Caffè Latte ist das wichtigste Produkt von Emmi. / Foto: Unternehmen

  Aktientipps, Nachhaltige Aktien

Nachhaltiges Investieren: Wie haben sich die Aktien von Frosta, Emmi und SFC Energy entwickelt?

Sie sind nachhaltig, aber nicht in typischen grünen Branchen tätig. ECOreporter beleuchtet die Entwicklung des Tiefkühlkostherstellers Frosta, der Molkerei Emmi und des Brennstoffzellenspezialisten SFC Energy.

Frosta AG: Klimawandel lässt die Preise steigen

Frosta stellt Tiefkühlkost in industriellem Maßstab her, und das ganz ohne Zusatzstoffe. Damit gehört das Unternehmen aus Bremerhaven zu den großen Ausnahmen in der Tiefkühlbranche. Die von Frosta verwendeten Zutaten sind nicht Bio, aber zumindest informiert das Unternehmen sehr transparent über ihre Herkunft. Frosta verzichtet bei seinen Verpackungen auf Aluminiumschalen, und der Strom für die Produktion stammt teilweise aus Solar- und Biogasanlagen. 2020 soll zudem das Sortiment zu 40 Prozent aus vegetarischen und veganen Produkten bestehen.

Von Januar bis Juni 2019 erzielte Frosta einen Umsatz von knapp 263 Millionen Euro. Das entspricht einem Plus von 3,8 Prozent zum Vorjahreszeitraum. Während die unter eigenem Namen angebotenen Produkte um 8,6 Prozent zulegten, sank der Umsatz mit Handelsmarken für Supermarktketten um 2,5 Prozent. Frosta hat in diesem Bereich seit Jahresbeginn einige Lieferverträge verloren.

Der Nettogewinn betrug im ersten Halbjahr knapp 5 Millionen Euro. Im gleichen Zeitraum 2018 waren es 12,3 Millionen Euro gewesen. Als Hauptgründe für den Gewinnrückgang nennt Frosta gestiegene Einkaufspreise für Fisch und Gemüse sowie hohe Energie- und Transportkosten. Auch für die zweite Jahreshälfte erwartet die Unternehmensführung hohe Rohwarepreise, da durch den trockenen Sommer einige Ernteerträge sehr schlecht ausgefallen seien. Im Halbjahresbericht von Frosta heißt es: "Wir arbeiten intensiv daran, für das Gesamtjahr 2019 einen Jahresüberschuss auf dem bisher prognostizierten Niveau von 15 Millionen Euro zu erzielen.“

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Die Frosta-Aktie hat in den letzten drei Monaten 9 Prozent an Wert verloren. Seit September 2018 ist der Kurs um 35 Prozent gesunken. Aktuell steht die Aktie im Tradegate-Handel bei 54,00 Euro (10.9., Schlusskurs). Mit einem erwarteten Kurs-Gewinn-Verhältnis (KGV) für 2019 von 24 ist die Aktie angesichts der unsicheren Kostensituation hoch bewertet. Die Frosta-Aktie eignet sich vor allem für risikofreudige Anleger, die zwischenzeitliche Kursrückgänge verkraften können.

Ein ECOreporter-Porträt von Frosta können Sie hier lesen.

Emmi AG: Sorgenkind Deutschland

Emmi ist die größte Molkerei der Schweiz. Das Unternehmen verarbeitet bislang noch hauptsächlich konventionelle Milch, der Bio-Anteil liegt aber bereits bei 14 Prozent und steigt weiter. Das Unternehmen will seinen CO2-Ausstoß bis 2020 im Vergleich zu 2014 um 25 Prozent senken und mit 20 Prozent weniger Verpackungsmaterial auskommen.

In der ersten Jahreshälfte 2019 erwirtschaftete der Konzern einen Umsatz von umgerechnet 1,52 Milliarden Euro – 0,7 Prozent weniger als im Vorjahreszeitraum. Emmi zufolge blieben insbesondere die Erlöse des ostdeutschen Tochterunternehmens Gläserne Molkerei deutlich hinter den Erwartungen zurück. Dafür hätten sich die Entwicklungsmärkte Chile, Mexiko und Tunesien sehr gut entwickelt. Der Nettogewinn betrug wie im Vorjahreshalbjahr 66,8 Millionen Euro.

