Nordex verzeichnete bei insgesamt sinkenden Bestellungen im ersten Quartal eine erhöhte Nachfrage für Großturbinen. / Foto: Ulrich Mertens

  Nachhaltige Aktien, Erneuerbare Energie

Nordex: Auftragsrückgang auch im ersten Quartal 2023

Der Hamburger Windanlagenbauer Nordex hat im ersten Quartal 2023 im Vergleich zum Vorjahr weniger Aufträge erhalten. Damit setzt sich der Rückgang bei den Bestellungen weiter fort. Zuletzt hatte das Unternehmen bereits mit seiner Prognose für 2023 enttäuscht.

Wie Nordex am heutigen Donnerstag mitteilte, verzeichnete das Unternehmen zwischen Januar und März Auftragseingänge über 177 Windturbinen mit einer Gesamtleistung von rund 1 Gigawatt (GW). Im ersten Quartal 2022 waren noch Bestellungen mit einer Kapazität von rund 1,2 GW eingegangen. Der durchschnittliche Verkaufspreis stieg allerdings von 0,78 auf 0,90 Millionen Euro je Megawatt Leistung.

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Die Kunden setzten laut Nordex vor allem auf leistungsstärkere Turbinen. Bestellungen erhielt das Unternehmen aus acht europäischen Ländern. Die größten Einzelmärkte waren Estland, Deutschland und Litauen.

“Im ersten Quartal des Jahres haben wir einen soliden Auftragseingang in unserem Kernmarkt Europa erhalten und stießen dabei vor allem im Baltikum auf eine gute Nachfrage. Das freut mich sehr, denn es zeigt, dass unsere Turbinen in verschiedenen geographischen Gebieten einen Beitrag zur sauberen Energieerzeugung liefern können“, zitiert die Mitteilung José Luis Blanco, den Vorstandsvorsitzenden der Nordex Group.

Weiterhin schwerwiegende Probleme bei Nordex

Nordex hatte 2022 bereits einen Auftragsrückgang von 8 auf 6,3 GW verzeichnen müssen, zudem war der Verlust des Unternehmens höher ausgefallen als erwartet. Bei der Prognose für das laufende Geschäftsjahr hatte Nordex zuletzt ebenfalls negativ überrascht: So hält das Unternehmen es für möglich, auch 2023 keinen operativen Gewinn zu erzielen.

Die Nordex-Aktie kostet im Xetra-Handel aktuell zum Vortag praktisch unverändert 11,76 Euro (Stand: 13.4.2023, 9:11 Uhr). Im Monatsvergleich hat die Aktie 13,6 Prozent an Wert verloren, im Jahresvergleich ist sie 22,3 Prozent im Minus.

ECOreporter rät bereits seit geraumer Zeit vom Einstieg in die Nordex-Aktie ab. Die Corona-Pandemie und die übrigen Krisen haben die Probleme des Unternehmens noch verschärft und die schon zuvor schwachen Margen in den negativen Bereich gedrückt. Aktuell ist Besserung nicht in Sicht. Anfang April sicherte sich Nordex über die Platzierung einer Anleihe frisches Geld.

Zwar hat die Nordex-Aktie auf drei Jahre gesehen knapp 63 Prozent an Wert gewonnen. Doch die Aktie verzeichnete historisch immer wieder Zwischenhochs, um in der Folge abzustürzen. Nordex ist daher auch ein beliebtes Ziel von Spekulanten, die auf sinkende Kurse wetten. Mehr dazu erfahren Sie im ECOreporter-Dossier Hello Fresh, Encavis, Nordex, Beyond Meat, Fisker – hier wetten Shortseller auf fallende Kurse. Anlegerinnen und Anleger, die Nordex-Aktien halten, können über einen Teilverkauf ihrer Position und die Realisierung von Buchgewinnen nachdenken.

Welche Aktien aus dem Windenergiesektor die Redaktion als aussichtsreich einschätzt, erfahren Sie in unserem Branchenüberblick Die besten Windaktien – wo sich jetzt der Einstieg lohnt.

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