Übernahmepläne hatten den Kurs der Pfeiffer Vacuum-Aktie im November nach oben getrieben. / Foto: Unternehmen

  Nachhaltige Aktien

Pfeiffer Vacuum enttäuscht trotz Rekordzahlen

Der Vakuumpumpen-Hersteller Pfeiffer Vacuum hat für das Geschäftsjahr 2022 Rekordzahlen bei Umsatz und Auftragseingang vorgelegt. Dennoch enttäuschte das Unternehmen aus dem hessischen Aßlar die Analysten.

Nach vorläufigen Zahlen steigerte Pfeiffer Vacuum 2022 den Umsatz von 771 auf 917 Millionen Euro und erzielte damit einen neuen Rekordumsatz. Den Auftragseingang beziffert das Unternehmen auf mehr als 1,1 Milliarden Euro – auch das eine neue Bestmarke. 2021 hatte Pfeiffer Vacuum neue Aufträge im Wert von 964 Millionen Euro erhalten.

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Das operative Ergebnis vor Zinsen und Steuern (EBIT) wuchs dem Unternehmen zufolge von 93 auf 119 Millionen Euro. Die EBIT-Marge für 2022 lag damit allerdings "unter der zuletzt kommunizierten Erwartung von um 14 Prozent", wie Pfeiffer Vacuum in einer Mitteilung einräumte.

Das Verfehlen der anvisierten Gewinnspanne sei hauptsächlich auf Bestandsanpassungen und Wartungskosten zum Jahresende, höhere IT- und Betriebskosten sowie die Bewertung von Investitionen zur mittelfristigen Erhöhung der Produktionskapazität in Korea zurückzuführen, so Pfeiffer Vacuum. Im letzten Quartal 2022 hatte die Marge demnach ein Fünftel unter der Prognose gelegen.

Solide wirtschaftliche Aussichten

Die Pfeiffer Vacuum-Aktie reagierte daher verhalten auf die neuen Zahlen, aktuell ist sie im Xetra-Handel 0,6 Prozent im Plus zum Vortag und kostet 162,60 Euro (Stand: 15.2.2023, 11:44 Uhr). Im Monatsvergleich hat die Aktie 4,6 Prozent verloren, im Jahresvergleich ist sie 10 Prozent im Minus.

Anfang November hatten Übernahmefantasien den Kurs um mehr als 27 Prozent auf bis zu 178 Euro hochschießen lassen. Seitdem zeigt sich wieder ein leichter Abwärtstrend. ECOreporter berichtete hier. Als Mehrheitsaktionär hält die Busch-Gruppe aus dem baden-württembergischen Maulburg über die Unternehmenstochter Pangea knapp 64 Prozent der Pfeiffer-Anteile. 

Die Großaktionärin hatte Anfang November ihr Vorhaben eines Beherrschungsvertrags öffentlich gemacht und entsprechende Verhandlungen angekündigt. Demnach sollen Koordination und Entscheidungsabläufe zwischen den Unternehmensgruppen vereinfacht werden, die bereits 2019 eine Kooperationsvereinbarung für Bereiche wie Einkauf, Vertrieb und Service, Forschung und Entwicklung sowie IT geschlossen hatten.

Nach Einschätzung von ECOreporter sind die wirtschaftlichen Aussichten von Pfeiffer Vacuum solide, das Unternehmen profitiert unter anderem von einer starken Nachfrage aus der Halbleiterindustrie. Von einer engeren Anbindung an die Busch-Gruppe könnte das Unternehmen zusätzlich profitieren.

Das erwartete Kurs-Gewinn-Verhältnis der Pfeiffer Vacuum-Aktie liegt bei noch vertretbaren 19. Risikofreudige Anlegerinnen und Anleger, die kein Problem mit teils stark schwankenden Kursen haben, können einen Einstieg in Erwägung ziehen. Die erwartete Dividendenrendite der Aktie liegt derzeit bei guten 2,8 Prozent.

Pfeiffer Vacuum Technologie AG: 

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