Foto: Siemens / Das Bild zeigt ein erleuchtetes Gebäude von Siemens. Siemens-Chef Roland Busch hat die EU-Gesetzgebung für Künstliche Intelligenz kritisiert.

  Nachhaltige Aktien, Aktien-Favoriten

Siemens und SAP: ECOreporter-Aktien-Favoriten fordern neue KI-Gesetze

Die Technologiekonzerne Siemens aus München und SAP aus Walldorf fordern eine grundlegende Überarbeitung der europäischen Gesetze im Bereich Künstliche Intelligenz (KI). Die Chefs der ECOreporter-Aktien-Favoriten wünschen sich mehr Innovation.

Der europäische AI Act sei einer der Gründe, "warum wir hier nicht Vollgas geben können", sagte Siemens-Chef Roland Busch im Interview mit der "Frankfurter Allgemeinen Zeitung". Die Regularien seien teilweise widersprüchlich und überschnitten sich mit bestehenden Gesetzen. Der Data-Act sei "toxisch für die Entwicklung digitaler Geschäftsmodelle".

Gesetze sollen "substanziell verändert" werden

Der AI-Act der EU soll den Einsatz von Künstlicher Intelligenz regulieren. Besonders riskante KI-Systeme bekommen dabei strengere Auflagen. Der Data Act regelt den Zugang zu und die Nutzung von Daten, insbesondere aus vernetzten Geräten, mit dem Ziel, die Datenwirtschaft fairer und wettbewerbsfreundlicher zu gestalten. Beide Gesetze sollen Innovation ermöglichen, aber gleichzeitig grundlegende Rechte schützen.

Siemens und SAP sind ECOreporter-Favoriten-Aktien aus der Kategorie Nachhaltige Dividendenkönige.

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Insbesondere die Regeln für die Datennutzung müssten "substanziell verändert" werden, so Busch. Das müsste auch Vorrang vor Investitionen in Rechenzentren haben. SAP-Chef Christian Klein kritisierte im gleichen Interview ebenfalls den starken Fokus auf die Infrastruktur. Bislang sei noch kein KI-Projekt an fehlender Rechenkapazität gescheitert.

Das EU-Parlament hatte den AI Act 2024 verabschiedet, der Data Act wurde bereits 2023 beschlossen. Im Laufe dieses Jahres werden beide Gesetze stufenweise in Kraft treten. Für den AI Act hatten US-Konzerne wie Alphabet (Google) und Meta sowie die europäischen Unternehmen Mistral und ASML eine Aufschiebung gefordert und dies mit fehlenden Leitlinien begründet. Der Data Act war dabei kein Thema.

Die EU-Kommission lehnt eine Verschiebung des Gesetzes jedoch ab. Verzögern wird sich lediglich die Einführung eines Verhaltenskodex, der Unternehmen helfen soll, die Vorschriften einzuhalten. Dieser wird wohl erst Ende 2025 in Kraft treten.

So stehen die Aktien von Siemens und SAP da

Die Siemens-Aktie ist im Xetra-Handel aktuell 1,2 Prozent im Minus zum Freitag und kostet 220,30 Euro (Stand: 14.7.2025, 9:22 Uhr). Im Monatsvergleich notiert die Aktie 2,3 Prozent im Plus, auf Jahressicht ist sie um 21,7 Prozent gestiegen.

Die Geschäfte bei Siemens laufen schon seit geraumer Zeit gut. Zwar schwächelt ausgerechnet die Vorzeigesparte Industrie-Automatisierung, Siemens tauschte hier in der vergangenen Woche den Chef aus. Der Bereich intelligente Gebäudetechnik entwickelt sich hingegen sehr gut, und auch die Zugsparte Siemens Mobility soll ein Standbein des Konzerns bleiben.

ECOreporter sieht bei Siemens trotz der deutlichen Kursgewinne weiterhin Einstiegsmöglichkeiten, mit einem erwarteten Kurs-Gewinn-Verhältnis von 18 für das Geschäftsjahr 2024/25 ist die Aktie nicht zu hoch bewertet. Die erwartete Dividendenrendite beträgt gute 2,4 Prozent.

Der SAP-Kurs notiert im Xetra-Handel aktuell bei 255,00 Euro und damit 1,4 Prozent im Minus gegenüber Freitag (Stand: 14.7.2025, 9:22 Uhr). Auf Monatssicht hat sich die Aktie fast nicht bewegt, im Jahresvergleich legte sie 35,9 Prozent zu.

SAP steht wirtschaftlich hervorragend da, der Konzern profitiert von seiner strategischen Ausrichtung auf das Cloud-Geschäft und ist auch im Bereich KI gut aufgestellt. Die KI-Euphorie hat der Aktie in den letzten zwei Jahren zusätzlichen Schwung verliehen.

Das erwartete KGV der Aktie ist mit 44 für 2025 allerdings hoch. An einem Einstieg interessierte Anlegerinnen und Anleger sollten derzeit eher auf Rücksetzer warten. Auf dem aktuell hohen Bewertungsniveau sind diese nicht unwahrscheinlich. Aus nachhaltiger Sicht fragwürdig: SAP schaffte zuletzt seine Frauenquote ab, um US-Präsident Donald Trump zu gefallen.

Lesen Sie auch den ECOreporter-Überblick über die Entwicklung der nachhaltigen Dividendenkönige.

Siemens AG:  ISIN DE0007236101 / WKN 723610

SAP SE:  ISIN DE0007236101 / WKN 723610

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