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SAP-Chef Klein verteidigt Streichen der Frauenquote
SAP-Chef Christian Klein hat in einem Interview die Abschaffung der Frauenquote beim Walldorfer ECOreporter-Aktien-Favoriten verteidigt. Gesetzliche Vorgaben und der hohe Konkurrenzdruck in den USA hätten den Schritt notwendig gemacht.
SAP habe seine Zielvorgaben für die Frauenquote im Vorstand aufgeben müssen, um sein Geschäft im öffentlichen Sektor der USA behalten zu können. Das hätten Juristen dem Unternehmen erklärt, sagte Klein im Interview mit der "Zeit". Anfang Mai war bekannt geworden, dass SAP mehrere Ziele für die Förderung von Frauen im Konzern aufgibt. SAP war dafür stark kritisiert worden.
Klein: "Sehr viele Jobs" hängen an US-Geschäft
US-Präsident Donald Trump und seine Gefolgschaft gehen seit Trumps Amtsantritt gegen Diversitätsprogramme vor. In der US-Bundesverwaltung hat Trump per Dekret entsprechende Richtlinien verboten – und es dürfen auch keine Aufträge mehr an Unternehmen vergeben werden, die entsprechende Programme verfolgen.
SAP ist eine ECOreporter-Favoriten-Aktie aus der Kategorie Nachhaltige Dividendenkönige. Zu unserem Unternehmensporträt gelangen Sie hier.
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Bis zu Trumps Dekret war das Ziel einer bestimmten Frauenquote in Führungsrollen bei SAP auch Teil der Bonuspläne für den Vorstand. Das sei nicht mehr haltbar gewesen, so Klein.
Klein verteidigte die Entscheidung gegen die Frauenquote und für das US-Geschäft unter anderem mit den "sehr vielen Jobs", die bei SAP daran hängen würden. Man betreibe große Teile der Software und Technologie der US-Regierung, die auf ihren Vorgaben bestehen würde.
Außerdem kritisierte Klein die Medien: SAP stehe "im harten Wettbewerb mit vielen US-Unternehmen, die sich alle an diese rechtlichen Vorgaben halten". Das sei etwas, "das in der Berichterstattung zu wenig zum Tragen kam". Würde man sich nicht an das Trump-Dekret halten, würde man "dieses Milliardengeschäft abschenken".
Zudem stehe der Konzern weiter "voll hinter Vielfalt, Chancengleichheit und Inklusion", und das "weltweit". Alles, was möglich sei, werde weitergeführt. Das Ziel, einen Frauenanteil von 40 Prozent zu erreichen, werde global nicht mehr verfolgt, regional aber weiter angestrebt.
Die SAP-Aktie notiert im Xetra-Handel aktuell nahezu unverändert zum Vortag bei 271,25 Euro (Stand: 6.6.2025, 12:39 Uhr). Auf Monatssicht legte die Aktie 3,2 Prozent zu, im Jahresvergleich gewann sie 52,7 Prozent an Wert.
Wirtschaftlich stark aufgestellt
ECOreporter sieht das Abschaffen der Frauenquote bei SAP weiter kritisch. Der Konzern ordnet Gleichberechtigung damit seinem US-Geschäft unter.
Wirtschaftlich steht SAP hervorragend da, an der Börse ist der Konzern mittlerweile zum wertvollsten Unternehmen Europas aufgestiegen. SAP profitiert von seiner strategischen Ausrichtung auf das Cloud-Geschäft und ist auch im Bereich Künstliche Intelligenz (KI) gut aufgestellt. Die KI-Euphorie hat der Aktie in den letzten zwei Jahren zusätzlichen Schwung verliehen, steigert wegen der mittlerweile hohen Nervosität in dem überhitzten Sektor aber auch das Risiko für Kursschwankungen.
Das erwartete Kurs-Gewinn-Verhältnis (KGV) der Aktie ist mit 46 für 2025 gleichzeitig hoch. An einem Einstieg interessierte Anlegerinnen und Anleger sollten derzeit eher auf Rücksetzer warten. Auf dem aktuell hohen Bewertungsniveau sind diese nicht unwahrscheinlich, zuletzt hatte der Kurs zwischen Februar und April nachgegeben.
Wer das Papier im Depot hat, sollte es weiter halten und allenfalls kleine Positionen verkaufen. Die langfristigen Aussichten von SAP bleiben nach Einschätzung der Redaktion weiterhin gut.
Lesen Sie auch den ECOreporter-Überblick über die Entwicklung der nachhaltigen Dividendenkönige.
SAP SE: ISIN DE0007164600 / WKN 716460
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