Wind- und Solarunternehmen dürften von staatlichen Klimaschutzmaßnahmen profitieren. / Foto: K.-U. Häßler@Fotolia

11.12.19 Nachhaltige Aktien , Institutionelle / Anlageprofis

PRI-Studie: Kurspotenzial von 169 % für Wind- und Solaraktien

Der Klimawandel wird in den nächsten Jahren viele Aktienkurse belasten, einigen Branchen aber auch hohe Wertzuwächse bescheren. Das geht aus einer neuen Studie des Investorennetzwerks Principles for Responsible Investment (PRI) hervor.

Für die Studie untersuchten Wirtschaftswissenschaftler die Auswirkungen von klimabedingten staatlichen Regulierungen auf die 2.000 größten Unternehmen im globalen Aktienindex MSCI All Country World. Die Studie kommt zu dem Schluss, dass die Aktien in dem MSCI-Index bis zum Jahr 2025 im Schnitt 3,1 bis 4,5 Prozent an Wert verlieren werden – das entspricht 1,6 bis 2,3 Billionen US-Dollar. Bei den 100 am stärksten betroffenen Unternehmen müsse mit Verlusten von durchschnittlich 43 Prozent gerechnet werden.

Hohe Kursverluste für Öl- und Kohlekonzerne?

Das PRI geht davon aus, dass vor allem Aktien aus der Automobilbranche und den Sektoren fossile Energie, Landwirtschaft und Mineralstoffe an den Börsen zukünftig weniger nachgefragt werden. Bergbaukonzerne könnten bis 2025 44 Prozent ihres Wertes verlieren, herkömmliche Energieunternehmen 33 Prozent.

Die Autoren der Studie rechnen damit, dass Staaten deutlich stärker als bislang in den Markt eingreifen werden, um ihre Klimaschutzziele zu erreichen. Höhere CO2-Abgaben, ein Umbau der Energieversorgung und der Schutz von Wald- und Ackerflächen würden einige Branchen stark belasten. Andere hingegen dürften von den Maßnahmen profitieren. Autobauern, die sich auf E-Fahrzeuge konzentrieren, prophezeit das PRI einen Wertzuwachs von durchschnittlich 108 Prozent. Hersteller von Solar- und Windkraftanlagen könnten sogar mit einem Plus von 169 Prozent bis 2025 rechnen.

"Unsere Studie zeigt, dass die Märkte die Risiken des Klimawandels unterbewerten“, sagt PRI-Geschäftsführerin Fiona Reynolds. Reynolds zufolge haben sich bislang erst 2 Prozent der großen institutionellen Anleger, die das PRI unterstützen, ausreichend mit den wirtschaftlichen Auswirkungen des Klimawandels auseinandergesetzt. Reynolds´ Appell an die Finanzwelt: "Investoren müssen jetzt zu grünen Vermögensanlagen wechseln.“

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