Emmi hat wegen der schwachen Entwicklung der Gläsernen Molkerei seine Umsatzprognose für das Gesamtjahr 2019 nach unten korrigiert. Die Unternehmensführung rechnet jetzt mit einem organischen Umsatzwachstum von 1,5 bis 2,5 Prozent. Zuvor war Emmi von einem Plus von 2 bis 3 Prozent ausgegangen. Die Nettogewinnmarge soll unverändert zwischen 4,7 und 5,2 Prozent liegen.

Der Konzern sieht sich auch weiterhin in einem "wettbewerbsintensiven Umfeld“, der Preisdruck werde hoch bleiben. Als weitere "bedeutende Risiken“ nennt Emmi in seinem Halbjahresbericht den starken Schweizer Franken und die allgemeine Konjunkturschwäche. Aufgrund der breiten Angebotspalette und der Ausrichtung auf den Weltmarkt geht das Unternehmen aber davon aus, für die Zukunft gut gerüstet zu sein.

Die Emmi-Aktie notiert am Handelsplatz Lang & Schwarz derzeit bei 729,50 Euro (11.9., 07:13 Uhr). In den letzten drei Monaten hat die Aktie 14,5 Prozent an Wert verloren. Auf Sicht von zwölf Monaten liegt sie 12 Prozent im Plus. Mit einem erwarteten KGV für 2019 von 22 ist die Emmi-Aktie nicht zu hoch bewertet. Es gilt jedoch wie bei Frosta: Die Lebensmittelbranche ist geprägt von stark schwankenden Rohwarepreisen und niedrigen Margen. Anleger können mit einer kleinen Position einsteigen, sollten aber in der Lage sein, zwischenzeitliche Kursverluste auszusitzen.

Ein ECOreporter-Porträt von Emmi finden Sie hier.

SFC Energy AG: Fernziel E-Autos


Zentrale von SFC Energy in Brunnthal bei München. / Foto: Unternehmen

Noch ist die Brennstoffzelle keine Konkurrenz zum Batterieantrieb für Autos. Aber sie eignet sich zur Stromversorgung von Messstationen, Video-Überwachungsanlagen oder Pumpen, die sich fernab vom Stromnetz befinden – und auch für Geräte, die das Militär verwendet. 

SFC Energy gehört zu den ersten Firmen aus der Brennstoffzellenbranche, die ein positives Betriebsergebnis aufweisen. In den nächsten Jahren sollen immer größere Zellen und langfristig auch Antriebslösungen für E-Autos entwickelt werden.

Der Umsatz des Unternehmens aus Brunnthal bei München stieg im ersten Halbjahr 2019 im Vergleich zum Vorjahreszeitraum um 0,7 Prozent auf 31,07 Millionen Euro. Während die Nachfrage aus dem militärischen Bereich rückläufig war, wuchs das Segment Grünstrom und Mobilität um 17 Prozent. Der operative Gewinn ging aufgrund von Einmaleffekten um mehr als 60 Prozent auf 0,58 Millionen Euro zurück. Der Nettoverlust lag bei 2,55 Millionen Euro (2018: 0,14 Millionen Euro).

SFC Energy geht davon aus, noch in diesem Jahr in das Geschäft mit Notstromgeräten für die Kommunikationsinfrastruktur einsteigen zu können. Laut Vorstandschef Peter Podesser habe man sich die dafür notwendigen finanziellen Mittel durch eine im Juli abgeschlossene Kapitalerhöhung sichern können. Für das Gesamtjahr 2019 erwartet SFC Energy unverändert einen Konzernumsatz zwischen 67 und 74 Millionen Euro und einen bereinigten operativen Gewinn von 3,5 bis 6 Millionen Euro.

Die SFC Energy-Aktie steht an der Börse Xetra aktuell bei 10,95 Euro (10.9., Schlusskurs). Seit Anfang August hat die Aktie 2 Prozent an Wert gewonnen. In den letzten zwölf Monaten ist der Kurs um 84 Prozent gestiegen.

Wer bei SFC Energy einsteigt, setzt auf das Zukunftspotenzial der Brennstoffzelle und sollte einen langen Anlagehorizont mitbringen. Noch schreibt das Unternehmen rote Zahlen, aber SFC Energy hat seine Umsätze in den letzten Jahren kontinuierlich steigern können.

Ein ausführliches ECOreporter-Porträt von SFC Energy können Sie hier lesen.

Frosta AG: ISIN DE0006069008 / WKN 606900

Emmi AG: ISIN CH0012829898 / WKN 798263

SFC Energy AG: ISIN DE0007568578 / WKN 756857

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