Mikrofinanz-Kunden von Oikocredit in Indien. Die Genossenschaft hat den ersten Corona-Schock gut verdaut. / Foto: Opmeer Reports

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Mikrofinanz-Genossenschaft Oikocredit will wieder Dividende zahlen

Nach einem schwierigen Geschäftsjahr 2020 hat die internationale Mikrofinanzorganisation Oikocredit 2021 wieder schwarze Zahlen geschrieben.

Oikocredit gehört zu den Pionieren im Mikrofinanzbereich. Die auf die Finanzierung sozialer Projekte spezialisierte Genossenschaft mit Hauptsitz im niederländischen Amersfoort vergibt seit 1975 Kredite an Mikrofinanzinstitute, Genossenschaften und kleinere Unternehmen in Ländern des globalen Südens. Anlegerinnen und Anleger können bei Oikocredit investieren, indem sie Mitglied in einem der regionalen Förderkreise werden und Genossenschaftsanteile erwerben.

Rückkehr in die Gewinnzone

Im Geschäftsjahr 2021 verbuchte Oikocredit einen Nettogewinn von 15,3 Millionen Euro. 2020 hatte die Genossenschaft wegen der Corona-Krise einen Verlust von 22,2 Millionen Euro ausgewiesen. Die Bilanzsumme stieg 2021 von 1,24 auf 1,26 Milliarden Euro, der Nettoinventarwert (NAV) eines Genossenschaftsanteils legte von 210,50 auf 213,58 Euro zu.

Oikocredit verzeichnete 2021 eine Zunahme von Mitglieder- und Anlegerkapital. Das Mitgliederkapital stieg um 2,3 Prozent auf 1,13 Milliarden Euro. Die meisten Anlegerinnen und Anleger sind der Genossenschaft in der Krise treu geblieben. Die Zahl der Privatanlegerinnen und -anleger sank 2020 von 59.000 auf 58.400. 2021 stieg die Zahl wieder auf 58.900. Fast die Hälfte der Investoren kommt aus Deutschland.

Mehr Kredite in Asien und Afrika

Das aus Darlehen und Kapitalbeteiligungen bestehende Investitions-Portfolio von Oikocredit erhöhte sich im letzten Jahr von 845 auf 996 Millionen Euro. Den größten Zuwachs gab es mit 23 Prozent im Finanzierungsbereich Landwirtschaft. Die Investments in erneuerbare Energien gingen hingegen um 4 Prozent zurück. Schwerpunkt von Oikocredit bleibt der inklusive Finanzsektor mit einem Volumen von 761 Millionen Euro. Vor allem in Afrika und Asien weitete die Genossenschaft ihre Aktivitäten im letzten Jahr aus.

Die Qualität des Portfolios ist weiterhin hoch. Der Anteil ausfallgefährdeter Projekte (Rückzahlungen, die seit mehr als 90 Tagen überfällig sind) lag Ende 2021 bei 5,5 Prozent (2020: 5,8 Prozent). Nur zwei Partnerorganisationen beantragten im letzten Jahr eine vorübergehende Zahlungspause. 2020 waren es aufgrund der Pandemie 136. Oikocredit arbeitete 2021 mit 517 Partnergesellschaften aus 55 Ländern zusammen, mit Schwerpunkt auf Afrika, Asien sowie Lateinamerika und der Karibik.

Nach zwei Jahren ohne Dividendenzahlung will der Oikocredit-Vorstand den Direktmitgliedern der Genossenschaft auf der Generalversammlung im Juni 2022 eine Dividendenausschüttung von 0,5 Prozent für das Geschäftsjahr 2021 vorschlagen.

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