Die SolarEdge-Aktie hat seit Mitte Juni über 6 Prozent an Wert gewonnen. Andere Solaraktien konnten noch stärker zulegen. / Foto: Unternehmen

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Nachhaltig investieren: Bis zu 219 % Plus mit Solaraktien

Seit Ende 2018 haben viele Solaraktien deutlich an Wert gewonnen. Auch im letzten Monat verzeichneten einige Branchenunternehmen wieder hohe Kursgewinne. Wo lohnt sich aktuell noch der Einstieg, und von welchen Aktien sollte man besser die Finger lassen?

Von Mitte Juni bis Mitte Juli stiegen die Kurse zahlreicher Solaraktien, manche sogar im zweistelligen Prozentbereich. Einige Aktien gaben aber auch deutlich nach, und so manches Unternehmen steckt nach wie vor tief in der Verlustzone. Der Solarsektor ist und bleibt schwankungsanfällig – bei allen Kurschancen sollten Anleger stets auch die Risiken im Blick behalten.

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Die Gewinner

Edisun Power Europe AG: Plus 15,7 Prozent in einem Monat

Der Solarstromproduzent Edisun Power hat Anfang Juli ein weiteres Solarprojekt in Portugal mit einer geplanten Stromerzeugungskapazität von 23 Megawatt erworben (ECOreporter berichtete hier). Finanziert wurde der Kauf unter anderem durch eine Erhöhung des Aktienkapitals von umgerechnet 17 auf 20 Millionen Euro.

Das Schweizer Unternehmen  erzielte im Geschäftsjahr 2018 einen Nettogewinn von 2,7 Millionen Euro – doppelt so viel wie 2017. Die Edisun Power-Aktie hat in den letzten vier Wochen fast 16 Prozent an Wert gewonnen, mit einem erwarteten Kurs-Gewinn-Verhältnis (KGV) für 2019 von 18 ist sie aber noch vergleichsweise günstig bewertet. Allerdings ist es momentan für Anleger aus EU-Ländern umständlich und unter Umständen deutlich teurer, Schweizer Aktien zu kaufen (ECOreporter berichtete hier).

Edisun Power bietet noch bis 25. August eine Anleihe mit einer Laufzeit von fünf Jahren und einem Jahreszins von 2 Prozent an. Die Anleihe hat ein Gesamtvolumen von maximal 4,5 Millionen Euro.

Vivint Solar Inc.: Abhängig von Fördermaßnahmen

Die Vivint Solar-Aktie setzt ihren Höhenflug fort. In den letzten vier Wochen stieg der Kurs um 12 Prozent, auf Sicht von drei Monaten beträgt der Wertzuwachs 52 Prozent.

Der US-Solaranlageninstallateur schreibt allerdings nach wie vor rote Zahlen. Außerdem ist das Unternehmen stark von staatlichen Fördermaßnahmen für Solarinstallationen in den USA abhängig. Wie ergiebig die Fördertöpfe in ein, zwei, fünf Jahren sein werden, ist unklar. Anleger sollten die weitere Geschäftsentwicklung bei Vivint Solar beobachten.

Enphase Energy Inc.: Plus 219 Prozent in einem Jahr

Enphase Energy bleibt der große Gewinner unter den Solaraktien. Der Börsenkurs des US-Wechselrichterspezialisten hat sich in den letzten drei Monaten mehr als verdoppelt, auf Sicht von einem Jahr sogar mehr als verdreifacht.

Im ersten Quartal 2019 konnte Enphase Energy einen Nettogewinn von 2,7 Millionen US-Dollar verbuchen, der operative Cashflow stieg im Vergleich zum Vorjahreszeitraum um mehr als 400 Prozent auf über 19 Millionen US-Dollar. Für das Gesamtjahr rechnet das Unternehmen mit einem Nettogewinn von 15 Millionen US-Dollar. Mit einem erwarteten KGV für 2019 von 148 ist die Aktie momentan aber zu hoch bewertet.

