Service-Arbeiten an einer Vestas-Offshore-Turbine. / Foto: Unternehmen

06.12.19 Aktientipps , Nachhaltige Aktien , Erneuerbare Energie , Aktien-Favoriten

Windunternehmen im Aufwind – wo lohnt sich der Einstieg?

Windanlagen auf hoher See könnten theoretisch ganz Europa mit Strom versorgen, hat die Internationale Energieagentur (IEA) berechnet. Und der Ausbau der Offshore-Windkraft soll sich laut IEA in den kommenden beiden Jahrzehnten massiv beschleunigen. Welche Unternehmen können davon profitieren? ECOreporter liefert einen Überblick über Aktien von Unternehmen aus der Windkraft-Branche.

Die IEA erwartet, dass sich die Offshore-Windkraftkapazität in den nächsten 20 Jahren weltweit verfünfzehnfachen wird. Sinkende Errichtungskosten, steigende staatliche Förderungen und technologische Fortschritte sollen die Anzahl der Offshore-Windparks stark ansteigen lassen, prophezeit die IEA.

Welche Unternehmen profitieren vom weltweiten Ausbau der Windkraft? Unter den börsennotierten Windunternehmen sind auch solche, die sich auf Windkraft an Land spezialisiert haben.

Die Windanlagenhersteller wie Siemens Gamesa, Vestas, Nordex haben derzeit niedrigere Gewinnmargen als früher; vor allem Strafzölle und hohe Rohstoffpreise machen ihnen zu schaffen. Dennoch sind ihre Aktien aufgrund der guten Zukunftsaussichten in den letzten Wochen stark gestiegen.

Windpark-Projektierer und Windparkbetreiber profitieren ebenfalls: Durch den weltweit zunehmenden Windkraftausbau und die sinkenden Kosten für Windparks ist dieses Segment der Windkraftbranche auch an der Börse im Aufwind. Aber auch bei Aktien von Windanlagen-Projektierern und -betreibern gilt: Anleger sollten Risiken nicht ausblenden und genau hinsehen, in welches Unternehmen sie investieren.

Windanlagenhersteller

Der deutsch-spanische Windanlagenbauer Siemens Gamesa hat für sein Geschäftsjahr 2018/19 gute Zahlen vorgelegt. Die Umsätze stiegen im Vergleich zum Vorjahr um 12 Prozent, der operative Gewinn wuchs um mehr als 4 Prozent. Auch das Auftragsvolumen verzeichnete einen starken Zuwachs: Es erhöhte sich im Vergleich zum Vorjahr um 12 Prozent auf 25,5 Milliarden Euro (mehr können Sie hier lesen).

Die langfristigen Aussichten des Windanlagenbauers sind gut – vor allem aufgrund der starken Offshore-Windsparte. Ende November hatte das Unternehmen eine neue Turbine für Windanlagen auf hoher See mit einer Leistung von 11 Megawatt (MW) vorgestellt.

Die Siemens Gamesa-Aktie notiert im Handel an der Börse Stuttgart aktuell bei 14,42 Euro (6.12., 8:00 Uhr). Seit Veröffentlichung der Zahlen für das abgelaufene Geschäftsjahr ist die Aktie um fast 18 Prozent gestiegen.

Die Analysten-Meinungen zum Potenzial der Siemens Gamesa-Aktie auf Sicht von zwölf Monaten sind gemischt. Von 18 Experten, die die Aktie beobachten, raten acht zum Kauf. Dem stehen fünf Halte- und fünf Verkaufsempfehlungen gegenüber.

ECOreporter rät: Fundamental ist die Aktie mit einem erwarteten Kurs-Gewinn-Verhältnis (KGV) für 2020 von über 40 nicht mehr günstig bewertet. Neueinsteiger sollten die Aktie auf die Beobachtungsliste setzen und auf den nächsten Kursrücksetzer warten.

