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Erneuerbare Energie, Meldungen
Photovoltaik wächst – aber die Solarbranche warnt vor politischen Bremsmanövern
Im ersten Halbjahr 2026 wurde in Deutschland deutlich mehr Solarstromleistung installiert als im Vorjahreszeitraum. Nach Einschätzung des Bundesverbandes Solarwirtschaft (BSW-Solar) beruht das Plus jedoch vor allem auf Sondereffekten. Geplante Kürzungen der Solarförderung und weitere Marktbarrieren könnten den Ausbau ab 2027 deutlich bremsen.
Nach einem verhaltenen Jahresauftakt hat die Nachfrage nach Solaranlagen auf Wohngebäuden in den vergangenen Wochen deutlich angezogen. Als eine wichtige Ursache nennt der BSW-Solar den gestiegenen Wunsch vieler Haushalte nach mehr Energieunabhängigkeit infolge der Energiekrisen im Zusammenhang mit den Kriegen im Iran und der Ukraine. Zudem hätten die angekündigten Pläne des Bundeswirtschaftsministeriums, die Förderung für neue Solaranlagen nach dem Erneuerbare-Energien-Gesetz (EEG) ab 2027 weitgehend abzuschaffen, in den letzten Wochen zu spürbaren Vorzieheffekten geführt.
Nach einer Auswertung des Marktstammdatenregisters der Bundesnetzagentur wurden im ersten Halbjahr 2026 rund 9 Prozent mehr Photovoltaik-Leistung installiert als im Vorjahreszeitraum. Insgesamt waren es rund 7,4 Gigawattpeak (GWp). Nach Einschätzung des BSW-Solar reicht das aktuelle Tempo jedoch nicht aus, um die gesetzlichen Ausbauziele bis 2030 zu erreichen. Dafür müsse der Zubau in allen Marktsegmenten weiter steigen.
Der Strombedarf dürfte steigen
„Derzeit befinden wir uns zwar noch auf dem gesetzlichen Ausbaupfad. Das ist jedoch vor allem Sondereffekten zu verdanken. Die kommenden Jahre sind kein Selbstläufer“, sagt Carsten Körnig, Hauptgeschäftsführer des BSW-Solar. „Durch mehr E-Autos, Wärmepumpen, Rechenzentren und Klimaanlagen wird der Strombedarf wachsen. Deshalb darf der Ausbau von Solaranlagen auf Dächern, Fassaden und Freiflächen jetzt nicht ausgebremst werden.“
Der Verband warnt vor den geplanten Änderungen im Rahmen der EEG-Reform und des sogenannten Netzpakets. Insbesondere die vorgesehene Streichung der EEG-Förderung für neue Anlagen, eine Direktvermarktungspflicht für kleinere Gebäude-Solaranlagen sowie der Wegfall von Entschädigungen bei netzbedingten Einspeisebeschränkungen würden nach Einschätzung des BSW-Solar den Solarausbau deutlich verlangsamen und Investitionen erschweren. Davon wären auch zehntausende Arbeitsplätze entlang der Wertschöpfungskette betroffen.
Es fehlen noch 90 Gigawatt
„An einem stärkeren Ausbau von Photovoltaik und Batteriespeichern führt klima-, energie- und wirtschaftspolitisch kein Weg vorbei“, betont Körnig. „Statt Investoren und Verbraucher mit unausgereiften Reformvorschlägen zu verunsichern, braucht Deutschland verlässliche Rahmenbedingungen und Planungssicherheit.“
Derzeit sind in Deutschland mehr als sechs Millionen Solaranlagen mit einer Gesamtleistung von über 125 Gigawatt installiert. Zusammen mit rund 2,7 Millionen stationären Batteriespeichern decken sie inzwischen etwa ein Fünftel des deutschen Stromverbrauchs. Nach den gesetzlichen Ausbauzielen soll die installierte Solarstromleistung bis 2030 auf 215 Gigawatt steigen.
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