Die Pacifico Renewables Yield AG will ihren Anlagenbestand weiter ausbauen. / Foto: Unternehmen

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Pacifico Renewables: Trotz Wachstum weiter in der Verlustzone

Der Wind- und Solarstromerzeuger Pacifico Renewables Yield hat seine vorläufigen Zahlen für das Geschäftsjahr 2020 bestätigt und sich erstmals zum Nettoergebnis geäußert – dabei bleibt das Unternehmen aus Grünwald bei München wie erwartet in der Verlustzone. Beim Ausbau des Anlagenbestands zeigt sich das Management optimistisch.

Die Umsatzerlöse erhöhten sich demnach im letzten Jahr um rund 46 Prozent auf 16,2 Millionen Euro. Das um Sondereffekte bereinigte Ergebnis vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen (EBITDA) auf Konzernebene betrug 12,6 Millionen Euro, was einem Anstieg von 43 Prozent entspricht. Die EBITDA-Marge lag mit 78 Prozent etwa auf dem Niveau des Vorjahres (79 Prozent). Damit bestätigte das Unternehmen die vorläufigen Zahlen aus dem Mai.

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Wie Pacifico jetzt erstmals bekannt gibt, hat sich 2020 außerdem der Verlust von 1,7 Millionen Euro im Vorjahr auf 3,8 Millionen Euro mehr als verdoppelt. Als Grund nennt das Unternehmen vor allem Transaktionskosten, die hauptsächlich auf die Kapitalerhöhung im zweiten Halbjahr 2020 sowie auf Akquisitionen zurückzuführen sind.

Die Prognose für 2021 bestätigt Pacifico. Das Unternehmen erwartet Umsatzerlöse zwischen 17,3 und 19,3 Millionen Euro sowie eine Stromproduktion zwischen 103 und 115 Gigawattstunden.

Weiter keine Dividende in Sicht

Mit dem Erwerb eines schlüsselfertigen 15,6-Megawatt-Windparks in Deutschland im ersten Quartal 2021 konnte die Gesellschaft ihr Portfolio weiter ausbauen. Darüber hinaus bestehen 2021 laut Unternehmen weitere Wachstumsmöglichkeiten durch Akquisitionen aus der Pipeline des Projektentwicklers Pacifico Energy Partners. Neben dem möglichen Erwerb eines 51,8-MW-Windprojekts in Polen, das die Gesellschaft Ende 2020 bereits rekapitalisiert hat, könnte im zweiten Halbjahr 2021 noch der Ankauf eines Solarprojekts in den Niederlanden mit ca. 14 MW erfolgen. Bis spätestens 2023 will das Unternehmen seinen Anlagenbestand auf 400 MW auszubauen.

An der Börse Düsseldorf kostet die Pacifico-Aktie aktuell 38,00 Euro und ist damit zum Vortag 0,3 Prozent im Plus (Stand: 17.6.2021, 9:00 Uhr). Auf Monatssicht ist die Aktie 5,3 Prozent im Plus, im Jahresvergleich hat sie 90,6 Prozent zugelegt.

Pacifico versteht sich als deutsches Yieldco – so nennt man im englischsprachigen Raum börsennotierte Stromproduzenten mit hohen Dividendenausschüttungen. Mehrere Yieldcos hat ECOreporter hier vorgestellt.

Wann Pacifico die Gewinnzone erreichen und erstmals eine Dividende zahlen kann, ist aber weiter unklar. Das Unternehmen ist ein relativ kleiner Mitbewerber am Markt. Es wird abzuwarten sein, inwiefern es dem Unternehmen gelingt, in Zukunft attraktive Erneuerbare-Energien-Anlegen zu akquirieren.

Lesen Sie hier auch das ECOreporter-Interview mit den Pacifico-Vorständen Martin Siddiqui und Christoph Strasser.

Pacifico Renewables Yield AG: ISIN: DE000A2YN371 / WKN: A2YN37

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