Vestas: Aktie nimmt Kurs auf 52-Wochen-Hoch

Im vierten Quartal 2019 hat Vestas bislang Aufträge zur Auslieferung von Windrädern mit einem Volumen von 1,8 Gigawatt (GW) erhalten (Stand: 5.12.). Seit Beginn des Jahres beläuft sich der Auftragseingang auf rund 14,65 GW.

Das Unternehmen hat sehr gute Zahlen für das dritte Quartal 2019 veröffentlicht (mehr dazu können Sie hier lesen). Vestas hält an seiner Prognose für das Geschäftsjahr 2019 fest: Das Management erwartet einen Umsatz zwischen 11 und 12,25 Milliarden Euro und eine EBIT-Marge von 8 bis 9 Prozent.

Das Beratungsunternehmen Wood Mackenzie prophezeit dem Unternehmen eine glänzende Zukunft. 2018 hatte Vestas einen weltweiten Marktanteil von 22 Prozent und war damit Weltmarktführer. Die Analysten von Wood Mackenzie rechnen damit, dass Vestas seinen Marktanteil bis 2028 weiter ausbauen kann.

Die Vestas-Aktie notiert aktuell an der Börse Xetra bei 89,06 Euro, fast auf ihrem 52-Wochen-Hoch. Auf Sicht von zwölf Monaten liegt die Aktie gut 32 Prozent im Plus. ECOreporter hatte die Aktie hier empfohlen. Seit der Empfehlung ist sie 57 Prozent im Plus.

Mit einem erwarteten KGV für 2019 von 22 ist die Aktie nicht mehr günstig bewertet. Von 20 Analysten, die die Aktie beobachten, empfehlen aktuell zwölf, bei Vestas neu einzusteigen. Dem stehen sechs Halte- und zwei Verkaufsempfehlungen gegenüber. Das durchschnittliche Analystenkursziel auf Sicht von zwölf Monaten liegt bei 86,48 Euro und damit bereits unter dem aktuellen Kurs.

ECOreporter empfiehlt die Vestas-Aktie als Langfristinvestment. Investierte Anleger bleiben dabei. Neueinsteiger sollten bei schwächelnden Kursen zuschlagen.

Vestas ist eine ECOreporter-Favoriten-Aktie der Kategorie Nachhaltige Mittelklasse. Ein Unternehmensporträt finden Sie hier.

Nordex: Hoher Auftragsbestand - Gewinnzone erst 2020 in Sicht

Die Auftragsbücher von Nordex sind voll. Ende September lag der Auftragsbestand bei 8,1 Milliarden Euro, im Vorjahr waren es gerade einmal 5,3 Milliarden Euro. Für 2019 rechnet das Unternehmen mit einem Umsatz von 3,3 Milliarden Euro, 2018 hat das Unternehmen aus Hamburg gut 2,46 Milliarden Euro Umsatz erzielt.

Allerdings kämpft Nordex mit gesunkenen Margen. Hinzu kommt: Der Konzern wird in diesem Jahr die Gewinnzone erneut nicht erreichen.

Das Analysehaus Independent Research aus Frankfurt stuft die Nordex-Aktie aktuell als Halteposition ein. Das Kursziel auf Sicht von zwölf Monaten liegt laut Analyst Sven Diermeier bei 13,20 Euro.

Die weiteren wichtigen Informationen lesen Sie als ECOreporter-Premium-Leser/-in. Einloggen oder Premium-Leser/-in werden.

...

Verwandte Artikel

05.12.19
Investieren in Solarprojekte in Afrika, Amerika und Asien – Interview mit ecoligo-Gründer Markus Schwaninger
 >
03.12.19
Green City-Tochter Summiq geht an die Börse
 >
18.11.19
IEA: Offshore-Wind kann kompletten Strombedarf Europas decken
 >
Nach oben scrollen
ECOreporter Journalistenpreise
Anmelden
x