Foto: Photon Energy / Das Bild zeigt eine Solaranlage von Photon Energy. Das Unternehmen will verstärkt auf Speichertechnologie setzen.

  Nachhaltige Aktien, Erneuerbare Energie

Photon Energy verkauft Solarprojekt in Australien – Fokus auf Energiespeicher

Der niederländische Erneuerbare-Energien-Konzern Photon Energy hat ein großes Energieprojekt in Australien noch vor Baubeginn verkauft. Besonderes Augenmerk liegt dabei auf der Kombination mit Speichertechnologie.

Photon hat demnach vom südaustralischen Ministerium für Energie und Bergbau die Baugenehmigung für sein Solar- und Langzeitspeicherprojekt Yadnarie erhalten. Nun verkauft das Unternehmen das Projekt an AGL, den größten Energiekonzern Australiens. Zur Kaufsumme machten die Unternehmen wie in der Branche üblich keine Angaben.

Weiteres Projekt in Südafrika

Yadnarie soll auf eine Solarleistung von 150 Megawatt (MW) kommen und über mindestens 720 MWh (Megawattstunden) Speicherkapazität verfügen. Die Wärme wird aufgefangen und in Wasserreservoirs gespeichert, um Strom bedarfsgerecht über Dampfturbinen bereitzustellen.

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Die Speichertechnologie kommt vom australischen Unternehmen RayGen, an dem Photon mittlerweile rund 5,5 Prozent der Anteile hält. Aktuell entwickelt Photon in Südafrika ein weiteres Projekt mit RayGen-Technologie mit einer Solarkapazität von 250 MW und 150 MWh Kapazität an thermischer Wasserspeicherung.

"Die Genehmigung für unser Yadnarie-Projekt bestätigt die Fähigkeit von Photon Energy, groß angelegte, innovative Energieinfrastrukturen zu entwickeln. Das Projekt ist ein Beispiel für die Zukunft der hybriden Solar- und Speicherkonzepte, und wir sind stolz darauf, dass wir es gemeinsam mit RayGen bis zu diesem Punkt gebracht haben", so Photon-Chef Georg Hotar. Der Verkauf an AGL sei "ein bedeutender Meilenstein für die Finanzierbarkeit der RayGen-Technologie".

Die Einnahmen aus dem Geschäft in Australien sollen Photon zudem die Möglichkeit geben, sich "auf neue Wachstumsmöglichkeiten zu konzentrieren". Dabei spielt die Zusammenarbeit mit RayGen offenbar eine wichtige Rolle. Die Technologie des Unternehmens wird nach Ansicht von Photon einen wesentlichen Beitrag leisten, "um die intermittierende Wind- und Solarenergie in den globalen Energiesystemen auszugleichen, wenn die Generatoren für fossile Brennstoffe außer Betrieb genommen werden".

Die Photon-Aktie ist an der Börse Stuttgart aktuell 10,4 Prozent im Plus zum Vortag und kostet 0,72 Euro (Stand: 9.7.2025, 9:27 Uhr). Im Monatsvergleich stieg der Kurs um 7,8 Prozent, im Jahresvergleich ist die Aktie 51,9 Prozent im Minus.

Unsichere Aussichten

Seit dem Börsenstart im regulierten Markt 2021 büßte der Kurs knapp 80 Prozent an Wert ein. Die Aktie ist mit einem Preis von unter einem Euro ein sogenannter Pennystock und damit anfällig für Spekulationsgeschäfte. Geschäftlich läuft es ebenfalls nicht gut: Photon wird auch in diesem Jahr vermutlich keinen Gewinn erwirtschaften.

Die börsennotierte Anleihe 2021/27 des Unternehmens steht im Handel an der Börse Berlin nur noch bei 55,74 Prozent ihres Nominalwertes (9.7.2025, 9:23 Uhr). Zwischen Mitte 2023 und Ende 2024 war der Kurs drastisch eingebrochen, seit Januar 2025 hat er sich etwas erholt.

Ob Photon seine Magenprobleme in den Griff bekommen kann, bleibt vorerst offen. Das Unternehmen hatte bereits Anfang des Jahres angekündigt, sich künftig stärker auf den Geschäftsbereich Energiesicherheit konzentrieren zu wollen. Die Aussichten der neuen Geschäftsstrategie sind allerdings unklar. Aktuell rät ECOreporter vom Kauf sowohl der Aktie als auch der Anleihe ab.

Photon Energy N.V. Aktie: ISIN NL0010391108 / WKN A1T9KW

Photon Energy Anleihe 2021/27: ISIN DE000A3KWKY4 / WKN A3KWKY

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