Hauptsitz von PNE in Cuxhaven. / Foto: Unternehmen

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Osram Licht und PNE: SdK kommentiert Übernahmeangebote

Die börsennotierten Konzerne Osram Licht und PNE sollen aufgekauft werden. Die Schutzgemeinschaft der Kapitalanleger e.V. (SdK) hat für ihre Mitglieder Stellungnahmen zu den Übernahmeangeboten verfasst. ECOreporter konnte die Schreiben einsehen.

Osram Licht: Was passiert, wenn die Übernahme scheitert?

Der österreichische Sensor-Chip-Hersteller AMS versucht derzeit zum zweiten Mal, den Münchener Beleuchtungskonzern Osram Licht zu übernehmen. AMS bietet erneut 41 Euro pro Aktie. Die Offerte läuft bis zum 5.12. Die Übernahme kommt nur zustande, wenn AMS mindestens 55 Prozent der Osram Licht-Aktien in seinen Besitz bringen kann. Beim ersten Versuch im Oktober lag die Übernahmeschwelle bei 62,5 Prozent. AMS gelang es damals nur, sich Verkaufszusagen für 51,6 Prozent der Osram Licht-Aktien zu sichern.

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In ihrer Stellungnahme zum neuen Angebot von AMS nennt die SdK einen fairen Abfindungspreis von 45 bis 50 Euro je Osram Licht-Aktie. Allerdings sei davon auszugehen, dass der Aktienkurs bei einem erneuten Scheitern des Übernahmeversuchs "deutlich einbrechen und sich mittelfristig auch nicht mehr erholen“ werde. Außerdem rechnet die SdK damit, dass der wirtschaftlich angeschlagene Beleuchtungskonzern von einer Fusion mit AMS "deutlich profitieren“ wird. Daher rät die SdK Anlegern dazu, trotz des niedrigen Angebotspreises einen Verkauf ihrer Osram Licht-Aktien in Erwägung zu ziehen.

Der Betriebsrat von Osram Licht befürchtet, dass AMS im Falle einer Übernahme massiv Stellen abbauen wird. Mit seinem Versuch, das Übernahmeangebot auf juristischem Wege zu stoppen, scheiterte der Betriebsrat letzte Woche vor dem Frankfurter Oberlandesgericht (ECOreporter berichtete hier). Vorstand und Aufsichtsrat von Osram Licht empfehlen, die Offerte von AMS anzunehmen.

Ist bei PNE noch mehr drin?

Der Infrastrukturfonds der US-Investmentbank Morgan Stanley will den Windparkentwickler PNE aus Cuxhaven übernehmen. Morgan Stanley bietet über das von ihm kontrollierte Unternehmen Photon Management 4 Euro je PNE-Aktie. Die Annahmefrist endet am 28.11. um 24 Uhr. Die Übernahme kommt zustande, wenn Morgan Stanley mindestens 50 Prozent der PNE-Aktien in seinen Besitz bringt. Sollte dies gelingen, will die Bank PNE von der Börse nehmen.

Die Schutzgemeinschaft der Kapitalanleger hat für die bestehenden und noch zu projektierenden Windkraftanlagen von PNE einen Bruttowert von 470 Millionen Euro ermittelt. Unter Berücksichtigung der Nettoverschuldung liege der Nettounternehmenswert bei rund 415 Millionen Euro. Laut SdK entspricht dies einem Wert von "deutlich über 5 Euro je Aktie“.

Die SdK hält den Angebotspreis von Morgan Stanley für "nicht angemessen“. Der Münchener Verein rät dazu, die Offerte der US-Bank nicht anzunehmen und auf ein lukrativeres Übernahmeangebot zu spekulieren. In der Stellungnahme der SdK heißt es: "Spätestens im Falle von Strukturmaßnahmen wie dem Abschluss eines Beherrschungs- und Gewinnabführungsvertrages oder einem Squeeze-Out, bei dem die verbliebenen Aktionäre zwangsweise aus der Gesellschaft ausgeschlossen werden, müsste unserer Einschätzung nach ein deutlich höherer Preis als der derzeitig angebotene gezahlt werden.“

Vorstand und Aufsichtsrat von PNE empfehlen Aktionären, das Angebot von Morgan Stanley anzunehmen. Die Großaktionäre Active Ownership Capital und Enkraft lehnen das Übernahmeangebot wie die SdK als zu niedrig ab. Enkraft nennt als fairen Preis für die PNE-Aktie 6,90 bis 7,10 Euro (mehr dazu können Sie hier lesen).

Die vollständigen Stellungnahmen zu den Übernahmeangeboten für Osram Licht und PNE erhalten Vereinsmitglieder direkt bei der SdK.

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