Die Biomethan Soltau GmbH will über eine Anleihe ihre Finanzierungsstruktur verbessern. / Symbolbild: Pixabay

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Neu auf GLS Crowd: Anleihe der Biomethan Soltau GmbH mit 5 % Zins

Die Biomethan Soltau GmbH hat eine alte Biogasanlage erworben, saniert und erweitert. Mit dem Kapital der angebotenen „Unternehmensanleihe BMS Zukunftsenergie“ soll insbesondere eine Gärresteaufbereitungsanlage refinanziert werden, die im vierten Quartal 2022 fertiggestellt wurde. Der Zinssatz der Anleihe beträgt 5,0 Prozent pro Jahr bei einer Laufzeit von rund fünf Jahren. Eine Zeichnung der Schuldverschreibungen ist ab 250 Euro über die Plattform GLS Crowd möglich. Welche Risiken bestehen? Welchen Vorteil bietet die Gärresteaufbereitungsanlage?

Anbieterin und Emittentin der Anleihe ist die Biomethan Soltau GmbH aus Soltau in Niedersachsen. Die Emittentin wurde laut Wertpapier-Informationsblattes (WIB, Datum: 26.1.2023) im April 2019 ins Handelsregister eingetragen und ist seit September 2019 im Biogasmarkt aktiv. Das Unternehmen ist Eigentümerin einer Biogasanlage in Soltau. Die für den Betrieb der Anlage benötigten Gärsubstrate stammen laut WIB von Essens- und Abfallresten, die die Emittentin von regionalen Lieferanten bezieht.

Wozu dient das Anlegerkapital konkret?

Der folgende Premium-Inhalt ist aufgrund des Artikelalters nun frei verfügbar.

Das Emissionsvolumen der Anleihe beträgt bis zu 1,25 Millionen Euro. Die Emissionskosten betragen laut WIB bis zu rund 113.000 Euro. Den Nettoemissionserlös bei einer Vollplatzierung von rund 1,137 Millionen Euro möchte die Emittentin laut WIB wie folgt investieren:

  • Ablösung einer zum Bau einer Gärresteaufbereitungsanlage aufgenommenen Zwischenfinanzierung (ca. 600.000 Euro des Nettoemissionserlöses)
  • Kauf einer Darlehensforderung der örtlichen Kreissparkasse gegen einen Landwirt (vorheriger Eigentümer der Biogasanlage) und Übernahme der dazugehörigen Sicherheiten (ca. 400.000 Euro)
  • Weitere Finanzierungsoptimierungen (100.000 Euro)

Warum wurde eine Gärresteaufbereitungsanlage gebaut?

Die Gärresteaufbereitungsanlage wurde laut WIB im vierten Quartal 2022 fertiggestellt und in Betrieb genommen. Sie befindet sich am Betriebsstandort in Soltau. Durch die Zerlegung der bei der Biomethanproduktion anfallenden Gärreste unterliegt die Emittentin laut WIB nicht mehr der zunehmend strengeren Düngeverordnung. Statt den Gärrest als Wirtschaftsdünger landwirtschaftlich zu verbringen, wird er nach Angaben der Emittentin in einzelne Bestandteile weiter zerlegt: genehmigungsrechtlich einleitfähiges Wasser (Ableitung in Oberflächengewässer bzw. landwirtschaftliche Bewässerung von Feldpflanzenkulturen), Ammoniumsulfat, Natrium-/ Kaliumlösung und Phosphorderivate, die dann als eigenständige Düngerbestandteile vermarktet werden.

Laufzeit und Zins

Die Anleihe hat eine Laufzeit bis zum 31. März 2028. Der Zinssatz beträgt 5,0 Prozent pro Jahr.

Die Rückzahlung des Nennbetrages der Anleihe erfolgt laut WIB in fünf Teilnennbeträgen von jeweils 20 Prozent des Nennbetrags. Die Teilnennbeträge sind jeweils zusammen mit den Zinsen am Zinszahlungstag fällig, erstmals einen Bankarbeitstag nach dem 31. März 2024.

Die Emittentin ist berechtigt, die ausstehenden Schuldverschreibungen insgesamt vorzeitig zu kündigen und zurückzuzahlen, erstmals zum 1. April 2025. Bei einer vorzeitigen Rückzahlung stehen den Anlegerinnen und Anlegern laut WIB 50 Prozent der Zinsen zu, die bis zum Laufzeitende noch angefallen wären.

Hohe Risiken

Die wirtschaftliche Entwicklung der Emittentin hängt von mehreren Einflussgrößen ab. Dazu gehören laut WIB insbesondere die Vermarktung der von der Emittentin aus Gärsubstrat hergestellten Produkte (Biomethan, Dünger), die Entwicklung der Technologien im Bereich der Gärresteaufbereitung und die Preisentwicklung von Erdgas, Biomethan und CO2-Zertifikaten. Laut WIB besteht ein branchenüblicher Vertrag über die Abnahme des erzeugten Biomethans mit einer Laufzeit von zwölf Monaten.

Eine unzureichende Verfügbarkeit von Gärsubstrat kann sich laut WIB nachteilig auf die von der Emittentin produzierte Produktgasmenge und damit auf die erzielbaren Umsätze auswirken. Zudem besteht das Risiko, dass die Betriebskosten der Biogasanlage während der Anleihelaufzeit über den Erwartungen liegen.

Der Emittentin plant laut WIB auch in Zukunft die Aufnahme weiteren Fremdkapitals zur Finanzierung von Investments in weitere Biogasanlagen. Durch die Aufnahme weiteren Fremdkapitals und/oder die Begebung weiterer Schuldinstrumente kann sich die Finanzierungsstruktur der Emittentin verschlechtern.

Für Anlegerinnen und Anleger bestehen erhebliche Risiken, dass sie ihr eingesetztes Kapital teilweise oder vollständig verlieren.

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