PowerCell will den Wasserstoff für seine Brennstoffzellen-Tests künftig selbst herstellen. / Foto: imago images, Friedrich Stark

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PowerCell will grünen Wasserstoff mit Solarstrom herstellen

Der schwedische Brennstoffzellen-Spezialist PowerCell will seine Fabrik in Göteborg vollständig mit einer integrierten Dach-Solaranlage und einem Elektrolyseur zur Wasserstoffherstellung ausstatten. Durch den Schritt will das Unternehmen deutlich umweltfreundlicher werden.

Mit der Anlage, die in der zweiten Jahreshälfte 2022 fertiggestellt werden soll, will PowerCell nicht nur den für seine Brennstoffzellentests benötigten Wasserstoff herstellen, sondern gleichzeitig auch den Energiebedarf der eigenen Produktion vollständig decken. "Diese Anlage wird es uns ermöglichen, unseren Umsatz zu steigern und unsere Nachhaltigkeit zu beschleunigen", sagt Richard Berkling, CEO des schwedischen Unternehmens.

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Die Anlage besteht aus Solarpaneelen, die auf der PowerCell-Anlage in Göteborg angebracht werden, sowie einem Elektrolyseur, der Sonnenenergie in grünen Wasserstoff umwandelt. Der erzeugte Wasserstoff wird unter anderem im PowerCell-Labor verwendet, in dem Brennstoffzellen entwickelt und getestet und fertige Brennstoffzellenstapel und Brennstoffzellensysteme vor der Auslieferung an Kunden getestet werden. Das Labor ist laut Unternehmen das größte und modernste Wasserstofflabor in Nordeuropa. Derzeit erhält PowerCell seine Wasserstofflieferungen per Lkw von externen Lieferanten.

"Mit dieser Anlage können wir den zugekauften Wasserstoff durch selbst produzierten Wasserstoff ersetzen und so die Zahl der klimaschädlichen Lkw-Transporte zu unserer Anlage reduzieren. Unterstützt durch unser eigenes stationäres Stromversorgungssystem auf Brennstoffzellenbasis werden wir den Wasserstoff auch zur Erzeugung von Strom nutzen, der als Hilfsenergie und für verschiedene Anwendungen, wie das Aufladen von Elektroautos, verwendet werden kann", so Berkling.

Testanlage für Kunden

Neben der Versorgung von PowerCell mit eigenem Wasserstoff und elektrischer Energie soll die Anlage auch als kombinierte Test- und Demonstrationsanlage für dezentrale, nachhaltige Energiesysteme etwa für Kunden dienen. Das Interesse an kompletten Anlagen, in denen lokal erzeugter Wasserstoff in Kombination mit Brennstoffzellen verwendet wird, nimmt PowerCell zufolge erheblich zu, da dadurch eine unabhängigere Energieversorgung geschaffen werden kann.

Die PowerCell Aktie kostet im Tradegate-Handel aktuell 18,47 Euro und ist damit zum Vortag 3,3 Prozent im Minus (Stand: 28.12.2021, 13:43 Uhr). Auf Monatssicht ist die Aktie 7,7 Prozent im Minus, im Jahresvergleich hat sie 40,6 Prozent an Wert verloren. Auf drei Jahre gesehen hat die Aktie rund 460 Prozent an Wert gewonnen.

Trotz deutlicher Kursverluste seit dem Allzeithoch im Januar ist die PowerCell-Aktie weiterhin sehr hoch bewertet. Der Kurs schwankte in den letzten etwa eineinhalb Jahren stark. Im dritten Quartal 2021 konnte das Unternehmen seinen Umsatz steigern und den Verlust reduzieren.

Wasserstoffaktien stellen grundsätzlich ein Investment mit erheblichem Risiko da. Eine Metastudie mehrerer Fraunhofer-Institute sieht eine relevante Nachfrage nach grünem Wasserstoff nicht vor 2030 gegeben. Das heißt: Ein Anlagehorizont von mindestens zehn Jahren ist sinnvoll, sollten Anlegerinnen und Anleger das Risiko eines Einstiegs wagen wollen.

Einen Überblick über die Wasserstoffbranche erhalten Sie in unserem Dossier Von Plug Power bis Linde: Das sind die besten Wasserstoff-Aktien!

Powercell Sweden SK: ISIN: SE0006425815 / WKN: A14TK6 

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