ProCredit finanziert auch Unternehmen in der Ukraine - in Kriegszeiten ein schwieriges Geschäft. / Foto: Pixabay

  Nachhaltige Aktien, Finanzdienstleister

ProCredit Holding wird zur Aktiengesellschaft

Die Muttergesellschaft der nachhaltigen ProCredit-Bankengruppe wird von einer Kommanditgesellschaft auf Aktien (KGaA) in eine Aktiengesellschaft (AG) umgewandelt. Wie läuft die ProCredit-Aktie?

Die Aktionäre der ProCredit Holding AG & Co. KGaA haben gestern in Frankfurt auf der Hauptversammlung dem Vorschlag des Vorstands zugestimmt, das Unternehmen künftig in der Rechtsform einer Aktiengesellschaft zu betreiben.

ProCredit will mit der Umwandlung die Gesellschaftsstruktur vereinfachen und erhofft sich positive Auswirkungen auf den Börsenkurs. „Wir gehen aktuell davon aus, dass wir diese Änderung bereits in den kommenden Monaten vollziehen könnten“, sagt Hubert Spechtenhauser, Vorstandschef der ProCredit General Partner AG. „Alles in allem sind wir zuversichtlich, dass die Kapitalmarktpräsenz der Gruppe durch die international anerkanntere und marktfreundlichere Unternehmensstruktur weiter gestärkt wird.“

Hohe Risiken in der Ukraine

ProCredit bemüht sich, seine Aktivitäten auf die Klimaziele von Paris auszurichten. Nach Angaben der Bankengruppe sind mittlerweile 20 Prozent der vergebenen Kredite an nachhaltige Projekte gebunden. Der Schwerpunkt der Geschäftstätigkeit liegt auf Bankdienstleistungen für kleine und mittlere Unternehmen (KMU) in Südost- und Osteuropa.

ProCredit vergibt auch Kredite in der Ukraine. Die dafür seit Ausbruch des Krieges deutlich gestiegenen Risikorückstellungen belasteten 2022 das Geschäft. In diesem Jahr rechnet das Management mit einer positiven Entwicklung. Im ersten Quartal lag die Eigenkapitalrendite bei 13,3 Prozent. Ein Jahr zuvor betrug sie minus 0,8 Prozent. Für das Gesamtjahr geht ProCredit von einer Eigenkapitalrendite von 8 bis 10 Prozent aus, mittelfristig sollen es 12 Prozent werden. Auf der Hauptversammlung wurde zudem beschlossen, wegen des Ukraine-Kriegs für 2022 keine Dividende auszuschütten.

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Vermutlich wegen der ausgefallenen Dividende ist die ProCredit-Aktie heute mit einem Minus von 3,2 Prozent in den Xetra-Handel gestartet. Aktuell kostet sie 7,18 Euro (Stand 6.6.2023, 10:04 Uhr). Die Aktie hat in den letzten fünf Jahren 31 Prozent an Wert verloren. Seit September 2022 erholt sich der Kurs deutlich, auf drei Monate gesehen hat er 41 Prozent zugelegt.

ProCredit bleibt nach Einschätzung von ECOreporter wegen der politischen und wirtschaftlichen Unsicherheiten in den Zielmärkten ein riskantes Investment. Für die Aktie sprechen das günstige erwartete Kurs-Gewinn-Verhältnis für 2023 von 6 und die gute erwartete Dividendenrendite von 3,3 Prozent.

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ProCredit Holding AG & Co. KgaA: ISIN DE0006223407 / WKN 622340

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