SunPower Corp.: Noch keine schwarzen Zahlen

Der US-Solarmodulhersteller SunPower macht bislang noch keinen Gewinn, geht aber davon aus, mit seinen neuen Modulreihen höhere Margen erzielen zu können. Ob und wann das Unternehmen die Verlustzone verlassen wird, ist derzeit schwer abzuschätzen.

SunPower verdankt die hohen Kurszuwächse der letzten Monate – 7,5 Prozent seit Mitte Juni, fast 47 Prozent seit Mitte April – unter anderem einer Kaufempfehlung der Investmentbank Goldman Sachs, die ihr Kursziel auf umgerechnet 9,70 Euro angehoben hat. Dieses Kursniveau hat die Aktie mittlerweile erreicht. ECOreporter rät dazu, beim derzeitigen hohen Kurs keine SunPower-Aktien zu kaufen.

SolarEdge Technologies Ltd.: Gute Zukunftsaussichten

SolarEdge hat im ersten Quartal 2019 mit 272 Millionen US-Dollar einen neuen Umsatzrekord erzielt und einen Nettogewinn von 18 Millionen Euro eingefahren. Für das zweite Quartal werden weitere Umsatzsteigerungen erwartet.

Das israelische Unternehmen ist breit aufgestellt: SolarEdge verkauft neben Wechselrichtern auch komplette Solaranlagen mit Monitoring-Software, zudem Energiespeicher und Ladelösungen für Elektroautos. In den letzten Monaten hat der Konzern den südkoreanischen Speicherproduzenten Kokam und das italienische Unternehmen S.M.R.E. übernommen, das Antriebsstränge für E-Autos herstellt.

Die SolarEdge-Aktie ist seit Ende 2018 weniger stark gestiegen als andere Solaraktien. Die Zukunftsaussichten des Unternehmens sind gut, Anleger mit einem langen Anlagehorizont können mit einer kleinen Position einsteigen.

SolarEdge ist eine ECOreporter-Favoriten-Aktie der Kategorie Mittelklasse. Ein ausführliches Unternehmensporträt können Sie hier lesen.

Die Verlierer

Meyer Burger Technology AG: Schwacher Auftragseingang

Die Meyer Burger-Aktie hat ihre Talfahrt in den letzten vier Wochen fortgesetzt. Der Kurs sackte erneut um 15 Prozent ab, auf Sicht von einem Jahr liegt die Aktie fast 49 Prozent im Minus.

Der defizitäre Schweizer Maschinenbauer befindet sich nach wie vor in einem tiefgreifenden Umstrukturierungsprozess. Für 2019 hat das Unternehmen keine Geschäftsprognose abgegeben. Der Auftragseingang lässt nichts Gutes erahnen: Im ersten Halbjahr gingen bei Meyer Burger Großaufträge mit einem Gesamtvolumen von lediglich 22,6 Millionen Euro ein. Im gleichen Zeitraum 2018 waren es noch 43,3 Millionen Euro gewesen.

PVA TePla AG: Wann ist die Bodenbildung abgeschlossen?

Deutlich besser sieht die Auftragslage bei PVA TePla aus. Ende 2018 waren die Auftragsbücher des Spezialmaschinenbauers aus dem hessischen Wettenberg so voll wie nie zuvor (171,5 Millionen Euro). Für das Geschäftsjahr 2019 geht das Management von einer Umsatzsteigerung um 29 Prozent auf 125 Millionen Euro aus (ECOreporter berichtete hier).

Mit einem erwarteten KGV für 2019 von 23 ist die PVA TePla-Aktie nicht zu hoch bewertet. Anleger sollten nach den Kursverlusten der letzten Monate allerdings eine Bodenbildung der Aktie abwarten, bevor sie einsteigen.

Eine vergleichende Analyse der Solarmodulproduzenten Jinko Solar, First Solar, Canadian Solar und SunPower finden Sie hier.

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24.06.19
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