitigen Kursen eine Position aufbauen.

Die weiteren wichtigen Informationen lesen Sie als ECOreporter-Premium-Leser/-in. Einloggen oder Premium-Leser/-in werden.

...

Verwandte Artikel

21.12.18
Neue Großaufträge für Senvion
 >
19.12.18
Vestas beendet Aktienrückkaufprogramm
 >
04.12.18
Siemens Gamesa: 487-MW-Auftrag aus Belgien
 >
28.11.18
Orsted hat ehrgeizige Pläne
 >
Nach oben scrollen
ECOreporter Journalistenpreise
Anmelden
x