Bei SAP läuft besonders das Cloud-Geschäft weiter stark. / Foto: SAP

  Nachhaltige Aktien, Aktien-Favoriten

SAP steigert Gewinn – Ausblick enttäuscht

Der Walldorfer Softwarekonzern SAP steigerte seinen Gewinn im zweiten Quartal 2025 deutlich. Trotzdem hat der ECOreporter-Aktien-Favorit seinen Jahresausblick lediglich bestätigt – insbesondere negative Wechselkurseffekte belasten das Unternehmen.

SAP erhöhte seinen Umsatz im Zeitraum April bis Juni im Jahresvergleich um 9 Prozent auf rund 9 Milliarden Euro. Die Erlöse aus dem Cloudgeschäft, der Kernstrategie des Konzerns, legten dabei um 24 Prozent zu.

Der Aktienkurs hat sich seit 2022 fast verdreifacht

Auch der Auftragsbestand im Cloud-Segment entwickelte sich stark. Für die kommenden zwölf Monate wuchs er um 28 Prozent auf 18 Milliarden Euro.

SAP ist eine ECOreporter-Favoriten-Aktie aus der Kategorie Nachhaltige Dividendenkönige.

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Der um Sondereffekte bereinigte Gewinn vor Zinsen und Steuern (EBIT) verbesserte sich um 32 Prozent auf 2,6 Milliarden Euro. Der Nettogewinn konnte fast verdoppelt werden, von 918 Millionen Euro im Vorjahr auf 1,7 Milliarden Euro.

Der von Investoren besonders beachtete freie Cashflow stieg um 83 Prozent auf knapp 2,4 Milliarden Euro – damit lag SAP eine Milliarde über den Markterwartungen. Der freie Cashflow ist der Betrag, der nach Abzug aller Kosten und Investitionen übrig bleibt und für Dividendenzahlungen, Schuldenabbau oder weitere Investitionen genutzt werden kann.

Man habe "erneut ein Quartal mit herausragenden Ergebnissen" erzielt, so Konzernchef Christian Klein. Zudem werde das Angebot von SAP durch Innovationen im Bereich Künstliche Intelligenz (KI) noch stärker. Das liege vor allem an SAPs KI-Assistenten Joule, "der überall verfügbar sein wird und alle Fragen beantwortet".

Gleichzeitig profitierte das Unternehmen auch von Sparmaßnahmen und Sondereffekten, etwa geringeren aktienbasierten Vergütungen von Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern. In der zweiten Jahreshälfte plant man mehr Neueinstellungen.

Risikofaktor USA

Dennoch bleibt SAP bei seinem Ausblick vorsichtig. Besonders der schwache Dollar macht dem Konzern zu schaffen. Durch die Entwicklung der Wechselkurse sehe man einen "signifikanten Gegenwind in unserer Gewinn-und-Verlust-Rechnung in diesem Jahr", sagte SAP-Finanzchef Dominik Asam.

Werte der Dollar um einen Prozentpunkt ab, so Asam, bedeute das "für uns einen Verlust von etwa einem halben Prozentpunkt beim Wachstum". Schon im abgelaufenen Quartal hätte das Umsatzwachstum währungsbereinigt 12 statt 9 Prozent betragen. Tatsächlich verfehlte der Konzern mit seinen Erlösen die Analystenprognosen sogar leicht.

SAP spürt auch sonst die globalen Unsicherheiten, verursacht vor allem durch die Zollpolitik von US-Präsident Donald Trump. Schon jetzt sei eine leichte Verlangsamung beim Auftragseingang zu beobachten, diese betreffe vor allem den öffentlichen Sektor in den USA und die industrielle Fertigung mit komplexen Lieferketten.

SAP verzichtet deshalb auf eine Anhebung der Jahresprognose. Der Konzern erwartet weiterhin, dass die Clouderlöse währungsbereinigt in einer Spanne zwischen 21,6 und 21,9 Milliarden Euro liegen werden. Beim bereinigten Betriebsergebnis geht das Management von 10,3 bis 10,6 Milliarden Euro aus, was einer Wachstumsrate von 26 bis 30 Prozent entsprechen würde.

Aktie gibt heute nach

Analysten reagieren trotz der guten Zahlen enttäuscht – an der Börse stehen der verhaltene Ausblick und die nicht erfüllten Umsatzerwartungen im Vordergrund. Im Xetra-Handel ist die SAP-Aktie aktuell 3,9 Prozent im Minus zum Vortag und kostet 249,45 Euro (23.7.2025, 9:20 Uhr). Im Monatsvergleich notiert die Aktie 2,0 Prozent im Minus, auf ein Jahr betrachtet stieg der Kurs um 26,7 Prozent.

SAP steht wirtschaftlich hervorragend da, neben dem erfolgreichen Cloud-Geschäft hat auch die mittlerweile zurückgekehrte KI-Euphorie der Aktie in den letzten zwei Jahren zusätzlichen Schwung verliehen. Seit 2022 stieg der Kurs um mehr als 170 Prozent.

Das hat allerdings auch dafür gesorgt, dass die Aktie teuer ist. Mit einem erwarteten Kurs-Gewinn-Verhältnis von 44 für 2025 wirkt der Kurs aktuell überhitzt. Dass Analysten nun enttäuscht sind, weil die neuen Geschäftszahlen des Konzerns nicht noch besser ausgefallen sind, ist dafür ebenfalls ein Indiz. Eine Kurskorrektur wäre auf dem aktuellen Level gesund. Anlegerinnen und Anleger sollten vor einem Einstieg weitere Rücksetzer abwarten.

Lesen Sie auch den ECOreporter-Überblick über die Entwicklung der nachhaltigen Dividendenkönige.

SAP SE: ISIN DE0007164600 / WKN 716460

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